Umzug von Leipzig nach Karlsruhe

Karlsruhe (BT) – Eine 48 Jahre alte Elefantenkuh ist am frühen Mittwochmorgen im Zoo Karlsruhe angekommen. Die Altersresidenz für Asiatische Elefanten in der Fächerstadt wird ihr neues Zuhause.

Gut in Karlsruhe angekommen: Saida lebt ab sofort in der Altersresidenz des Zoos in der Fächerstadt. Foto: Timo Deible/Zoo Karlsruhe

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Gut in Karlsruhe angekommen: Saida lebt ab sofort in der Altersresidenz des Zoos in der Fächerstadt. Foto: Timo Deible/Zoo Karlsruhe

Wie der Zoo Karlsruhe mitteilt, sei Saida – so der Name der Elefantenkuh – in den frühen Morgenstunden aus ihrem Transportcontainer in das Dickhäuterhaus gelaufen. Mit ihren 4,6 Tonnen Gewicht und einer Schulterhöhe von 2,93 Metern ist Saida laut Zoo die größte Elefantenkuh in Deutschland. Am Dienstag war sie in Leipzig verladen worden und hatte in dem Container, der auf einem Tieflader befestigt war, ihre Reise ins Badische angetreten. „Die Fahrt verlief ohne Probleme, der Lkw kam gut durch und konnte bereits mitten in der Nacht in den Zoo einfahren“, heißt es in der Mitteilung des Zoos.

Verladung mit Spezialkran

Mit Hilfe eines Spezialkrans konnte der Container mit Saida an Bord vom Tieflader angehoben und über das Dach des Elefanten-Innengeheges direkt vor dem großen Tor zur Außenanlage abgesetzt werden. Zwei Tierpfleger aus Leipzig, die ebenfalls nach Karlsruhe gereist sind und dort einige Tage bleiben werden, halfen dabei, Saida aus dem Container herauszudirigieren und in den vorbereiteten Stallteil zu führen. „Hier kann sie sich die nächsten Tage eingewöhnen und erst einmal zur Ruhe kommen“, sagt Zoodirektor Dr. Matthias Reinschmidt.

Zeit für Eingewöhnungsphase

Eine direkte Zusammenkunft mit Elefantenkuh Jenny, die bereits seit 2009 in Karlsruhe lebt, wird es laut Zoo vorerst nicht geben. Beide Tiere gelten als sehr freundlich dem Menschen gegenüber, aber auch als recht dominant und schwierig in ihrem Sozialverhalten gegenüber anderen Elefanten. „Wir nehmen uns alle Zeit, die notwendig ist, dass sich die Elefanten an die neue Situation gewöhnen können“, so Reinschmidt.

Zwar kennen sich Saida und Jenny aus ihrer gemeinsamen Zeit im Tierpark Hagenbeck. Dort standen sie aber aufgrund ihres Verhaltens nicht zusammen, sondern entweder beim Bullen in dessen separater Anlage oder in einem eigenen Stallteil. „Wir hoffen dennoch, dass sich zwischen den beiden Tieren mit der Zeit eine Zweckgemeinschaft bildet, bei der sie auch gemeinsam auf der Anlage stehen können“, erklärt Zootierarzt Dr. Marco Roller.

Falls dies nicht funktioniere, bestehe auf der Karlsruher Anlage die Möglichkeit, die Außenanlage in der Mitte zu teilen und so beiden Tieren gleichzeitig den Aufenthalt draußen zu ermöglichen. Dabei sei auch jederzeit ein Rüsselkontakt der Elefanten möglich, es müsse also auch in diesem Fall kein Tier isoliert stehen, so der Zoo weiter.

Altersresidenz als besonderes Tierschutzprojekt

„Wir sehen es auch als Aufgabe unserer Altersresidenz an, uns um solche Elefanten zu kümmern“, sagt Reinschmidt. Für solche Individuen sei in den sonst üblichen Herdenhaltungen keine Möglichkeit der Unterbringung. Mit der Altersresidenz für Asiatische Elefantenkühe wurde im Masterplan des Zoologischen Stadtgartens Karlsruhe ein „besonderes Tierschutzprojekt“ verankert, wie der Zoo mitteilt. Es sei das erste Projekt seiner Art in Europa. Neben Zooelefanten könnten auch Zirkuselefanten aufgenommen werden.

Die Anlage sei speziell auf die Bedürfnisse älterer Tiere ausgerichtet. So bestehe in der Innenanlage die Möglichkeit, dass sich Tiere, die nicht mehr abliegen können, an großen Stämmen Kopf oder Po auflegen und sich somit beim Schlafen im Stehen besser entspannen könnten. Auch ist eine Wand im Haus beheizt, so sei es Elefanten auch im Winter angenehm, sich dort anzulehnen.

Ab morgen besteht für die Zoogäste die Möglichkeit, Saida von außen über die große Einsichtscheibe am Innenteil der Elefantenanlage zu sehen.

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Erstellt:
13. Oktober 2021, 12:50 Uhr
Lesedauer:
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