Touristisches Eichhörnchen wandert in Baden-Baden

Von BT-Redakteurin Sarah Gallenberger

Baden-Baden (sga) – In Baden-Baden sorgt ein Eichhörnchen für Heiterkeit, das von Balkon zu Balkon springt. Klar wird: Eine Leserin und eine BT-Redakteurin teilen sich den wandernden Nager.

Touristisches Eichhörnchen wandert in Baden-Baden

Erwischt: Wenn es in der oberen Etage nichts mehr zu futtern gibt ... Foto: Claudia Strack

Claudia Strack gehört nicht zu den Menschen, die sich während der Pandemie bewusst ein Haustier zugelegt haben. Die Baden-Badenerin hatte gar keine andere Wahl. Denn das Eichhörnchen, das sich auf ihrem Balkon besonders wohlzufühlen scheint, hat noch nicht mal an der Scheibe geklopft, bevor es sich dort seinen Zweitwohnsitz eingerichtet hat.

Woher der kleine Vierbeiner überhaupt kommt und ob Streitereien mit den anderen Nagern vielleicht der Grund für die regelmäßigen Ausflüge auf Frau Stracks Balkon sind, hat er bisher nicht erzählt. Miete zahlt er jedenfalls nicht – und das, obwohl er mittlerweile ganz schön viel für sich beansprucht. „Das kleine Eichhörnchen hat in meinen Blumenkästen insgesamt über 40 Nüsse verbuddelt“, schreibt uns die BT-Leserin. Beim Blumensetzen habe sie den Vorrat entdeckt, den sie extra auf einen kleinen Teller daneben gestellt habe. Doch das hält das Eichhörnchen nicht davon ab, fleißig weiter in den Pflanzen zu buddeln: „Jetzt meint es, es müsse noch mehr geben. Leider vertragen das die Blumen nicht so gut. Es hält sich aber an die Coronavorschrift und kommt nur alleine!“

Ein unerwarteter Zufall

Sie können sich vorstellen, liebe Leser, wie wir uns über diese Nachricht gefreut haben: „Das muss ins Blatt“, dachten wir. „Tiere gehen immer.“ Vor allem ich habe mich dabei besonders angesprochen gefühlt – schließlich haust auch auf meinem Balkon seit ein paar Monaten ein Eichhörnchen, das sich noch nicht mal davon abschrecken lässt, wenn ich zeitgleich auf dem Balkon sitze.

Also schrieb ich unserer Leserin und berichtete ihr von meinem tierischen Freund, den ich mittlerweile auf den Namen „Amando“ getauft habe. Bildlich gesprochen, versteht sich. Es dauerte keine paar Stunden, da trudelte auch schon die Antwort der Baden-Badenerin ein. Ob Amando und mein Eichhörnchen zufällig die gleiche Hausnummer hätten? Ich wurde stutzig und sah bei den Bildern der Leserin noch mal genauer hin. Und tatsächlich: Nicht nur das Balkongeländer kam mir bekannt vor. Auch die Ähnlichkeit der Nager liegt ja wohl auf der Hand! Denn Sie wissen ja, liebe Leser, eine Mutter erkennt ihr Kind sofort. Und so war auf einmal alles klar: Bei Frau Strack muss es sich um meine Nachbarin handeln.

Zugegeben: Ein wenig Eifersucht kam bei der Geschichte schon auf. Immerhin hatte ich wochenlang geglaubt, ich sei für Amando unersetzbar. Aber so sind sie, die Männer: Wenn’s bei der einen nichts mehr zu holen gibt, wird sich schnell umorientiert. Wie dem auch sei: Amando scheint zu wissen, wo er sich wohlfühlt. Und mittlerweile haben sich alle Beteiligten an die Situation gewöhnt.