Tierschutzverein blitzt ab

Rastatt (ema) - Mit seinem Antrag, mehr Geld von der Stadt für die Betreuung der Fundtiere im Tierheim zu bekommen, ist der Tierschutzverein im Rastatter Rathaus abgeblitzt.

Der Tierschutzverein plant beim Tierheim den Bau eines weiteren Gebäudes. Foto: Mauderer/Archiv

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Der Tierschutzverein plant beim Tierheim den Bau eines weiteren Gebäudes. Foto: Mauderer/Archiv

Der Rastatter Tierschutzverein kann vorerst nicht auf eine stärkere finanzielle Unterstützung der Stadt Rastatt für den Betrieb des Tierheims rechnen. Für Investitionen in der Einrichtung schlägt die Verwaltung einen anderen Weg vor, den man mit dem Verein abgesprochen habe, wie es im Gemeinderat hieß.
Demnach soll der Verein ein Investitionsprogramm für Bau- und Sanierungsmaßnahmen erstellen, das dann Grundlage für die Beantragung eines Landeszuschusses sein soll. Das Land würde demnach 40 Prozent beisteuern; Kommune und Tierschutzverein müssten sich die restlichen Kosten teilen. Erst wenn dann die Rücklagen des Vereins aufgebraucht sind, soll eine Anpassung der pauschalen Zuwendung durch die Stadt geprüft werden.

Das Tierheim bekommt seit vielen Jahren ein an der Bevölkerungszahl orientiertes Entgelt für den Betrieb. Damit entschädigt die Stadt den Verein dafür, dass er Fundtiere aufnimmt und betreut – eine Aufgabe, für die eigentlich die Kommune zuständig ist. Seit 2009 liegt das städtische Entgelt für die Übertragung der Aufgabe bei 60 Cent pro Einwohner – das bedeutet in der Summe für dieses Jahr knapp 30 000 Euro. Der Tierschutzverein hatte jedoch eine Erhöhung auf ein bis 1,20 Euro pro Einwohner beantragt.

100 Fundtiere im Jahr 2019

Im Rathaus sieht man indes angesichts der finanziellen Situation des Vereins keinen höheren Unterstützungsbedarf. Außerdem begründet die Verwaltung ihre Zurückhaltung mit dem tendenziellen Rückgang der Zahl an Fundtieren – obwohl im vergangenen Jahr mit 100 Fundtieren eine abrupte Steigerung registriert wurde.

Die Vereinsvorsitzende Sibylle Fritz zeigt sich enttäuscht von der ablehnenden Haltung der Verwaltung. Sie vermutet, dass die Stadt vor allem die durch Erbschaften angestiegenen Rücklagen des Vereins heranführt. Doch die würden „schmelzen wie der Schnee in der Sonne“. Unterm Strich arbeite der Verein defizitär. Dabei müsse man dringend den Bau eines neuen Gebäudes angehen, in dem eine Hundehalle sowie Sozialräume für die Mitarbeiter untergebracht werden. Diese Maßnahme hat man jetzt erst mal ins Jahr 2021 geschoben – wohl wissend, dass der eigentlich gesetzeswidrige Zustand der Zwinger nur geduldet werde.

Auf die politische Unterstützung der SPD kann der Verein weiter zählen, wie Fraktionschef Joachim Fischer am Ratstisch bekräftigte. Der Verein übernehme eine kommunale Aufgabe und werde dafür nicht „auskömmlich und fair“ bezahlt. Ihren Antrag auf Erhöhung der Kostenerstattung will die SPD-Fraktion deshalb noch mal aufgreifen.


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