Umgestürztes Schild: Autofahrer in Clinch mit der Bahn

Rastatt (dm) – Der Wind bläst ein provisorisches Verkehrsschild um, das fällt auf ein Auto, und der Eigentümer hat den Schaden. Doch wer kommt dafür auf?

Kollateralschaden der Tunnelbaustelle: Die provisorischen Zeichen seien nicht ausreichend gesichert gewesen, als eines davon auf sein Auto stürzte, sagt der Niederbühler Peter Schmidt. Die Baufirma weist jegliche Schuld von sich. Foto: Daniel Melcher

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Kollateralschaden der Tunnelbaustelle: Die provisorischen Zeichen seien nicht ausreichend gesichert gewesen, als eines davon auf sein Auto stürzte, sagt der Niederbühler Peter Schmidt. Die Baufirma weist jegliche Schuld von sich. Foto: Daniel Melcher

Der Niederbühler Peter Schmidt steht in dieser Frage gerade im Clinch mit der Deutschen Bahn (DB) beziehungsweise einer Baufirma. Die ließ Halteverbotsschilder wegen des tunnelbaustellenbedingten Lkw-Verkehrs an der Murgtalstraße aufstellen – von denen eben just eines auf sein Fahrzeug stürzte und dort Kratzer hinterließ.
Und nicht nur das. Die Schilder seien unzureichend befestigt gewesen „und bei jedem Windstoß umgefallen“, ärgert sich Schmidt, der selbst Unternehmer in der Baubranche ist. Mehrfach habe er vor seinem Büro in der Murgtalstraße und in der Nachbarschaft Schilder wieder aufgestellt, damit sie kein Hindernis für Fußgänger und Radfahrer darstellten.

Sein Vorwurf: Die provisorischen Schilder seien nur mit einer Gewichtsplatte am Fuß befestigt gewesen, erst nach seiner Beschwerde seien sie mit einer zweiten Platte nachgerüstet worden. Doch um eventuelle – und in seinem Fall konkrete – Schäden kümmere sich keiner. Schon im Februar hatte sich der Vorfall ereignet – doch noch sieht sich offenbar niemand für eine Kostenerstattung zuständig.

Funkstille bei der Baufirma

Ist die Stadt nicht verkehrssicherungspflichtig, wenn in ihrem Straßenraum Verkehrsschilder aufgestellt werden? Nein, sagt die städtische Pressestelle auf Nachfrage unserer Redaktion. In diesem Fall habe die Arbeitsgemeinschaft (Arge) Rastatter Tunnel deren Aufstellung beantragt. Der Lkw-Verkehr sollte behinderungsfrei an dieser Stelle durchkommen. Die Stadt habe das zwar genehmigt, in der Pflicht stehe aber die Arge.

Dort herrsche jedoch Funkstille, sagt Schmidt, der die Sache bei der Bahn und der mit der Aufstellung beauftragten Firma meldete, versehen mit einem Reparaturangebot. Kostenpunkt laut Werkstatt: rund 1.180 Euro. Und was sagen diese dazu? „Die Angelegenheit liegt bei der Baufirma und der Bahn zur weiteren Bearbeitung“, antwortet eine Sprecherin der DB auf Nachfrage. Und: „Wir sind mit dem Anwohner in Kontakt.“

Schmidt aber hat seit Februar nichts mehr gehört in der Sache – am 23. jenen Monats erhielt er eine E-Mail der Baufirma, in der diese die Verantwortung von sich wies. „Uns trifft an dem Schaden keine Schuld“, heißt es darin, weshalb die Forderungen Schmidts unbegründet seien. Man habe die Schilder nach den geltenden Vorschriften aufgestellt. Diese seien aufgrund eines Sturms umgefallen, wofür man aber nicht hafte. Es handele sich um einen „Schaden aufgrund höherer Gewalt“, den der Betroffene seiner Teilkaskoversicherung melden könne beziehungsweise solle.

Das tat Schmidt bislang nicht, da er der Meinung ist, dass nicht er oder seine Versicherung, sondern die Firma den Schaden zu verantworten habe. „Ich bringe Ihnen 20 Zeugen“, die bestätigen, dass die Schilder nur mit einer Bodenplatte beschwert gewesen seien, hat er bereits einem Bahnvertreter geschrieben.

Den hat er im Übrigen auch dazu aufgefordert, das Halteverbotsschild vor seinem Büro zu entfernen. Es steht zwar auf dem Gehweg, allerdings auf einem Bereich, der zu seinem Grundstück gehöre, so Schmidt. Am Mittwoch stand es noch immer dort.

Wie im Übrigen einige weitere in dem Bereich. Was den Niederbühler ebenfalls ärgert. Denn längst hat die Bahn eine Behelfsstraße gebaut, die von der Baustelle direkt auf die L77 führt, um keine Lkw mehr durch die Murgtalstraße schicken zu müssen. Laster, für die dort Platz gemacht werden müsse, seien dort folglich keine mehr zu sehen. Dafür aber der Gemeindevollzugsdienst, der weiter Knöllchen verteile.

„Abzocke“ nennt Schmidt das.


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