Turnverein Weisenbach sammelt Altpapier

Gernsbach/Weisenbach (agdp) – Der Turnverein Weisenbach sammelt Altpapier auf dem Sportplatz. An dieser Aktion beteiligen sich viele Sportlerfamilien.

Papiersammler: Die Söhne von Kosmas Wunsch tauschten am Samstag die Skier gegen Altpapierkartons. Foto: Christiane Krause-Dimmock

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Papiersammler: Die Söhne von Kosmas Wunsch tauschten am Samstag die Skier gegen Altpapierkartons. Foto: Christiane Krause-Dimmock

Nur kurz herrscht völlige Ruhe auf dem Sportplatz. Wie auf ein geheimes Zeichen hin wird es plötzlich rund um den dort abgestellten riesigen Container lebendig, als die rund 30 freiwilligen Helfer des örtlichen Turnvereins ihre Runden machen, um Altpapier einzusammeln.

„Wir sind natürlich nicht die Einzigen, die sich an der Aktion beteiligen“, berichtet Schriftführerin Edeltraud Rothenberger von dem rollierenden System, an dem auch die anderen Vereine der Arge mitwirken. Während sie gemeinsam mit dem Vorsitzenden Roland Schäfer erklärt, wie der Vormittag ablaufen wird, finden sich immer mehr kleine Gruppen, meist bestehend aus Sportlerfamilien, ein. Unter ihnen auch Kosmas Wunsch mit seinen drei Söhnen. Der Bruder habe einen Malerbetrieb und würde ihnen freundlicherweise ein gut zu beladendes Fahrzeug zur Verfügung stellen, erläuter der Vater. Als die Wunschs mit dem Transporter auf dem Sportplatz eintreffen, herrscht munteres Treiben. Es wird nach Liste gearbeitet. Jedes Team bekommt bestimmte Straßenzüge zugewiesen, wo sie abholen, was die Bewohner bereitgestellt haben. Längst nicht alle Haushalt machen mit, weiß man beim Verein sehr wohl, dass es sehr viel bequemer ist, Zeitungen und Kartonagen über die grüne Tonne zu entsorgen statt sie bis zum nächsten Sammeltermin der Arge aufzubewahren. „Deshalb sind wir sehr froh, dass wir so große Unterstützung finden“, bedankt sich Roland Schäfer bei den Unterstützern. Auch sein Pkw, mit dem er am Ladeplatz angekommen ist, war zuvor vollbepackt gewesen mit allerlei Papier, das nun in den Container wandert.

Und dann geht alles sehr schnell. Eines der herbeirollenden Fahrzeuge bringt kein Papier. Es bringt Tassen und heiße Getränke, die zur Selbstbedienung der Mitwirkenden bereitgestellt werden.

„Wir sind eine eingeschworene Truppe“

„Wir sind eine eingeschworene Truppe“, berichtet Jürgen Hürst. „Wir treffen uns jeden Freitag von 20 bis 22 Uhr und wir sind quasi die Stütze des Vereins.“ Wenn Hilfe gebraucht werde, dann sind sie zur Stelle. Das gilt selbstredend ebenso für das Papiersammeln.

Da ist auch Roland Hürst (78) mit dabei. Müdigkeit vorschützen, das gilt nicht. Hier zählt das Gemeinschaftsgefühl. Jeder tut, was er kann. Lange bitten braucht man hier offenbar keinen. „Wir sind ja froh, dass wir etwas gemeinsam unternehmen können“, sieht auch Helmut Klumpp die Sache nicht als Belastung, sondern als Freude. Corona habe viele Aktivitäten schmerzlich ausgebremst. Wieder einmal zu erleben, dass man gemeinsam in die Hände spuckt und eine große Sache geschmeidig miteinander wuppt, das mache durchaus Freude.

Da stören die dichten Wolken, die mehr und mehr nach Niederschlag aussehen, wenig. Und vielleicht, so hofft die Skifraktion, falle in den Höhengebieten neuer Schnee, erzählt der zweite Vorsitzende Dieter Merkel von dem kürzlich abgehaltenen Kurs in Unterstmatt. Allein die Corona-Auflagen hemmten die Pläne. „Wir konnten nur Anmeldungen von Mitgliedern und Freunden annehmen.“ Dabei lege man allergrößten Wert darauf, dass geimpft, geboostert, gecheckt und getestet wird. Umso mehr freue es die Papiersammler nun, dass sie nun zumindest vereinsintern mal wieder etwas Gemeinsames stemmen können.

Ihr Autor

Christiane Krause-Dimmock

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Erstellt:
23. Januar 2022, 18:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 32sec

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