Umweltzertifikat für Gaggenauer Kirchengemeinde

Gaggenau (BNN) – Die evangelische Kirchengemeinde Gaggenau setzt sich für die Reduzierung von Energie und Abfall ein. Dafür wurde sie nun mit dem Umweltzertifikat „Grüner Gockel“ ausgezeichnet.

Freuen sich über das erfolgreiche Audit beim „Grünen Gockel“: Wolfgang Breihofer (links) und der Umweltbeauftragte Siegfried Mörtl. Foto: Joachim Kocher

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Freuen sich über das erfolgreiche Audit beim „Grünen Gockel“: Wolfgang Breihofer (links) und der Umweltbeauftragte Siegfried Mörtl. Foto: Joachim Kocher

„Die evangelische Kirchengemeinde Gaggenau versteht die Bewahrung der Schöpfung als eine ihrer Kernaufgaben und wird dieser durch das Kirchliche Umweltmanagement ,Grüner Gockel‘ bereits seit dem Jahr 2009 vorbildlich gerecht.“ Das geht aus einem von Landesbischof Cornelius Bundschuh unterzeichneten Umweltzertifikat hervor, das die Kirchengemeinde vor einigen Tagen von der Landeskirche erhielt.

Die Kirchengemeinde ist somit berechtigt, das Logo „Grüner Gockel“ mit dem Zusatz „Kirchliches Umweltmanagement: nachhaltig – umweltgerecht – glaubwürdig“ in allen ihren Veröffentlichungen zu verwenden. Die evangelische Kirchengemeinde Gaggenau wurde zuletzt im vergangenen Jahr erfolgreich revalidiert. Hierbei wurden durch den externen Auditor zahlreiche Fragen gestellt, wie beispielsweise, wann der Feuerlöscher letztmals gewartet beziehungsweise wann der Luftfilter der Heizungsanlage gewechselt wurde. Ferner erhielt der Auditor wichtige Unterlagen.

Der „Grüne Gockel“ ist ein wirksames Instrument für Kirchen- und Pfarrgemeinden sowie kirchliche Einrichtungen, um dauerhaft die eigenen Umweltauswirkungen zu erfassen, zu bewerten und positiv zu verändern, betonte Siegfried Mörtl gegenüber dieser Zeitung. Nach Aussage von Mörtl, der innerhalb der evangelischen Kirchengemeinde Gaggenau als Umweltbeauftragter fungiert, ist die Markusgemeinde in der Benzstadt, die einzige Gemeinde im evangelischen Kirchenbezirk Baden-Baden, die sich am „Grünen Gockel“ beteiligt. Im mittelbadischen Raum sind es nur noch die evangelischen Kirchengemeinden aus Iffezheim und Bühl.

Stromverbrauch in einem Jahr halbiert

Klare Zuständigkeiten und geregelte Abläufe, so Kirchengemeinderat Wolfgang Breihofer, ergeben dabei stetige Verbesserungen. Oberster Erfolgsfaktor sei die Schonung der Umwelt. Das externe Audit findet nach Aussage von Mörtl alle fünf Jahre statt, außerdem wird jährlich ein internes Audit vorgenommen. Monatlich werden zudem die Verbrauchszahlen abgelesen und überprüft, sodass man jederzeit auf erhöhte Verbräuche und deren Ursachen reagieren kann.

So konnte man nach Aussage von Mörtl schon eine defekte Abwasserpumpe ausfindig machen, die zu einem erhöhten Stromverbrauch führte. Mörtl informierte auch darüber, dass man in der gesamten Markusgemeinde alles auf LED umgestellt habe. Dadurch hat sich der Stromverbrauch 2019 im Vergleich zum Vorjahr nahezu halbiert. 2018, so Mörtl, war in der Markuskirche noch die alte Beleuchtung vorhanden.

Aber nicht nur das Thema der Energiereduzierung ist beim „Grünen Gockel“ relevant, sondern auch der Bereich Abfallreduzierung, der ökologische Einkauf sowie die Unfallverhütung. So wurden im vergangenen Jahr im evangelischen Kindergarten in der Jahnstraße unter anderem 186 elektrische Geräte durch die Murgtalwerkstätten, die hierfür speziell ausgebildet sind, überprüft. Hierbei wurden keinerlei Beanstandungen festgestellt. Siegfried Mörtl sprach auch von Konzepten im Kindergarten, die die Kinder an ökologische Fragestellungen heranführen. All jene Gemeinden, die mit dem „Grünen Gockel“ zertifiziert wurden, erhalten zu allen Baumaßnahmen zudem Zuschüsse durch die Landeskirche.


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