Trägerwechsel bringt Neuerungen in Kitas

Loffenau (stj) – Vor dem Trägerwechsel in den beiden Kindergärten hat der Loffenauer Gemeinderat Neuerungen bei den Betreuungsformen, im Personalschlüssel und den Elternbeiträgen beschlossen.

Auch der Kindergarten Kirchhaldenpfad ist ab 1. August 2021 unter neuer Trägerschaft. Das bringt einige Neuerungen mit sich. Foto: Stephan Juch

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Auch der Kindergarten Kirchhaldenpfad ist ab 1. August 2021 unter neuer Trägerschaft. Das bringt einige Neuerungen mit sich. Foto: Stephan Juch

Einige Eltern, insbesondere Familien mit nur einem Kind, müssen sich nun auf ein deutliches Plus bei den Kindergartengebühren einstellen. In der Ganztagsbetreuung bedeutet dies im Vergleich zur aktuellen Situation etwa 59 Euro mehr pro Monat, bei verlängerten Öffnungszeiten (VÖ) rund 37 Euro. Neben den Elternbeiträgen hat der Gemeinderat am Dienstagabend weitere Neuerungen für die zwei Loffenauer Kindergärten beschlossen.

Auslöser ist der Trägerwechsel von der Evangelischen Kirche zum Diakonieverband Nördlicher Schwarzwald, der zum 1. August in Kraft tritt. Es sei sinnvoll, dass dann auch die neuen Regelungen bezüglich Betreuungsformen, Personalschlüssel und Elternbeiträgen greifen, erläuterte Bürgermeister Markus Burger. Er und sein Verwaltungsteam ernteten vom Gemeinderat einhelliges Lob für die umfangreiche und nachvollziehbar dargestellte Sitzungsvorlage. Ziel sei ein möglichst reibungsloser Übergang, betonte Burger. Diesem scheint nach dem einstimmig gefassten Beschluss und dem damit dokumentierten kommunalpolitischen Rückhalt nichts mehr im Weg zu stehen.

Die Gemeinde Loffenau wäre ohnehin zum Handeln gezwungen gewesen, liegt ihr Jahresdefizit im Kitabereich doch seit Jahren deutlich über dem vergleichbarer Gemeinden und auch über dem der Nachbarkommunen. Vor allem die Ganztagsbetreuung, die teuerste Betreuungsform, wird vergleichsweise sehr günstig angeboten. Dort liegt Loffenau mit 17,44 Euro je Stunde um 6,59 Euro je täglicher Betreuungsstunde unter dem Durchschnitt; bei VÖ sind es noch 3,93 Euro Differenz. Die Beiträge sollen nun schrittweise auf das Niveau der umliegenden Gemeinden angehoben werden, um sie dann künftig entsprechend der Empfehlung der kommunalen Spitzenverbände jährlich anzupassen.

Sozialstaffelung auf württembergisches Modell umgestellt

Durch den ebenfalls beschlossenen Wechsel vom badischen auf das württembergische Modell kann es trotzdem dazu kommen, dass Familien mit mehreren Kindern künftig günstiger fahren. Burger rechnete anhand zweier Beispiele vor, dass diese Sozialstaffelung zu Einsparungen führen kann, weil sie alle Kinder unter 18 Jahren eines Haushalts berücksichtigt – nicht wie das badische Modell, bei dem nur alle Kinder eines Haushalts zählen, die gleichzeitig entweder den Kindergarten Brunnengasse oder Kirchhaldenpfad besuchen.

Bei den Betreuungszeiten gibt es in Loffenau ab August mehr Wahlmöglichkeiten. Zu diesen werde in Kürze eine Onlinebefragung unter den Eltern stattfinden, kündigte Burger an. Diese können dann wählen, ob sie ihre bisherige Betreuungszeit behalten oder lieber wechseln wollen. Damit bestünde auch die Möglichkeit, etwaige Kostensteigerungen etwas abzufedern. Denn es werde wohl zu „Härtefällen“ kommen, wie Wolfgang Reik (SPD & Aktive Loffenauer Bürger) im Bezug auf die Mehrbelastung für die Eltern von Einzelkindern oder Alleinerziehende mutmaßte. „Die Erhöhung ist zumutbar“, meinte Reiner Singer (Freie Wähler) und verwies auf die umliegenden Gemeinden, die sich dann auf dem gleichen Niveau befinden wie Loffenau.

„Das Vorgehen ist sehr sinnvoll“, lobte Bertram Herb den ganzen Komplex der neuen Kinderbetreuung unter dem Dach des Diakonieverbands. Das gilt auch für den Personalschlüssel, der mit insgesamt 18,3 Stellen in den beiden Kindergärten Kirchhaldenpfad und Brunnengasse gegenüber der aktuellen Situation 0,95 Stellen weniger vorsieht.


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