Theaterfest in Baden-Baden ein voller Erfolg

Baden-Baden (co) – Das Theater hat sich am Wochenende bei bestem Wetter präsentiert. Am Goetheplatz fand ein coronakonformes Fest mit buntem Programm und Miniführungen statt.

Reger Andrang herrscht beim Theaterfest: Das Motto der beginnenden Spielzeit – „Berühren“ – prangt über dem Eingang. Foto: Conny Hecker-Stock

© co

Reger Andrang herrscht beim Theaterfest: Das Motto der beginnenden Spielzeit – „Berühren“ – prangt über dem Eingang. Foto: Conny Hecker-Stock

Ohne Gedränge, aber dennoch mit reger Resonanz ging das Theaterfest zu Beginn der neuen Spielzeit über die Bühne. Neben dem Haupthaus waren das TIK und die Hofbühne einbezogen, dabei kamen auch die jüngsten Besucher auf ihre Kosten.

Die Matinee für „Verbrechen und Strafe“ bot den idealen Einstieg in den Tag rund ums Theater. Von Chefdramaturgin Kekke Schmidt bestens vorbereitet, vermittelte die unterhaltsame Stunde viel Hintergrundwissen über die Lebensumstände Dostojewskis. Schmidt interviewte dabei Jonathan Bruckmayer in der Hauptrolle des Mörders Rodion Raskolnikow mit seinem „kompliziert-verkniffelten“ Charakter, Michaela Lenhard als Sonja Marmeladowa, die so wichtig wird für ihn, Katharina Kottmeier als Mutter der Hauptfigur und Mattes Herre, der den Staatsanwalt spielt. Der gespaltene, jähzornige, sperrige und ungeduldige Charakter des hochmütigen Dostojewski, der sich selbst als genialen Schriftsteller wähnte, von Turgenjew jedoch lediglich als „neue Pustel auf der Nase russischer Literatur“ gesehen wurde, kam in einem Abriss über sein Leben sehr nachdrücklich ans Licht. Nach dieser sehr spannenden Matinee brauchte man eine gut funktionierende Uhr, um bei dem akribisch ausgearbeiteten Ablaufplan möglichst nichts zu verpassen.

Einblicke in „Der Wind in den Weiden“

Mehrmals im Verlauf des Tages wurden Miniführungen für zehn Personen durch verschiedene Bereiche des Theaters angeboten. Über die Mittagszeit gehörte die Hofbühne den jüngsten Zuschauern. Michaela Lenhard als stets hungriges kleines Geschöpf und König Holger Stolz, der Vater der von Albträumen geplagten und deshalb meist schlaflosen kleinen Prinzessin Schafittchen von Schlummerland, erzählten auf sehr herzige Weise die Geschichte vom Traumfresserchen.

Herrlich frech und witzig gab Stefan Roschy den neugierigen Maulwurf, der wissen wollte, wer ihm auf den Kopf gemacht hat. Sebastian Ganz, Assistent der Technischen Leitung, führte kleine Zaubereien unter anderem mit dem Licht vor und zelebrierte eine Technik-Trommel-Show. Bei der jeweils einminütigen persönlichen Vorstellung der Ensemblemitglieder hatten die meisten Protagonisten eine klare Botschaft. Sich für bedrohte Menschen in Afghanistan einzusetzen, für den Umweltschutz oder Hilfsorganisationen. Andere erzählten Anekdoten oder brachten, passend zum Spielzeitmotto „Berühren“, einen riesigen Ball ins Spiel, fast alle riefen dazu auf, wählen zu gehen. Gemeinsam mit Sonja Dengler gab die neue Leiterin „Junges Theater“ Birga Ibsen Einblicke in „Der Wind in den Weiden“.

Michaela Lenhard und Holger Stolz erzählen auf herzige Weise die Geschichte vom Traumfresserchen. Foto: Conny Hecker-Stock

© co

Michaela Lenhard und Holger Stolz erzählen auf herzige Weise die Geschichte vom Traumfresserchen. Foto: Conny Hecker-Stock

Theaterpädagogin Isabell Dachsteiner bot mit mehreren Schauspielkollegen interaktiv mit dem Publikum Szenen aus „Die Konferenz der Tiere“. Eine Kostümversteigerung fand diesmal nicht statt, dafür wurde die Theaterbühne zum Catwalk bei der Modenschau der Stars.

Das musikalische Programm von Hans-Georg Wilhelm „Das Glück ist a Vogerl“ passte wunderbar auf die Hofbühne, das Jugendtheater präsentierte sich mit dem Film „Mädchen wie die“ zum Thema Mobbing, Effekte aus „Harold und Maude“ wurden gezeigt und Max Ruhbaum parlierte über die Liebe.

Ein Fire Food Truck hatte ebenso Leckeres zu bieten wie der Flammkuchenstand, gerne wurde an den Zweiertischen rund um die Wiese vor dem Theater Platz genommen oder gleich im gemütlichen Liegestuhl.

Zum Artikel

Erstellt:
27. September 2021, 14:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 29sec

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen


Kommentare können für diesen Artikel nicht mehr erfasst werden.