US-Cars und Oldtimer treffen sich in Illingen

Elchesheim-Illingen (as) – Roland Neffke aus Elchesheim-Illingen hat eine Leidenschaft für alte Fahrzeuge. Am 27. September organisiert er im Ort das erste Illinger US-Car- und Oldtimertreffen.

Roland Neffke hat sich in Elchesheim-Illingen auf das Restaurieren von US-Militärfahrzeugen und Oldtimern spezialisiert. Neffke vor einem Bell 47 Helikopter, Baujahr 1952, der im Korea-Krieg eingesetzt wurde. Foto: Vetter

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Roland Neffke hat sich in Elchesheim-Illingen auf das Restaurieren von US-Militärfahrzeugen und Oldtimern spezialisiert. Neffke vor einem Bell 47 Helikopter, Baujahr 1952, der im Korea-Krieg eingesetzt wurde. Foto: Vetter

Den ausgedienten Militärhubschrauber im Hof hat Roland Neffke dieses Jahr zum Vatertag bekommen. Noch ist er nur Dekoration für die Kfz-Werkstatt, die er seit zwei Jahren in Elchesheim-Illingen betreibt und die sich auf das Reparieren und Restaurieren von US-Cars und Oldtimern spezialisiert hat. Doch das Ziel ist klar: Der Hubschrauber soll wieder fliegen.
Mindestens so lange wird er wohl weiterhin Ortsansässige, Drohnenbesitzer und Auswärtige in die Industriestraße 1 locken. Denn seit dem Zuwachs für ihren umfänglichen Fuhrpark registrieren Roland und Sabine Neffke regen Betrieb um und über ihrem Grundstück am Ende einer Sackgasse, wie sie lachend berichten.

Kein Wunder: Dort stehen unter anderem ausgediente US-Militärjeeps, darunter ein Hummer H1, aber auch ein alter Chevrolet Blazer oder ein MAN Kat 1 aus Bundeswehr-Beständen sowie ein Gefangenentransporter, den Neffke irgendwann zum Wohnmobil umfunktionieren will. Eine Flugzeugturbine liegt im Hof – „die montiere ich irgendwann an den Hummer, der dann der schnellste der Welt wäre“, sagt der gelernte Karosseriebauer und lacht laut.

Zuzutrauen ist es dem 36-Jährigen, der von sich selber sagt, dass er immer „viele verrückte Ideen“ hat. Was er damit meint, kann man unter anderem in seiner Werkstatt sehen: Der Flügeltank eines Kampfjets, den viele Besucher erstmal erschrocken als „Bombe“ einordnen“, hängt über seinem Arbeitsplatz.

Das originalgetreue Replika eines roten Lamborghini Countach findet sich dort – „damit sind wir zum Standesamt gefahren“, erzählt Sabine Neffke vom aufsehenerregenden Hochzeitsauto. Die selbstständige Hörgeräteakustikmeisterin teilt die Leidenschaft ihres Mannes für alte Autos. Stolz erzählt sie von ihrem 8er BMW, dem Fiat X 1/9 Sportcoupé oder dem Karmann Buggy – lauter Kultfahrzeuge. Da wundert es nicht wirklich, wie sich das Paar kennengelernt hat: „Er hat meine ersten beiden Oldtimer restauriert“, sagt Sabine Neffke und schmunzelt.

Glasboden gewährt Einblick in Werkstatt

Dass beide ein Faible für alte und besondere Dinge haben, zeigt sich auch in ihrer Wohnung. Ein Stück Glasboden gewährt ebenso Einblick in die Werkstatt wie die große, innenliegende Fensterfront. Der Thekenbereich könnte aus der Kneipe um die Ecke stammen, Tisch und Stühle sind auch schon mehr als 100 Jahre alt. „Viele alte Sachen haben eine ganz andere Qualität“, halten die Neffkes nichts von der verbreiteten Wegwerfmentalität. Auch nicht bei Fahrzeugen, die andere vielleicht für schrottreif halten. Sie wollen „fahrzeugtechnisches Kulturgut“ erhalten, und sehen ihren Fuhrpark auch als Wertanlage.

„Geht nicht, gibt’s bei mir nicht“, betont Roland Neffke, der Ersatzteile auch schon mal selber anfertigt, wenn er sonst auf dem Markt keine finden kann. Für ihn ist seine Arbeit Berufung. Und so ist ihm die Kundin, die das 30 Jahre alte Auto ihres verstorbenen Mannes nicht verschrotten will, genauso willkommen wie der Liebhaber, der seinen alten Unimog aufpäppeln lassen will.

Zu Neffkes „verrückten Geschichten“ passt auch, wie er in die TV-Doku-Soap „Steel Buddies“ (läuft im Fernsehsender DMAX) kam: Auf Hochzeitsreise hat das Paar bei Morlock Motors in Peterslahr vorbeigeschaut, wo die Serie gedreht wird. Und Inhaber Michael Manousakis wollte den Badener mit Hang zu US-Cars gleich vom Fleck weg engagieren. Der ist dann als Subunternehmer dort eingestiegen – nach der Hochzeitsreise, versteht sich – und eine Zeit lang in den Westerwald gependelt.

„Drei Tage dort, vier Tage der Betrieb in Elchesheim-Illingen, das war auf Dauer zu viel Stress“, sagt er, deshalb beschränke er sich seit Januar auf die Kfz-Werkstatt in der Doppelgemeinde. Dort gehen ihm zwei Auszubildende zur Hand.

Außerdem gibt es viele Freunde aus der Szene, die immer wieder helfen oder mit Neffke an den Fahrzeugen „basteln“.

Um diesen ebenso wie vielen US-Car- und Oldtimer-Besitzern ein Forum zum Treffen und Austausch zu bieten, planen Neffkes am Sonntag, 27. September, ab 10 Uhr das erste Illinger US-Car- und Oldtimertreffen in der Industriestraße 1. „Man darf auch nur zum Schauen kommen“, sagt das Ehepaar, das auf gutes Wetter hofft, denn nur dann würden Autoverrückte wie sie ihre „Schätzchen“ aus den Garagen holen. Für das leibliche Wohl werde gesorgt – unter den aktuellen Hygieneauflagen.

Dabei ist dann vielleicht auch der Flugzeugmechaniker, mit dem Roland Neffke den Hubschrauber wieder flott machen will – irgendwann. Denn zunächst soll dafür im Hof eine neue Halle gebaut werden, „damit wir Platz haben zum Werkeln“.

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Erstellt:
22. September 2020, 11:00 Uhr
Lesedauer:
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