Tierfreund rettet Igelfamilie in Kuppenheim

Kuppenheim (sawe) – Durch den Einsatz eines Rollstuhlfahrers in Kuppenheim konnten eine angefahrene Igelmutter und ihr Nachwuchs gerettet werden. Sie werden in der Igelstation in Bischweier betreut.

Die verletzte Igelmama wird in Bischweier versorgt. Foto: pr

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Die verletzte Igelmama wird in Bischweier versorgt. Foto: pr

In der NABU-Igelstation Bischweier werden derzeit eine schwer verletzte Igel-Mutter und ihre fünf Jungen aufgepäppelt. Dass sie noch am Leben sind, verdanken sie tierlieben Menschen. Einer davon ist Marco Lepitre. Der hatte das vermutlich von einem Auto angefahrene und in einer Blutlache liegende Muttertier am Samstag um 7.40 Uhr auf der Johann-Schaeuble-Straße in Kuppenheim entdeckt: „Ein trauriger Anblick“, sagt er. Der Igel habe versucht, aufzustehen, es aber nicht geschafft, erzählt Lepitre im BT-Gespräch. Einige Radfahrer, die die Straße passierten, guckten zwar, fuhren aber weiter. Jemand muss sich doch kümmern, hoffte der tierliebe Kuppenheimer. Er selbst konnte den Igel nicht aufheben, da er bis zur Brust querschnittsgelähmt ist und im Rollstuhl sitzt. Nach einem Rundruf im Freundeskreis, was am besten zu tun sei, kam man dann schnell auf Anja Starck, die die NABU-Igelstation ehrenamtlich betreibt. Bis diese eintraf, verharrte der 38-Jährige als Beschützer auf der Straße neben der Igelmama, um zu verhindern, dass sie ein weiteres Mal überfahren wird. „Das war eine megatolle Aktion und superklasse“, lobt Starck diesen tierfreundlichen Akt, der noch weiterging.

Aufruf zur Suche nach dem Igel- Nachwuchs

Die medizinische Fachangestellte hatte festgestellt, dass es sich um ein frisches Muttertier handelt. Also musste irgendwo in der Nähe der vermutlich bald hungrige Nachwuchs sein. Lepitre machte eine Nachbarin darauf aufmerksam und bat auch in den sozialen Medien darum, auf kleine Igel in der Gegend zu achten. Und siehe da: Noch am Abend konnten die fünf Kleinen gesichtet, eingesammelt und zur Igel-Station gebracht werden, berichtet Starck. Derzeit wiegen sie zwischen 136 und 154 Gramm. In den nächsten Wochen sollten sie deutlich an Gewicht zulegen. Falls nicht, bleiben sie über den Winter in der Tierauffangstation. Dort wird auch die Mutter der fünf mit Infusionen und Aufbauspritzen versorgt, sie habe bisher allerdings nur wenig gefressen. Die Tierfreunde hoffen, dass sie durchkommt.

Derzeit wird Heu benötigt

Auch andere junge oder kranke Gäste bedürfen aktuell der Pflege und Zuwendung im Bischweierer Tierhof – so zwei Eichhörnchenbabys, wobei eines operiert werden musste, ein Mauerseglerbaby, das nicht mehr in den Süden fliegen kann und den Winter über im Kirschendorf bleiben wird, zwei Rehkitze und sieben Steinmarder, die zwar bereits wieder draußen leben, aber noch jeden Tag zu ihrem Futterplatz zurückkehren. Weitere sieben Igelbabys zieht zudem eine Freundin von Anja Starck bei sich zu Hause mit der Flasche auf, sonst müsste diese auch noch nachts zur Fütterung in die Station kommen.

Die Arbeit geht also nicht aus, und Spenden sind daher immer willkommen. „Wir sind dringend auf der Suche nach bezahlbarem Heu“, meint Anja Starck, da die Heuernte wegen der Trockenheit „bescheiden“ ausfiel. Hatte man ansonsten von verschiedenen Wiesen rund 30 Rundballen „herausgeholt“, so sind es in diesem Jahr lediglich acht bis neun.

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Erstellt:
1. September 2020, 14:00 Uhr
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