Theresia Bauer betont Engagement

Von Brigitte Henkel-Waidhofer

Stuttgart/Karlsruhe (bjhw) – Das Wissenschaftsministerium wehrt sich: Theresia Bauer gibt Auskunft über Bitten und Gespräche zur gescheiterten Schenkung von Sean Scully an die Kunsthalle Karlsruhe.

Theresia Bauer betont Engagement

Der Künstler Sean Scully hatte seine Schenkung an die Bedingung geknüpft, dass seine Werke in einem noch zu errichtenden Erweiterungsbau ausgestellt werden. Foto: Guido Kirchner/dpa

Die Tonlage wird härter zwischen den Koalitionspartnern sieben Monate vor der Landtagswahl – selbst wenn es um die schönen Dinge geht. Julia Philippi, kulturpolitische Sprecherin der CDU-Fraktion, unterstellt, dass Sean Scullys Schenkung an die Kunsthalle Karlsruhe gescheitert ist, weil „der Dialog nicht erfolgreich geführt worden ist“.

Das Wissenschaftsministerium will diese Kritik nicht auf sich sitzen lassen, weshalb Theresia Bauer (Grüne) jetzt detailliert über Kontakte, Briefe und darüber Auskunft gibt, wie Bitten um weitere Gespräche unbeantwortet geblieben seien.

Philippi ist selber Galeristin, sitzt – als Nachrückerin von Georg Wacker, der an die Spitze von Toto-Lotto wechselte – seit 2018 im Landtag. In einer parlamentarischen Anfrage beklagt sie, dass Scully sein Angebot „enttäuscht zurückgezogen hat“. Für Unmut unter Grünen sorgt allerdings, wie sich die Abgeordnete aus dem Wahlkreis Weinheim in Frageform zu eigen macht, private Unterstützer der Scully-Schenkung hätten den Eindruck gewonnen, die Landesregierung sei „offenbar nicht wirklich an dem Angebot interessiert“ gewesen.

„Wie dieser Eindruck entstanden ist, kann nicht nachvollzogen werden“, antwortet Wissenschaftsministerin Theresia Bauer kühl. „Staatssekretärin Petra Olschowski hatte die Bedeutung der Schenkung für die Kunsthalle Karlsruhe gegenüber dem Künstler und gegenüber den Stiftern in mehreren Gesprächen stets herausgestellt.“ Allerdings habe sie auch die Problematik der zeitlichen Dimension des Erweiterungsbaus thematisiert, ebenso seien „die mit der Schenkung verbundenen Bedingungen problematisiert worden“.

Um Olschowskis Engagement zu unterstreichen, erläutert das Ministerium noch einmal den Ablauf der Verhandlungen. Vor zwei Jahren habe ein erstes Gespräch mit Scully in Stuttgart stattgefunden. In der Folge sei es wiederholt zu Kontakten mit dem potenziellen Stiftern sowie der Leitung der Kunsthalle Karlsruhe gekommen. Die habe selber mit Scully gesprochen, außerdem habe die Staatssekretärin noch zwei Mal mit der Bitte um einen Termin an den Künstler geschrieben.

Kosten müssen geprüft werden

Mitnichten sieht Bauer die Notwendigkeit „die Kommunikation des Landes mit potenziellen Stiftern und Schenkern zu optimieren“, wie Philippi schreibt. Denn Scully habe die Schenkung mit der Bedingung verknüpft, „dass seine Werke dauerhaft in einem noch zu errichtenden Erweiterungsbau ausgestellt werden“. Um einem derartigen Angebot seriös nahetreten zu können, müssten aber Sanierungs- und Bauzeiten, Nachzugsmöglichkeiten, Folgekosten und Fragen der musealen Ausrichtung sorgfältig geprüft werden. Inzwischen eingeschaltet hat sich Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne), um mit Scully über einen Rückzug vom Rückzug ins Gespräch zu kommen. Immerhin einig sind Philippi und das Kunstressort in der Bewertung des Künstlers. Er gelte, so Bauer, „als einer der wichtigsten zeitgenössischen abstrakten Maler“.

Diskussionen um das Schenkungsangebot gab es bereits im Juli, wie Sie hier nachlesen können.