Trainer Geisler mit positiver Grundstimmung

Iffezheim (wb) – Nach einem „dicken blauen Auge“ im vergangenen Jahr blickt Galoppertrainer Gerald Geisler zuversichtlich in die Zukunft.

Nach seinem Debütsieg in Mannheim reitet Trainergattin Eva-Maria Geisler Smaragd auch in Mülheim zum Sieg. Foto: Klaus-Jörg Tuchel

© tuch

Nach seinem Debütsieg in Mannheim reitet Trainergattin Eva-Maria Geisler Smaragd auch in Mülheim zum Sieg. Foto: Klaus-Jörg Tuchel

Die Corona-Pandemie hat auch den deutschen Galopprennsport bis ins Mark getroffen. Zwei Monate lang gab es im vergangenen Jahr keine Rennen auf deutschen Bahnen, noch vier Wochen länger dauerte die Sperre für deutsche Pferde in Frankreich. Das hat natürlich auch die Bilanzen der Iffezheimer Trainer schwer belastet. Einige Einbußen musste 2020 deshalb auch Gerald Geisler hinnehmen, der aber keineswegs das große Klagelied anstimmt. „Wir haben das Jahr 2020 überstanden. Beruflich bin ich mit einem dicken blauen Auge davongekommen. Privat war es eine schöne, weil entschleunigte Zeit mit der Familie“, blickt der gebürtige Wiener, der seit elf Jahren in Iffezheim tätig ist, keineswegs im Zorn zurück.

Natürlich haben die corona-bedingten Einbußen wehgetan. Nur 13 Siege standen Ende 2020 zu Buche, drei weniger als im Vorjahr. Auch die Gewinnsumme reduzierte sich um 44.000 auf 104.000 Euro. Was allerdings kein Wunder ist, denn dem Geisler-Stall fehlte ein herausragendes Pferd. Zudem wurden im deutschen Galoppsport die Rennpreise drastisch reduziert. Statt 36 stehen jetzt nur noch 29 Pferde im Rennstall, wobei Geisler betont: „Als Folge der Pandemie habe ich keinen Besitzer verloren.“ Und der 43-Jährige rechnet damit, dass nach der Fertigstellung der neuen Sandbahn vielleicht noch das ein oder andere Pferd in den Stall kommt: „Dann haben wir nämlich die modernste Trainingsbahn in ganz Deutschland.“

Pause hat auch positive Aspekte

Zuletzt versuchte Geisler, seine Pferde im eigenen Galoppierring sowie auf den Bahnen in Haßloch und Mannheim auf Vordermann zu bringen. Das ist natürlich ein riesiger Aufwand, wenn es mit bis zu acht Pferden zum Training geht: „Da müssen wir jetzt durch. Im Übrigen finde ich es herausragend, dass die neue Sandbahn von privaten Investoren gebaut wird. Da bin ich sehr dankbar.“ Die verzögerte Saisonvorbereitung werde sich allerdings bei den Pferden auswirken: „Einige werden vier Wochen später rauskommen als geplant.“ Doch Geisler, der seit zwanzig Jahren Trainer ist, gewinnt der längeren Pause sogar Positives ab: „Den Pferden scheint die Verzögerung gutzutun.“

Überhaupt geht Geisler mit einer positiven Grundstimmung in die neue Saison, obwohl in der Trainingszentrale nur noch rund 130 Pferde stehen. Zu besten Zeiten waren es über 200. „Ich hoffe, dass ich nicht zu optimistisch bin. Doch ich glaube fest daran, dass es wieder bergauf geht. Wir haben die neue Sandbahn, Baden Galopp hat die Iffezheimer Bahn übernommen, es gibt den tollen Förderverein und der Verband hat mit Daniel Krüger einen Vollblutmenschen als Chefmanager erhalten“, blickt Geisler zuversichtlich in die Zukunft.

Im eigenen Rennstall setzt Geisler auf eine Handvoll Dreijähriger: „Das Ziel ist, mit ihnen in hochwertigen Rennen Chancen zu haben. Alle Dreijährigen werden uns Freude bereiten.“ Zu ihnen gehört auch die Stute Leevke aus dem Stall Herb (Werner Herb, Günzburg), die bei ihrem Debüt am 11. Oktober 2020 in München eindrucksvoll gewann. Anschließend gab es Angebote im sechsstelligen Bereich. Die schnelle Stute blieb aber im Geisler-Stall und soll dort noch für viel Freude sorgen. Ein außergewöhnliches Pferd ist sicherlich auch Smaragd aus dem Besitz von Hans-Werner Seidel. Er feierte mit sechs Jahren am 24. Oktober in Mannheim sein Rennbahndebüt und gewann auf Anhieb. Am 26. Dezember legte er in Mülheim mit Eva-Maria Geisler im Sattel gleich noch einmal nach. „Ich weiß nicht, was er die ganzen Jahre gemacht hat“, schmunzelte Gerald Geisler damals.

Weitere Trainer-Porträts der BT-Stallparade finden Sie hier:

Trainer Gülcher setzt auf Cork und Hard Talk

Galopp: Kujath will wieder aufs Podest

Trainer-Neuling Batistic mit Premiere zufrieden

Trainerin Whitfield peilt wieder Heimsiege an

Sechs Pferde im Himmel-Stall

Trainer Weber peilt zehn Siege an

Gute Struktur im Bocskai-Stall

Zum Artikel

Erstellt:
12. April 2021, 16:22 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 53sec

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen


Kommentare können für diesen Artikel nicht mehr erfasst werden.