Theater verzeichnet 200.000 Euro Einbußen

Baden-Baden (sga) – Corona schwächt auch die kulturelle Seite der Kurstadt, das Theater verzeichnet 200.000 Euro Einbußen. Dennoch sorgen die BKV-Verträge für eine große Sicherheit.

Bleibt auch in etwas dunkleren Zeiten stets erhellt: Das prächtige Gebäude am Goetheplatz. Foto: Sarah Reith

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Bleibt auch in etwas dunkleren Zeiten stets erhellt: Das prächtige Gebäude am Goetheplatz. Foto: Sarah Reith

Wenn ein Schauspieler eines beherrschen sollte, dann ist das Spontaneität. Doch wie viel davon wird dieses Jahr im Baden-Badener Theater zum Einsatz kommen müssen? Immerhin hat das Haus am Goetheplatz bereits jetzt Einnahmeeinbußen von rund 200.000 Euro zu verkraften – dabei hat die aktuelle Spielzeit gerade erst begonnen.

Es waren überwiegend motivierende Sätze, mit denen Kekke Schmidt das Ensemble zum Saisonstart begrüßte (wir berichteten). Vom „Mut, aus gewohnten Kreisen auszutreten“ und der „Vorfreude auf die kommenden Monate“ war die Rede. „Uns geht es vergleichsweise gut“, waren sich Interims-Intendantin Schmidt und Bürgermeister Roland Kaiser beim Saisonauftakt in der vergangenen Woche einig.

Doch was heißt „vergleichsweise“? Zwar sind bisher keine Zahlen anderer Theater oder kultureller Einrichtungen bekannt, doch die direkte Nachfrage bei Pressesprecherin Anna-Lena Bach ergab jetzt: Die „coronabedingte Schließung von Mitte März bis Mitte Juni“ hat das Theater fast 200.000 Euro gekostet, gemessen am Durchschnitt der drei vergangenen Spielzeiten.

Kulturelles Leben auch künftig beeinträchtigt

Und dabei dürfte es nicht bleiben. Denn laut Schmidt kann definitiv keiner sagen, ob jede der für die kommenden Monate geplanten Aufführungen tatsächlich und im bisher angedachten Rahmen stattfinden kann. Zu groß ist die Unsicherheit über die weitere Ausbreitung des Virus, zu wenig weiß man über die anschließenden Folgen. Dementsprechend ließ die Interims-Intendantin bei all den warmen Worten zum Saisonstart auch nicht aus, wie sehr die vergangenen Monate das kulturelle Leben der Kurstadt künftig beeinflussen werden.

Doch nicht alles ist dieser Tage ungewiss. Für „außerordentliche Sicherheit“ sorgt die vorzeitige Verlängerung der sogenannten BKV-Verträge zwischen Land und Stadt bis zum Jahr 2030, wie Kaiser informierte. Aus Sicht des Bürgermeisters habe, vor allem in der momentanen Situation, nichts Besseres passieren können. Immerhin bedeute die Vertragsverlängerung nicht nur mehr Sicherheit – sie verdeutliche auch, in was für einer „absolut privilegierten Situation“ sich die Kurstadt befinde.

Dem kulturellen Leben Baden-Badens werde sehr viel Bedeutung zugesprochen, betonte der Bürgermeister. Das sei unter anderem auch als großes Lob an alle Mitwirkenden im Theater und an jedes Mitglied des Ensembles zu verstehen.

Optimistischer Blick in die Zukunft

Und auch Kekke Schmidt blickt optimistisch in die Zukunft. Für Samstag, 12. September, ist das Theaterfest zur neuen Spielzeit geplant, das im Theaterhof, im TiK und auf der Bühne stattfinden wird. Nach dem Patronatsempfang um 10.30 Uhr startet das Fest laut Mitteilung um 12.30 Uhr am und um das Theaterhaus. Im Laufe des Tages bieten Mitglieder des Ensembles Miniführungen an und zeigen Kleingruppen ihre Lieblingsplätze im und am Theater. Auf der Hofbühne liest Cyril Hilfiker um 12.30 Uhr „Der Tag, an dem die Oma das Internet kaputtgemacht hat“ für Familien, und Max Ruhbaum wiederholt seine Lesung „Tirily – Komm mit mir nach Italien“ um 18.30 Uhr.

Außerdem geplant ist unter anderem das Improvisationstheater „Krawumm!“ um 16 Uhr auf der Hofbühne, im TiK wird das Hörspiel „Das Gewächshaus“ zu hören sein. Auf der Theaterbühne stellen sich um 13.45 Uhr das Ensemble sowie das neue Dramaturgie-Team in einem Kurzformat vor, zudem können sich Zuschauer im Rahmen von Technik-Shows die Bühnen- und Lichttechnik zeigen lassen. Zum Abschluss des Festes feiert die neue Produktion „Discotopien“ des Duos Dr. Thomas Dengler um 20 Uhr Premiere – Sonja Dengler und Maria Thomas begeben sich auf eine Expedition in die Zukunft.

Kostenlose Zählkarten für alle Programmpunkte (mit Ausnahme der Premiere „Discotopien“) können jeweils 30 Minuten vor Beginn der Veranstaltungen vor dem Theater abgeholt werden.


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