TuS Helmlingen: Schuppan folgt auf Ludwig

Baden-Baden/Rheinau (moe) – Beim Handball-Südbadenligisten TuS Helmlingen steht ein Wechsel auf der Position des Cheftrainers an: Thomas Schuppan folgt dabei auf Ralf Ludwig.

Soll als spielender Co-Trainer den neuen Chefcoach Thomas Schuppan unterstützen und die Defensive stabilisieren: Tomasz Pomiankiewicz (am Ball). Foto: Uli Hartmann/TuS Helmlingen

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Soll als spielender Co-Trainer den neuen Chefcoach Thomas Schuppan unterstützen und die Defensive stabilisieren: Tomasz Pomiankiewicz (am Ball). Foto: Uli Hartmann/TuS Helmlingen

Ralf Ludwig ist von Haus aus ein fröhlicher Zeitgenosse. Aktuell ist seine Laune allerdings besonders gut. Das mag auf den ersten Blick verwundern, denn schließlich darben die Handballer in der Region seit rund eineinhalb Jahren, seit Monaten ist kein Ball mehr durch die Hallen geflogen, was vielerorts für ordentlich Tristesse sorgt. Nicht so beim 54-jährigen Helmlinger, Ludwig wirkt gelöst, um nicht zu sagen befreit. Das hat einen Grund. Nach fast 40 Jahren in der Dauerschleife hat Ludwig endlich: Zeit.

„Ich habe gemerkt, wie schön es sein kann, wenn man seine Freizeit ohne Zwang gestalten kann“, erzählt Ludwig. Die Freude war derart groß, dass der ehemalige Drittliga-Torhüter entschieden hat, den Cheftrainerposten beim TuS Helmlingen abzugeben. „Ich habe gar nicht so lange mit mir kämpfen müssen“, ist Ludwig selbst ein wenig überrascht, wie leicht ihm die Entscheidung von der Hand ging. Bis zur coronabedingten Zwangspause hatte sein (sportliches) Leben schließlich einen zementierten Rhythmus: Unter der Woche zwei, teilweise sogar dreimal Training, am Samstag oder Sonntag dann die Spiele. „Für mich gab es nur Vollgas.“

Auch ohne Handball „genug zu tun“

TuS Helmlingen, TuS Marlen, TuS Helmlingen, TuS Großweier, TuS Memprechtshofen, TuS Helmlingen, ASV Ottenhöfen, TV Sandweier und wieder TuS Helmlingen – in dieser Reihenfolge war Ludwig in den vergangenen Jahrzehnten in den Hallen unterwegs, nun hat er in Sachen Handball die Bremse gezogen. Dafür drückt er andernorts aufs Tempo: Wandern, Radfahren, Joggen – das alles gerne auch mal spontan am Wochenende. „Das ging mit einer ordentlichen Gewichtsreduktion einher“, sagt Ludwig und schmunzelt. Vor drei Wochen ist der 54-Jährige obendrein erstmals Opa geworden. Auch ohne Handball „gibt es genug zu tun“.

Ordentlich Arbeit hatten in den vergangenen Wochen auch die Verantwortlichen des TuS Helmlingen, schließlich musste ein Nachfolger für Chefcoach Ludwig für das Südbadenliga-Team gefunden werden. Keine leichte Aufgabe in Zeiten der Pandemie. „Corona hat einiges durcheinandergewirbelt“, sagt Jochen Gärtner, entsprechend sei die Suche „schwierig gewesen“, fügt der Sportvorstand des TuS hinzu. Am Ende war sie aber erfolgreich, der neue Mann ist nämlich gar nicht neu: Mit Thomas Schuppan zeichnet der bisherige A-Jugendtrainer des TuS in der neuen Saison für die erste Mannschaft verantwortlich. Unterstützt wird er von Tomasz Pomiankiewicz. Der Routinier wird als spielender Co-Trainer fungieren und soll auf der Platte in erster Linie die Defensive stabilisieren.

Schuppan und Pomiankiewicz – „das passt!“

Alle im Verein seien „glücklich darüber“, dass das Duo übernimmt. „Die Lösung ist super, das passt“, betont Gärtner. Und auch Ludwig „freut sich, dass die beiden die Arbeit weiterführen“. Das macht unter anderem insofern Sinn, da mit Julian Lasch, Lars und Sven Schmitt, Jonas Meier, Manuel Meier, Luis Fien und Rouven Horn Talente aus der eigenen Jugend aufgerückt sind, mit denen Schuppan bereits sehr erfolgreich zusammengearbeitet hat. Zudem erhält A-Junior Haris Avdoric als Kreisläufer die Chance auf einen Platz im Südbadenliga-Kader, den Linkshänder Julian Autenrieth als externer Neuzugang von der TS Ottersweier verstärkt.

Über einen weiteren Neuen freut sich Ralf Ludwig indes ganz besonders: Nebojsa Nikolic. Der 43-Jährige hütete zuletzt das Tor HSG Ettlingen, davor vernagelte er vier Jahre lang regelmäßig den Kasten des HGW Hofweier. „Diese Qualität hat uns gefehlt“, findet er. So ganz kann Ludwig es nämlich doch nicht lassen: Er wird dem TuS als Trainer der Torhüter unter die Arme greifen. Aber halt eben nur unter der Woche.

Ganz ausschließen, dass er am einen oder anderen Sams- beziehungsweise Sonntag – wohlgemerkt „ganz genüsslich“ – durch die Hallen tigert, will Ludwig ohnehin nicht: „Handball ist schließlich immer noch mein Spiel!“

Ihr Autor

BT-Redakteur Moritz Hirn

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Erstellt:
18. Mai 2021, 19:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 53sec

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