Thomas Gottschalk in der Baden-Badener Fußgängerzone

Baden-Baden (sga) – Profi-Häklerin Elke Hahn hat ihrer Tony-Marshall-Figur in der Lange Straße zwei Bodyguards zur Seite gestellt. Und außerdem hat auch Thomas Gottschalk ab sofort dort seinen Platz.

Zu Besuch bei Tony Marshall: „Der große Blonde“. Foto: Franziska Kiedaisch

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Zu Besuch bei Tony Marshall: „Der große Blonde“. Foto: Franziska Kiedaisch

Sie mag ihn einfach, den „großen Blonden“. Am besten findet Elke Hahn seinen Humor und die Art und Weise, wie er moderiert. Deshalb hat die Weltmeisterin im Pfostenmützenhäkeln zur Wolle gegriffen und kurzerhand einen Thomas Gottschalk gezaubert.

Seit Montag sitzt der Moderator im beigen Anzug auf einem Geländer in der Lange Straße. Allein muss er sich dabei aber nicht fühlen, denn er leistet ja einer weiteren Berühmtheit Gesellschaft. Seit mehreren Wochen verbringt Tony Marshall dort seine Freizeit. Dabei hat er auch schon einiges erlebt – allerdings nicht nur schöne Dinge.

Unbekannte zerstören Tony

Kaum waren die Straßen der Baden-Badener Innenstadt wieder etwas belebt, hat sich Schreckliches in der Lange Straße zugetragen. Unbekannte haben an der gestrickten Figur Hand angelegt – und ihr die Beine abgerissen. Hahn erfuhr davon durch den Anruf einer Anwohnerin, „die sich nach eigenen Angaben täglich an Tony erfreute“ und ihr den zerstörten Musiker schickte.

Die Profi-Häklerin ist erschüttert. Sie sei sehr traurig über so viel Zerstörungswut gewesen. Sofort war ihr klar: Der kleine Kerl muss repariert und wieder an seinen Platz gebracht werden. Dafür ist sie an einem Samstag sogar extra von Leinfelden-Echterdingen in die Kurstadt gereist – und das nicht mit leeren Händen.

Denn wer glaubt, er kommt künftig so leicht an Marshall vorbei, hat sich getäuscht! Ab sofort sitzt nämlich auf jeder Seite jeweils ein Bodyguard neben dem bekannten Musiker. Für den Notfall sogar mit Headset am Ohr – sicher ist sicher.

Muss sich seit Kurzem nicht mehr um seine Sicherheit sorgen: Tony Marshall hat Begleitschutz. Foto: Sarah Gallenberger

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Muss sich seit Kurzem nicht mehr um seine Sicherheit sorgen: Tony Marshall hat Begleitschutz. Foto: Sarah Gallenberger

Und so sorgen ab sofort die Drei vom Geländer für einen Schmunzler bei den Passanten. Aber nicht nur das. Hahn hat sich dabei auch etwas gedacht: „So mache ich auf meine Art klar, dass ich mich dem Vandalismus nicht beuge und auch mit Häkelnadel und Wolle für diese Art der Straßenkunst kämpfe, wenn es sein muss.“ Offensichtlich muss das leider sein. Ein Glück, dass es Menschen wie Elke Hahn gibt – die auch mit nicht ganz so üblichen Mitteln eine besondere Form von Zivilcourage leisten.

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Erstellt:
7. Juli 2021, 11:45 Uhr
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