US-Darstellerpreis für Karlsruher Schauspielerin Nadine Knobloch

Karlsruhe (sr) – Die geplante Mysterie-Serie „Der Zirkel“ will authentische Begebenheiten aus der Karlsruher Vergangenheit spannend mit der Gegenwart verknüpfen.

Nadine Knobloch spielt in der von ihr selbst geschriebenen Serie die Büroangestellte Helena Dupre. In New York erhielt sie dafür den Preis für die beste Schauspielleistung in einem Mystery-Film. Foto: Diana Tischler

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Nadine Knobloch spielt in der von ihr selbst geschriebenen Serie die Büroangestellte Helena Dupre. In New York erhielt sie dafür den Preis für die beste Schauspielleistung in einem Mystery-Film. Foto: Diana Tischler

„Eine sehr, sehr alte Macht ist am Werk“ – und bringt alles aus dem Lot. Mitten im heutigen Karlsruhe spüren ein Geschäftsmann, ein Antiquitätenhändler und eine Büroangestellte, dass sie mehr miteinander verbindet als nur die aktuelle Zeitgenossenschaft. Die geplante Mysterie-Serie „Der Zirkel“ will authentische Begebenheiten aus der Karlsruher Vergangenheit spannend aufbereiten. Bisher existiert der Pilotfilm, der bereits mit mehreren Preisen ausgezeichnet wurde, aber nur einmal in Karlsruhe zu sehen war.

In der Nacht zum vergangenen Samstag wurde die Regisseurin, Co-Autorin und Hauptdarstellerin des Films, Nadine Knobloch, in New York für ihre Rolle als Büroangestellte Helena Dupre als „beste Schauspielerin in einem Mysteryfilm“ ausgezeichnet.

Projekt mit regionalem Team

Der Preis ist undotiert, und eine offizielle Preisübergabe gibt es in diesen Zeiten auch nicht. Dennoch könnte die Auszeichnung hilfreich sein, wenn sie mehr Aufmerksamkeit lenken würde auf die Fortsetzung des ambitionierten Projekts, an dem die Karlsruherin seit Jahren mit einem Team aus der Region arbeitet. Zwar orientiere sich die ganze Szene eher nach Berlin, wie Knobloch gestern im BT-Gespräch sagte, aber sie ist überzeugt von ihrem regionalen Produktionskonzept, weil es sich sehr bewährt habe. „Wir haben nur an original Locations gedreht und brauchen für das Team kein Hotel, können also mit kleinem Budget wirtschaften. Und die Leute hier sind genauso gut wie die in Berlin.“ 2019, also noch vor der Krise, gab es eine Kinopremiere des Serienpiloten „Der Zirkel“ in der Karlsruher Schauburg, danach ging der Film auf Festivaltour und hat in den USA – wo er mit Untertiteln gezeigt wird – bereits dreimal einen Preis geholt.

Die gebürtige Karlsruherin Nadine Knobloch (39) ist gelernte Schauspielerin, schreibt Drehbücher und führt Regie. Bis jetzt hat sie das Zirkel-Projekt ganz unabhängig produziert. Sie hofft aber, dass nicht zuletzt durch den aktuellen Preis ein Sender oder ein Streamingdienst auf das ausbaufähige Projekt aufmerksam wird.

Erste Staffel mit fünf Folgen schon durchgeplant

Der Karlsruher Themenschwerpunkt ist nach ihrer Aussage so interessant, dass die Serie Menschen generell anspreche, nicht nur hier in der Region. Im Fokus stehen die drei Hauptfiguren, die auf eine ungewöhnliche Weise zusammenkommen. Das Konzept für die nächsten fünf Episoden steht, die erste Staffel ist auf fünf Folgen von jeweils 30 Minuten konzipiert. Darüber hinaus gibt es weitere Drehbücher und viele Ideen, „die Größe der Serie hängt dann vom Erfolg ab.“ Derzeit arbeitet Nadine Knobloch daran, den Pilotfilm in einem Streamingprogramm verfügbar zu machen.

Die Karlsruher Künstlerin, die gelegentlich auch beim Neuen Hoftheater Grötzingen auf der Bühne steht, beurteilt ihren Stand als Frau im Filmgeschäft als „nicht ganz leicht, weil man es meistens mit männlichen Entscheidern zu tun hat“, es habe sich aber gegenüber früheren Jahren schon vieles sehr deutlich gebessert, sagte sie gestern am Weltfrauentag.

Vorbilder im Filmgeschäft sind für die Filmemacherin vor allem jene Frauen, die „den Mund aufmachen“ und ihre Überzeugungen in der Filmwelt engagiert vertreten. Dabei nennt sie Schauspielerinnen wie Jasmin Tabatabai, aber vor allem internationale Größen wie Judy Dench oder Maggie Smith.

Ihr Autor

BT-Redakteurin Sabine Rahner

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Erstellt:
8. März 2021, 20:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 35sec

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