Tierheim in Baden-Baden rettet Igeljunge

Baden-Baden (hez) – Ein Igeljunge wurde gemeinsam mit weiteren Jungtieren in Sinzheim entdeckt und konnte als einziger gerettet und aufgepäppelt werden. Er wird im Baden-Badener Tierheim überwintern.

Der Igeljunge im Tierheim muss noch größer und stärker werden, damit er selbstständig in der Natur überleben kann.Foto: Henning Zorn

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Der Igeljunge im Tierheim muss noch größer und stärker werden, damit er selbstständig in der Natur überleben kann.Foto: Henning Zorn

Wenn im Baden-Badener Tierheim das Notruf-Bereitschaftstelefon klingelt, dann geht es für die Tierschützer oft um die Rettung von Leben. Und dies betrifft nicht nur Hunde, Katzen oder Kaninchen. Auch Wildtiere – viele davon noch recht jung – müssen häufig versorgt und aufgepäppelt werden. Und dies ist meist mit einiger Arbeit verbunden. So wie bei einem kleinen Igeljungen, der momentan im Tierheim betreut wird.

Vor rund sechs Wochen wurde dort per Notruf gemeldet, dass in Sinzheim ein Nest mit neugeborenen Igeln entdeckt worden war, die offensichtlich nicht mehr von der Mutter versorgt wurden. Die Helfer rückten aus und fanden auch die kleinen Igel, die sich in einem schlechten Zustand befanden. Das Muttertier war wohl schon mehrere Tage nicht mehr zum Nachwuchs gekommen, möglicherweise ist es überfahren worden. Die Kleinen waren schon sehr geschwächt.

Trotz aller Bemühungen konnte nur eines der Tiere noch gerettet und aufgepäppelt werden. Und auch das war nicht einfach, da viele gängigen Aufzuchtmittel wegen eines zu hohen Milchzuckeranteils für Igel ungeeignet sind. Schließlich fand man dann die passende Milch für den kleinen Igeljungen, der sich zuletzt ganz gut entwickelt hat.

Rührei als Leibspeise

Er ist neugierig und aufmerksam und hat nun schon Zähne bekommen. Daher ist er nicht mehr auf die Aufzuchtmilch angewiesen, sondern hat eine besondere Vorliebe für Rühreier entwickelt. Schon bald soll er an natürliche Nahrung gewöhnt werden, denn Igel sind eigentlich vor allem Insektenfresser. „Wir werden ihm wohl zunächst einmal Mehlwürmer geben“, erzählt Jessica Reichynek vom Tierheim-Team.

Weil der Igeljunge aber immer noch relativ klein ist, kann er sicherlich nicht vor dem Winter aus menschlicher Obhut entlassen werden. „Daher wird er bei uns als Überwinterungsgast bleiben müssen“, betont Reichynek.

Viel Betreuung braucht auch ein anderer Wildtiergast im Tierheim, den man eigentlich als Patienten bezeichnen muss. Der junge Feldhase war mit einem gebrochenen Bein in der Hahnhofstraße gefunden worden. Der Tierarzt hat das Bein geschient, und nun hoffen alle, dass der Bruch gut verheilt. In etwa zwei Wochen soll dies überprüft werden. Ist alles in Ordnung, dann kann der Hase bald wieder in die Freiheit entlassen werden.

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Erstellt:
10. September 2021, 14:00 Uhr
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