Überwachung soll Parkchaos am Wasserfall verhindern

Baden-Baden (hez) – Die Stadt bereitet sich auf den möglichen Pfingst-Andrang an den Geroldsauer Wasserfällen vor. Auch, weil Lebensgefahr für die Salamander droht.

Auf der Wasserfallstraße kommen viele Feuersalamander ums Leben, die den Grobbach erreichen wollen. Foto: Boris Roessler/dpa

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Auf der Wasserfallstraße kommen viele Feuersalamander ums Leben, die den Grobbach erreichen wollen. Foto: Boris Roessler/dpa

Werbung macht die Stadt keine mehr dafür, trotzdem sind die Geroldsauer Wasserfälle ein zeitweise völlig überlaufenes Ausflugsziel – besonders zur jetzigen Zeit der Rhododendronblüte. Am bevorstehenden Pfingstwochenende will man mit Sonderüberwachung ein Parkchaos so gut wie möglich verhindern. Sorgen bereiten auch die vielen überfahrenen Salamander auf der Wasserfallstraße.

Durchwachsen mit zeitweisen Regenfällen und eher bescheidenen Temperaturen soll das Pfingstwochenende in Baden-Baden werden. Bei der Verwaltung wird man dies durchaus nicht ungern registrieren, denn so besteht die Chance, dass sich der Andrang bei den Geroldsauer Wasserfällen etwas in Grenzen hält.

In der Vergangenheit sorgten dort die Blechlawinen der Ausflügler an manchem Wochenende für äußerst problematische Zustände an der B500, in Geroldsau selbst und auf der zugeparkten Wasserfallstraße. Hinzu kommt dann auch noch das Problem der manchmal recht extremen Vermüllung rund um die Wasserfälle.

Viel Verehr vermutet

Bei der Stadtverwaltung hat man sich auf jeden Fall trotz der mäßigen Wetteraussichten auf viel Verkehrsauftrieb im Umfeld der Wasserfälle am bevorstehenden Pfingstwochenende eingestellt. Von der erfolgten Vergrößerung des Wasserfall-Parkplatzes an der B500 erhofft sich die Stadt eine gewisse Entspannung beim „ruhenden“ Verkehr. Auf jeden Fall will man das Parken am Rand der B500 hinunter nach Geroldsau durch die Aufstellung von Absperr-Baken verhindern.

Schwierig wird es auch oft auf der Wasserfallstraße, wenn dort nicht nur an den dafür vorgesehenen Buchten geparkt wird, sondern fast überall an den Straßenrändern. „Die Situation dort wird an Pfingsten vom Gemeindevollzugsdienst genau überwacht“, betont Stadtpressesprecher Roland Seiter. Sind die erlaubten Abstellbereiche an der Wasserfallstraße belegt, „dann wird die Straße gesperrt“. Das dafür nötige Absperrmaterial wird vorher schon vor Ort bereitgestellt.

Ein weiteres Problem des Autoverkehrs auf der Wasserfallstraße ist die Feststellung, dass hier im Frühjahr und Frühsommer viele schwarz-gelbe Feuersalamander überfahren werden, die in Deutschland besonders geschützt sind. Darauf wies dieser Tage auch Leser Sebastian Wittum in einer Mail an das Badische Tagblatt hin.

Beim städtischen Forstamt weiß man von dieser Gefahr für die Tiere. Im Stadtwald seien die Salamander doch recht weit verbreitet, berichtet Ökologe Johannes Ebert von der Forstverwaltung. Und für das Ablaichen sei der Grobbach nun einmal gut geeignet.

Lebensgefährlich für Amphibien

Doch auf dem Weg aus dem Wald zum Bach müssen viele der Amphibien nun einmal die Wasserfallstraße überqueren. Das machen sie zwischen April und Ende Juni zwar vorzugsweise in regnerischen Nächten, aber auch tagsüber, wenn es nass genug ist wie möglicherweise jetzt an Pfingsten. Und da riskieren sie an beliebten Ausflugstagen natürlich ihr Leben. Im Bereich der Falkenhalde hat das Forstamt wegen solcher Gefahren an einem Straßenabschnitt kleine Zäune aufgestellt, doch an der Wasserfallstraße geht das nicht. Die Straße sei dafür einfach zu lang, Zäune ließen sich hier mit den Felswänden auch schlecht anbringen und instandhalten, erklärt Ebert.

Daher will man in Kürze an der Wasserfallstraße Schilder installieren, die die Autofahrer zum langsamen Fahren und zum Achtgeben auf die Feuersalamander auffordern.

An Pfingsten wird dies aber noch nicht der Fall sein – daher werden die Salamander nur auf das Beste hoffen können. Und darauf, dass sich Ausflügler den Andrang an den Geroldsauer Wasserfällen ersparen wollen und dem Rat von Pressesprecher Seiter folgen: „Es gibt auch viele andere schöne Freizeitziele in Baden-Baden. Wir wär’s zum Beispiel mit einem Spaziergang in den Weinbergen des Reblands?“

Ihr Autor

BT-Redakteur Henning Zorn

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Erstellt:
20. Mai 2021, 22:10 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 43sec

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