Trainer Weber peilt zehn Siege an

Iffezheim (ket) – Nach dem schwierigen Jahr 2020 ist Galoppertrainer Manfred Weber gut in die Saison gestartet – unter anderem dank Sandbahnstar Taurus.

Familienangelegenheit: Manfred Weber mit seinen Töchtern Berit (im Sattel in Lavelle d‘Or) und Rieke. Foto: Sabine Effgen

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Familienangelegenheit: Manfred Weber mit seinen Töchtern Berit (im Sattel in Lavelle d‘Or) und Rieke. Foto: Sabine Effgen

Es liegt eine ganze Menge Lebenserfahrung in den Worten von Manfred Weber, und ein guter Schuss fatalistische Gelassenheit natürlich auch. „Schlimmer geht immer“, sagt der 64-jährige Galopptrainer also, was weit düsterer klingt als es gemeint ist. Natürlich: Die Lage im deutschen Galoppsport war schon vor Corona ernst, das Virus hat sein Übriges getan. Ins Jammern verfallen will Weber dennoch nicht, schon deshalb, weil es nichts bringt. Natürlich war es im Grunde genommen nur eine halbe Saison, die seine Schützlinge im Vorjahr Rennen bestreiten konnten. Und selbstredend wurden die Rennpreise hierzulande halbiert und es gab also weniger zu verdienen. Aber immerhin: Es fanden – trotz Corona – Rennen statt und es gab Preise. Aus beidem galt es, das Beste zu machen. In Webers Fall hieß das im Jahr 2020: 94 Starts, vier Siege, 28 Plätze sowie eine Gewinnsumme von 54.262 Euro. „Dafür, dass wir nur eine halbe Saison hatten, ging’s noch einigermaßen. Am Ende sind wir mit einem blauen Auge davon gekommen“, beurteilt der gebürtige Saarländer diese Kennziffern.

Vor allem in der zweiten Jahreshälfte kamen die Weber-Pferde in Schwung. Zephir, mit mittlerweile neun Jahren der Oldie im Stall, sorgte Anfang August in Montier-en-Der für den ersten Sieg. Der mittlerweile dreijährige Saint Fiacre, das jüngste der insgesamt 17 Weber-Pferde, in Vittel für den lukrativsten und sportlich wertvollsten. Zudem gewannen Tornaldo in Lyon sowie Taurus in Dortmund.

Taurus als Star der Sandbahnsaison

Die drei Letztgenannten sind auch die Hoffnungsträger für diese Saison, wobei ein Teil dieser Hoffnung bereits Realität geworden ist: Drei Rennen bestritt Taurus bislang in diesem Jahr, drei Mal war er der Sieger. Damit ist er einer der Stars dieser Sandbahnsaison, was auch beim Trainer Lust auf mehr geweckt hat. „Er sollte möglichst bald auch auf Gras gewinnen“, sagt Weber jedenfalls. Als weitere Siegkandidaten aus seinem Stall gelten Deliver Storm, der nachholen soll, was ihm in der vergangenen Saison durch einen Bruch des Fesselbeins verwehrt geblieben war, und Pure Emotion.

Auf die Saison vorbereitet hat Weber seine Pferde aufgrund der Erneuerung der Iffezheimer Sandbahn im elsässischen Wissembourg, die meisten von ihnen standen in einer der Boxen des dortigen Rennvereins. Der sei ihm und auch den Trainerkollegen Bocskai und Batistic zwar „sehr entgegengekommen“, einen „höheren Aufwand“ hat der zwischenzeitliche Umzug samt der damit verbundenen Pendelei des Trainer- und Pflegepersonals dennoch verursacht. Umso mehr hofft Weber, dass die gerade fertiggestellte Sandbahn in Iffezheim die von den Trainern in sie gesetzten Erwartungen erfüllt – und dann auch wieder neue Besitzer mit neuen Pferden ins Renndorf lockt.

Was die Zahl der Siege anbelangt, hat Weber dank Taurus die Vorjahresmarke fast schon erreicht – und das, noch bevor die Saison so richtig in Schwung gekommen ist. „Es ist immer gut, wenn man so einen Start hinlegt“, stellt Weber fest, weil es zum einen zeige, dass man in der Vorbereitung nicht allzu viel falsch gemacht hat und zum anderen Selbstsicherheit gibt.

Zu was das in dieser Saison führen kann und soll? „Ich hoffe, dass wir die Zehn vollmachen können“, sagt Weber. Selbst eine andere Zahl hält er nicht für ausgeschlossen, zumindest nicht gänzlich. 480 Siege hatte er bis vergangenes Jahr als Trainer gesammelt, drei sind 2021 schon hinzugekommen, fehlen also „nur“ noch 17, um die 500er-Marke zu knacken. „Wenn es sehr gut läuft, ist das möglich“, sagt Weber.

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Ihr Autor

BT-Redakteur Frank Ketterer

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Erstellt:
12. April 2021, 16:34 Uhr
Lesedauer:
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