Trainer Gülcher setzt auf Cork und Hard Talk

Iffezheim (moe) – Galoppertrainer Wolfgang Gülcher will mit seinen Pferden nach der schwierigen Vorsaison an das starke Jahr 2019 anknüpfen.

Wolfgang Gülcher mit seinem Schimmel Sound Speed, im vergangenen Jahr zweifacher Sieger. Foto: Moritz Hirn

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Wolfgang Gülcher mit seinem Schimmel Sound Speed, im vergangenen Jahr zweifacher Sieger. Foto: Moritz Hirn

Wenn Wolfgang Gülcher über die vergangenen Monate spricht, schwingt auch eine ganze Menge Dankbarkeit mit. Das mag auf den ersten Blick vielleicht verwundern, schließlich verlief die Galoppsaison 2020 auch für den 63-Jährigen alles andere als rosig. Umso mehr, findet der Trainerroutinier, „müssen wir ein großes Dankeschön an die Besitzer richten, dass sie das alles mitmachen“.

Nachdem im vergangnen Jahr die Saison aufgrund der Pandemie quasi halbiert wurde, waren es heuer für einen Großteil der Trainer die Standortnachteile durch die Bahnsanierung in Iffezheim. Die Trainingsmöglichkeiten waren extrem eingeschränkt für all diejenigen, die wie Gülcher nicht ins elsässische Wissembourg oder nach Mannheim ausgewichen sind. Diese zweite zwangsweise Pause, weiß Gülcher, „hätten die Besitzer nicht mitmachen müssen“ – sondern ihre Pferde auch dauerhaft andernorts unterbringen können.

Im Fall des Routiniers, dessen Vater Siegfried die hiesige Trainingszentrale 1963 gegründet hat, haben sie das aber nicht getan. Auch wenn Gülcher das mit seiner ruhigen, bisweilen zurückhaltenden Art nie sagen würde, aber angesichts der schwierigen Umstände darf man das durchaus als Kompliment verstehen. Klar ist: „Die Besitzer schätzen meine Arbeit“, so Gülcher.

Beste Siegquote der Trainingszentrale

Und die war trotz des coronabedingten Wegfalls vieler Rennen in Frankreich, wo Gülcher mit seinen jenseits des Rheins gezogenen Pferden fast ausschließlich an den Start geht, nicht zu verachten. Mit Erfolgen von Sasuka – die Linkskurs-Spezialistin des Baden-Badener Ehepaars Moser ist die Ausnahme im frankophilen, acht Pferde starken Stall –, Sonoma sowie zwei Siegen von Sound Speed, der in den Farben von Trainergattin Sonja galoppiert, gelangen zwar insgesamt nur vier Volltreffer, bezieht man aber die nur 33 Starts ein, kam Gülcher auf eine respektable Siegquote von 12,12 Prozent. Besser war kein anderer Iffezheimer Trainer. Dennoch: „Man kam einfach auf keine Gewinnsumme“, bilanziert Gülcher.

Das wiederum hatte auch mit dem starken Jahr 2019 zu tun: Kandidaten wie Cork oder Hard Talk hatten es in der vergangenen Saison aufgrund ihrer erhöhten Marken schwer. Immerhin hatte Gülcher in der zweiten Jahreshälfte das Glück, dass ein Großteil seiner Schützlinge „runtergelaufen ist und nun mit einer guten Marke anfangen kann“. Trotz der Tatsache, dass seine Pferde, die er immerhin im stalleigenen Trabring in Bewegung halten konnte, wohl erst beim zweiten Ritt, also etwa Mitte Juni, konkurrenzfähig sein werden, schätzt der Trainer, dass er in der verbleibenden Zeit „mehr reißen kann als vergangenes Jahr“.

Als aussichtsreiche Kandidaten gelten diesbezüglich mit ihrem nun geringeren Valheur erneut Cork, Hard Talk (Gülcher: „Mein bestes Pferd im Stall) und Sound Speed sowie mit leichten Abstrichen Neuzugang Sa Sal, der zusammen mit Halbbruder Son Pardo aus dem mittlerweile aufgelösten Stall von Lennart Hammer-Hansen ins Quartier von Wolfgang Gülcher gewechselt ist.

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Ihr Autor

BT-Redakteur Moritz Hirn

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Erstellt:
12. April 2021, 15:59 Uhr
Lesedauer:
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