Traditionsgaststätte steht seit Wochen leer

Bühl (cn) - Vorbei die Zeiten, als es im Traditionslokal „Zum Lamm“ in Kappelwindeck leckeres Essen gab: Die Corona-Krise hat dem Betrieb wohl den Todesstoß versetzt.

David Molnar ist auf der Suche nach neuen Pächtern für die Kappelwindecker Traditionsgaststätte „Zum Lamm“. Foto: Christina Nickweiler

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David Molnar ist auf der Suche nach neuen Pächtern für die Kappelwindecker Traditionsgaststätte „Zum Lamm“. Foto: Christina Nickweiler

Alle Rollläden am Gasthaus „Zum Lamm“ in Kappelwindeck sind heruntergelassen. Die Sommerblüher in den Blumenkübeln auf den Fensterbänken sind vertrocknet. Seit Wochen sind in dem Traditionsrestaurant die Schotten dicht, und das nur nach einem Jahr, seit ein Pächterwechsel stattgefunden hat. „Der Gaststättenbetrieb hat vielversprechend begonnen. Ich habe das Pächterpaar als junge ambitionierte Betreiber kennengelernt“, erzählt David Molnar, der seit rund acht Jahren Eigentümer des Gebäudes ist. Der Küchenmeister sei jedenfalls vom Fach gewesen. „Ich mochte die Speisen. Aber es ist schade, dass jetzt gar nichts mehr geht.“, zeigt sich Molnar betrübt über die Entwicklung. Er vermutet, dass die Corona-Krise dem Betrieb vollends den Todesstoß gegeben habe. Es sei ohnehin schwierig, nach kurzer Zeit in der Gastronomie Fuß zu fassen. Das sei ein Prozess von rund drei Jahren, bis sich ein Restaurant mit Küche und Personal bei den Gästen etabliert habe.

Ausstehende Miete im vierstelligen Bereich

„Sicher hätte sich das Paar eine längere Anlaufzeit gewünscht. Mit Corona hat keiner gerechnet“, sieht der Eigentümer die Hauptursachen bei dem Niedergang des Gaststättenbetriebs. Gleichwohl hätten andere Gastronomen mit Corona ähnlich schlimme Situationen erlebt, hätten aber mit Lieferangeboten für Speisen einen möglichen Weg gefunden, mit der Corona-Krise irgendwie klarzukommen, äußert sich Molnar gegenüber dem Badischen Tagblatt.

Aus seinen Ausführungen ist zu entnehmen, dass es wohl seit Wochen schon keinen Kontakt zwischen den Pächtern und ihm gibt. „Ich würde gerne wissen, was geht?“, zeigt sich Molnar etwas ratlos. Auf die Frage des BT, ob ausstehende Mietzahlungen sich in einem vierstelligen Bereich bewegen würden, lautet Molnars Antwort: „locker“.

Er selbst habe das Gebäude, das zu Beginn des 20. Jahrhunderts gebaut worden war, über ein Bankdarlehen finanziert. „Auch ich muss meinen Verbindlichkeiten der Bank gegenüber nachkommen“, schildert der ehemalige Profi-Volleyballer der Bisons Bühl die Situation. Nach seiner Volleyballer-Karriere hat der Wirtschaftsingenieur eine Tätigkeit bei einem großen Bühler Autozulieferer gefunden. Aber auch dort habe es zu Zeiten der strikten Kontaktbeschränkungen Kurzarbeit gegeben, betont Molnar.

In diesen Tagen ist Molnar damit beschäftigt, möglichst bald einen neuen Betreiber für das Traditionshaus zu finden. Eine „gute badische Küche“ oder eine „erlesene Balkanküche“, mit der sich die Gaststätte vor vielen Jahren einst einen ausgezeichneten Ruf erworben hat, könnte sich Molnar, der selbst ungarische Wurzeln hat, sehr gut für den Betrieb vorstellen.

Ihr Autor

Christina Nickweiler

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Erstellt:
2. August 2020, 19:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 12sec

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