Umschlagsmengen in den Binnenhäfen sinken

Kehl/Karlsruhe/Stuttgart (tas) – Corona beeinflusst auch die Umschlagsmengen der Binnenhäfen in Baden-Württemberg. Einzig und allein der Rheinhafen in Kehl schwimmt 2020 gegen den Strom.

Binnenschiff im Kehler Hafen: Hier wird vor allem Eisen und Stahl umgeschlagen. Foto: Hafen Kehl/Jürgen Preiß

© Jürgen Preiß

Binnenschiff im Kehler Hafen: Hier wird vor allem Eisen und Stahl umgeschlagen. Foto: Hafen Kehl/Jürgen Preiß

Der coronabedingte Konjunktureinbruch ging im vergangenen Jahr auch an den Binnenhäfen in Baden-Württemberg nicht spurlos vorbei. Am Donnerstag teilte das Statistische Landesamt in Stuttgart mit, dass der Binnenumschlag in den Häfen sowie Lösch- und Ladeplätzen im Südwesten 2020 um 8,6 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum auf insgesamt 28,1 Millionen Tonnen zurückging.

Unter den fünf größten Häfen konnte einzig der Rheinhafen in Kehl mehr Umschlag verzeichnen als im Vorjahr. Hier stieg der wasserseitige Güterumschlag um 3,4 Prozent auf rund 4,431 Millionen Tonnen an. Die Rheinhäfen Karlsruhe verloren dagegen rund zehn Prozent Umschlagsmenge auf etwa 6,254 Millionen Tonnen. Auch Mannheim, Heilbronn, Stuttgart, Breisach und Weil am Rhein weisen zum größten Teil zweistellige Verlustraten auf. Ebenso Kehls Nachbarhafen Straßburg, der für 2020 einen Rückgang von 9,5 Prozent auf rund 6,842 Millionen Tonnen meldete.

Höhere Absatzmengen


Ursache des vergleichsweise guten Abschneidens des Kehler Rheinhafens war einmal mehr der Umschlag bei den dort ansässigen Badischen Stahlwerken (BSW). Während der Mineralölumschlag im Karlsruher Hafen um fünf Prozent zurückging, legte der von Stahlerzeugnissen in Kehl um 9,7 Prozent zu. Dafür sind die BSW verantwortlich, das einzige Stahlwerk in Baden-Württemberg, und wichtiger Baustahl-Lieferant in Europa. Da die Corona-Pandemie die Bautätigkeit im vergangenen Jahr nur wenig beeinflusst hatte und die Baubranche derzeit insgesamt boomt, profitieren auch die Stahlwerke von höheren Absatzmengen. Mit derzeit knapp 70 Prozent Umschlagsanteil dominieren die BSW die bewegten Warenmengen im Kehler Hafen.

Auf dem etwa 550 Kilometer langen Wasserstraßennetz, das für die gewerbliche Binnenschifffahrt in Baden-Württemberg nutzbar ist, waren vergangenes Jahr laut Statistischem Landesamt rund 35.700 Schiffe unterwegs. Das waren knapp 900 weniger als im Vorjahr. Kehl registrierte 4.043 Schiffe, 14 Prozent mehr als 2019.

Ihr Autor

BT-Redakteur Tobias Symanski

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Erstellt:
12. März 2021, 07:00 Uhr
Lesedauer:
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