Über Neuweier lacht die Sonne bei der Rückkehr der Blasmusik

Baden-Baden (cn) – Der Musikverein Neuweier bereitet nach langer Pause ein stimmungsvolles Konzert im Schlosshof. Auch die Abstandsregeln tun der Atmosphäre keinen Abbruch.

Die Musiker aus Neuweier zeigen ihr großes Können in verschiedenen Musikrichtungen. Foto: Nickweiler

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Die Musiker aus Neuweier zeigen ihr großes Können in verschiedenen Musikrichtungen. Foto: Nickweiler

Die Blasmusik hat im Rebland mit einem gelungenen Freiluftkonzert wieder Einzug gehalten. Die Musiker des Musikvereins (MV) Neuweier bescherten am Samstagabend rund 200 Gästen vor der Kulisse des Schlosses Neuweier einen glanzvollen Konzertabend.

Lange hat es gedauert, bis in Zeiten der Pandemie im Rebland ein Blasmusikkonzert vor einem größeren Publikum stattfinden konnte. Umso erwartungsvoller wurde der Auftritt des Musikvereins Neuweier beim Sommerkonzert von den Besuchern herbeigesehnt. Denn innerhalb kurzer Zeit waren laut Veranstalter nach der Konzertankündigung viele Anmeldungen eingegangen. Die Organisatoren hatten vor dem Konzert hierdurch mehr Aufwand. Auch bekamen die Besucher ihre Plätze zugewiesen, was aber problemlos vonstattenging.

Der Vorsitzende des Musikvereins, Michael Oser, sowie der Moderator des Konzerts, Markus Meier, gaben gleich zu Beginn den Konzertgästen mit auf den Weg: „Seid anständig, achtet aufeinander und haltet die Regeln ein.“ Am Ende konnten Veranstalter wie Publikum von der gegenseitigen Rücksicht profitieren: Die Musiker durch anerkennenden Applaus und die Gäste durch einen unvergesslichen Musikabend bei Wein und grandioser Atmosphäre.

Verschiedene Musikstile erklingen

Die Abstände zwischen den Sitzplätzen und der disziplinierte Umgang der Anwesenden untereinander beispielsweise durch das Tragen von Mund- und Nasenschutz haben das stimmungsvolle Ambiente im Schlosshof überhaupt nicht beeinträchtigt, so jedenfalls lautete das Fazit etlicher Gäste.

Glück hatten die Musiker auch mit dem Wetter. In den Nachmittagsstunden klarte der Himmel auf, sodass die Musiker mit den Vorbereitungen beginnen und bestuhlen konnten. Abends blinzelten dann sogar einige Sonnenstrahlen über dem Weinort.

Musikalisch bewegten sich die Protagonisten des Abends souverän durch die verschiedenen Musikstile, angefangen von schneidig intonierten Märschen über Polkas, Schlager, Dixieland bis hin zu Hardrock. Von der Band Deep Purple boten die Neuweierer Musiker ein Medley mit Klassikern wie „Smoke on the Water“, von dem sich das Publikum angetan zeigte und prompt mitklatschte. Einen kurzen musikalischen Exkurs unternahm der Neuweierer Kapellmeister Alexander Wurz in die Welt der Udo-Jürgens-Lieder, indem er sich selbst als Gesangsinterpret hervortat.

Ein Hauch von Bodenseefest zog in den Neuweierer Schlosshof, als Kurt Gäbeles Konzertmarsch „Salemonia“ erklang. Einen musikalischen Glanzpunkt setzte Gerold Schneider mit seiner Klarinette und der lieblichen Weise „Petite Fleur“. Scheinbar lässig, etwas drückend, fast ein bisschen trotzig im Ansatz durch ein leicht vibrierendes Holzblättchen und mit perfekt platzierten Trillern übermütig im Klang, verlieh der Solist dem Evergreen besondere Akzente. Ein Paradestück für den Solotrompeter Patrick Meier stellte der Militärmarsch „Der alte Dessauer“ dar. Die punktierten Dreiviertelnoten gaben dem Stück eine speziell vitale Note.

Als nach der Pause die Holzregister zu tirilieren begannen und die Piccolo mit spitzen, kurzen Tönen keck die hohen Melodien krönte, wussten die Zuhörer, dass die Zeit für eine böhmische Polka – eine Kernkompetenz des Musikvereins Neuweier – angebrochen war. Eine klasse Show gab es anschließend mit einem Dixieland-Medley, bei dem die Kapelle mit den typischen Instrumenten wie Posaune, Schlagzeug, Klarinette und Saxofon dem Konzert das I-Tüpfelchen aufsetzte.

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Erstellt:
31. August 2020, 11:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 30sec

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