Umzugsspeditionen: Auftragslage bleibt gleich

Baden-Baden/Rastatt (naf) – Durch die Corona-Maßnahmen kann nur eine haushalts-fremden Person, beim Umzug in ein neues Zuhause helfen. Umzugsspeditionen sind gefragt – die Auftragslage bleibt gleich.

Genügend Abstand: Auch Umzugsfirmen achten bei ihrer Arbeit auf die Einhaltung der Hygieneregeln. Foto: Markus Scholz/dpa

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Genügend Abstand: Auch Umzugsfirmen achten bei ihrer Arbeit auf die Einhaltung der Hygieneregeln. Foto: Markus Scholz/dpa

Alle Bekannten mobilisieren, gemeinsam Kisten schleppen und den Helfern anschließend mit einer Einweihungsfeier danken: Noch vor einem Jahr wäre ein Umzug in vier neue Wände schnell erledigt gewesen. Wegen der Corona-Maßnahmen muss aktuell nicht nur auf die Fete danach verzichtet werden, auch beim Umziehen selbst darf neben dem eigenen Haushalt nur eine weitere Person aus einem zweiten Haushalt unterstützen. Nicht einmal professionelle Umzugsspeditionen profitieren von der Situation.

„Wir sind mit einem blauen Auge davongekommen“, erzählt Andrea Marongiu, Geschäftsführer des Verbands für Spedition und Logistik in Baden-Württemberg. Auch wenn Menschen, die umziehen, durch die Einschränkungen oftmals auf professionelle Hilfe beim Möbeltransport angewiesen sind – auch die Speditionen trifft die Pandemie.

Situation im Laufe des Jahres verbessert

Anfang der coronageprägten Monate 2020 hat sich ein sehr düsteres Bild abgezeichnet, berichtet Marongiu. Die ersten Umfragen bei den Verbandsmitgliedern seien verheerend gewesen. Schlussendlich sei 2020 dann aber wesentlich besser gelaufen, als zunächst angenommen. Mittlerweile hört der Geschäftsführer beide Arten von Erfahrungsberichten, „die einen sagen ,wir sind gut ausgelastet‘, die anderen klagen darüber, dass im Januar zu wenig los war“.

Was allen jedoch noch „große Sorgen“ bereitet, das sind laut Marongiu die Einreisebeschränkungen, genauso wie die Quarantäneverordnungen der verschiedenen Länder und Bundesländer. Denn die Spedition ist „ein Geschäft, dass keine Grenzen kennt“, und hinter jeder warten aktuell neue Regelungen. „Nicht einmal innerhalb von Deutschland sind die Maßnahmen gleich“, kritisiert der Geschäftsführer. „Nach einem Jahr Pandemie hätten wir uns von den Verantwortlichen erhofft, dass es koordinierter läuft.“

Dass die Speditionen nicht mit Aufträgen überrannt werden, nachdem private Umzugshelfer wegfallen, erklärt sich der Geschäftsführer damit, dass generell weniger Menschen umziehen. Der „Sicherheitsgedanke“ halte die meisten Arbeitnehmer bei ihrer aktuellen Arbeitsstelle, insofern diese gesichert ist, so Marongius Vermutung.

Umzugsunternehmen aus der Region

Die ausbleibende Welle an Aufträgen kann auch Dimitri Holzmann vom Unternehmen Holzmann Umzüge aus Baden-Baden bestätigen: „Wir haben genau so viel Arbeit wie letztes Jahr.“ Und auch Michael Pabst berichtet, dass er „im Durchschnitt nicht mehr Aufträge“ hat als sonst. Der Umzugsberater aus dem in Rastatt ansässigen Unternehmen AS Umzug und Logistik achte zu Pandemie-Zeiten besonders auf die Schutzmaßnahmen seiner Mitarbeiter. So finden die Umzüge aktuell nur mit zwei Helfern statt, um die Abstandsregel neben der Maske zu jeder Zeit einhalten zu können. „Den Kunden ist das bewusst und wichtig“, berichtet Pabst, der seit der Pandemie vor allem Privatkunden betreut. Ende des vergangenen Jahres sei die Nachfrage wieder angestiegen, was das neue Jahr bringt, müsse man abwarten.

„2021 fahren wir auf Sicht“, sagt auch Marongiu. Im Vergleich zum Handel gehe es der auch im Lockdown arbeitenden Branche gut.

Als Gewinner aus der Pandemie wird laut Marongiu wenigstens einer herausgehen: Bei Spediteuren, die Ware von Möbelhäusern transportieren, „da boomt das Geschäft ohne Ende“. Wenn schon niemand dabei helfen kann, die alten Tische, Kommoden und Co. zu tragen, dann müssen womöglich einfach neue her.


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