Trotz Warnstufe: Regio-Fußball atmet auf

Baden-Baden (rap) – Ab Mittwoch tritt in Baden-Württemberg die Warnstufe in Kraft – verbunden mit Auswirkungen für den Sport. In geschlossenen Räumen ist für Ungeimpfte nun ein PCR-Test notwendig.

Trotz Warnstufe: Regio-Fußball atmet auf. Foto: Frank Seiter/Archiv

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Trotz Warnstufe: Regio-Fußball atmet auf. Foto: Frank Seiter/Archiv

Die Corona-Infektionen nehmen seit Wochen rasant zu, auch die Intensivstationen in den Krankenhäusern verzeichnen wieder einen Anstieg, der ab heute Konsequenzen mit sich bringt: Da am Dienstag mit 284 Intensivbetten in Baden-Württemberg an zwei aufeinanderfolgenden Werktagen die Marke von 250 überschritten wurde, hat das Land nun die Warnstufe ausgerufen – auch mit Folgen für den Sport.

In geschlossenen Räumen greift nun das 3G-Modell, was bedeutet, dass nicht geimpfte Sportler und Zuschauer nur noch mit einem PCR-Test Einlass erhalten. Davon betroffen sind etwa Sportarten wie Handball, Basketball, Volleyball oder Tischtennis. Dagegen kommen ungeimpfte Fußballer oder Leichtathleten glimpflich davon, denn für Sportarten im Freien gilt zwar ebenfalls das 3G-Modell, jedoch lediglich mit einem Schnelltest.

Prinzipiell gilt weiterhin, dass Kinder bis einschließlich fünf Jahren von der Testpflicht beziehungsweise dem Zutritts- und Teilnahmeverbot ausgenommen sind. Dasselbe gilt auch für alle Schüler, die grundsätzlich als getestet gelten. Sie sind zudem in der Alarmstufe (ab 390 Intensivbetten) von der 2G-Regelung ausgenommen.

Voncina zeigt sich erfreut

Selbst wenn in absehbarer Zeit die Alarmstufe ausgerufen werden sollte, dürfte die Saison im regionalen Fußball nicht auf der Kippe stehen. Während in geschlossenen Räumen das 2G-Modell (Einlass und Ausübung nur noch geimpft oder genesen möglich) gilt, wäre Sport im Freien weiterhin mit einer 3G-Regelung gestattet – dann mit einem PCR-Test.

„Ich bin schon erleichtert, dass, selbst wenn die Alarmstufe irgendwann ausgerufen werden sollte, der Fußball weiterhin mit 3G möglich ist“, sagt Vito Voncina, wenngleich der Vorsitzende des Bezirks Baden-Baden betont: „Viele Spieler sind bereits geimpft, die Quote ziemlich hoch.“ Das jedenfalls hätten ihm etliche Vereinsvertreter, mit denen er im Austausch ist, versichert.

„Die hohe Impfquote und der erlaubte Trainings- und Spielbetrieb mit dem 3G-Modell auch bei einer eventuellen Alarmstufe erhöhen die Hoffnungen, dass wir nach zwei Corona-Runden endlich wieder ein Saisonende mit sportlicher Wertung erleben werden“, sagt Voncina, der eine Unterscheidung zwischen Sport in geschlossenen Räumen und im Freien für richtig hält. „Bis auf eine Ausnahme, die auf ein Vereinsfest zurückzuführen war, hatten wir nie Kollektivfälle im Fußball-Bezirk zu verzeichnen. Der Großteil der Vereine achtet penibel auf die Hygienekonzepte und hält sich an die Corona-Regeln. Außerdem sagen nahezu alle Mediziner, dass Sport im Freien kein Infektionstreiber ist“.

Manz: „Werden das bewerkstelligen“

Während König Fußball aufatmen kann, kommen auf die Hallensportarten verschärfte Regeln zu. Arnold Manz will sich aber von der ganzen Verordnungs-Problematik „nicht verrückt machen lassen. Wir lassen es auf uns zukommen und setzen die Vorschriften dann um“, sagt der sportliche Leiter und Trainer der Drittliga-Handballerinnen der SG Steinbach/Kappelwindeck.

Die vergleichsweise entspannte Haltung hat freilich auch damit zu tun, dass man im Lager der Rebland-SG auf jede Menge – verzichtbare – Erfahrung im Umgang mit Verordnungen, deren Umsetzung und diversen Testungen hat. Während ein Großteil des hiesigen Sports noch zum Zuschauen verdammt war, durfte die Rebland-SG im Zuge der Spitzensport-Regelungen mit regelmäßigen Tests trainieren und frühzeitig auch Wettkämpfe austragen. Insofern haben sich Manz, sein Betreuerteam und auch die Spielerinnen eine gewisse Expertise angeeignet.

Nachdem die Warnstufe ab Mittwoch greift, müssen nicht immunisierte Spielerinnen vor Spielen und Trainingseinheiten einen PCR-Test absolvieren. Abgesehen von der Tatsache, dass „nur ein sehr geringer Prozentsatz“ der Akteurinnen aus den verschiedenen Kadern – dritte Liga, Südbadenliga, A-Jugend – nicht geimpft ist, „werden wir das schon bewerkstelligen“, sagt Manz. Auf die Einhaltung sämtlicher Vorschriften – was Spielerinnen, aber auch das Publikum angeht – achte man „rigoros“. Schon bisher wurden vor den Spielen – auswärts oder zuhause – der Impfstatus dokumentiert und mit den entsprechenden Verantwortlichen des Gegners abgeglichen. Obendrein hat Manz meist gemeinsame – und freiwillige Tests – mit den gegnerischen Mannschaften im Vorfeld der Partien organisiert.

Ihr Autor

den BT-Redakteuren Moritz Hirn und Christian Rapp

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Erstellt:
2. November 2021, 20:30 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 56sec

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