„Travelling People“ wieder in Ottersweier

Ottersweier (mf) – Freude und Leidenschaft: Familie Simmance haben in der „Zunftstubb“ der „Otterschwierer Leimewängscht“ begeistert. Die „Travelling People“ sind nicht zum ersten Mal dort gewesen.

Die „Travelling People“ Chris und Julia Simmance mit Tochter Zara sind gerne und häufig in Ottersweier zu Gast. Foto: Martina Fuß

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Die „Travelling People“ Chris und Julia Simmance mit Tochter Zara sind gerne und häufig in Ottersweier zu Gast. Foto: Martina Fuß

Auch wenn sie im Süden Frankreichs leben, lange Jahre im Wohnmobil unterwegs waren und sich als „Travelling People“, als Reisende bezeichnen, so kommen sie doch immer wieder nach Ottersweier zurück: Die Musikerfamilie Chris und Julia Simmance mit Tochter Zara.

Chris Simmance ist jener Musiker, der die Kleinkunstbühne der „Otterschwierer Narrenzunft Leimewängscht“ am häufigsten bespielt hat. Daraus entstanden ist eine langjährige Freundschaft zu Linus Maier, der für die Kleinkunstreihe in Ottersweier verantwortlich zeichnet.

„Meine Frau und ich haben ihn vor vielen Jahren zum ersten Mal beim Töpfermarkt in Iffezheim gehört und es war musikalische Liebe auf den ersten Blick. Uns war sofort klar, diese Musik passt in die Zunftstubb“, erinnerte Linus Maier an die vielen folgenden Auftritte in der heimeligen Gaststube der Narren. Das Heimelig-Gemütliche fehlt natürlich bei den derzeitigen Auftritten im Gemeindezentrum, denn die Distanz zwischen Bühne und Besuchern ist groß. „Es ist ein ungewohnter Ort für ein solches Konzert, aber wir sind froh, dass wir überhaupt wieder eines veranstalten können und dass die Künstler wieder auftreten dürfen“, so Maier bei der Begrüßung.

Mit Rucksack und Gitarre durch Europa

Chris Simmance tourte einst mit Rucksack und Gitarre durch Europa, suchte nach seiner Bestimmung, denn ihm war klar, dass er „irgendwas Künstlerisches“ machen wolle. Als Straßenmusiker lebte er glücklich und so galt der erste Song diesem freien Leben: „I love to sing for you on the Street and the People I meet“. Dieses Lied ist Programm, denn an diesem Abend spürt man Simmance Freude und Leidenschaft für die Musik und das Singen. Die Gitarre musste er aber längst ablegen, die Finger machen die schnellen Griff-Wechsel nicht mehr mit. Mittlerweile hat er für die Lieder, die alle aus der eigenen Feder stammen, Takt für Takt Playback-Musik eingespielt. Ehefrau Julia begleitet alle Titel live mit der Geige. Auch sie singt selbst geschriebene Songs, wie jener, der ihr „Vagabundenleben“ beschreibt. Ganz unbeschwert, mit zarter Stimme singt sie, warum sie dieses so liebt: „Wir sind jetzt hier, ich bin bei mir, jeden Tag am Ziel.“

Auch die Tochter ist dabei

Chris Simmance stammt aus England und singt in seiner Muttersprache: „New Town Feeling“ erzählt vom Ankommen in einer neuen Stadt, in deren Straßen er auftreten wird, „Just an old Man“ von einem hochbetagten Straßenmusiker, den er bewundert. Julia textet sowohl in Deutsch als auch in Englisch und Französisch, schließlich lebt die Familie seit der Geburt der Tochter in Süd-Frankreich. Kein Wunder also, dass die neunjährige Zara drei Sprachen spricht und auch schon Musik macht. Selbstbewusst tritt sie auf die Bühne zu Papa und Mama und singt mit erstaunlich routinierter Stimme zwei Lieder. Natürlich – wie in der Familie Simmance üblich – solche Lieder, die sie selbst geschrieben hat. Das eine, weil ihr langweilig war und das andere, weil der neue Kater so lustig aussah.

Wenn Chris und Julia im Duett erklingen, dann ist das sehr eindringlich und sehr schön und es lässt die Gäste von einem unbeschwerten Abend in einem englischen Pub träumen.

Kein Wunder, dass die beiden immer wieder nach Ottersweier eingeladen werden.

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Erstellt:
3. November 2021, 14:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 38sec

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