Unbeirrbare Narren und ihre „Spaziergänge“

Gaggenau (tom) – „Brotsack Helau“ und „Kra, Kra Hurra“: Die Umzugsstrecken in Bad Rotenfels und Hörden waren am Wochenende nicht ganz verwaist.

Am Hördener Südend treffen sich einige Schmalzlocher Narren am Sonntagnachmittag zu einem „spontanen Spaziergang“. Foto: Markus Mack

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Am Hördener Südend treffen sich einige Schmalzlocher Narren am Sonntagnachmittag zu einem „spontanen Spaziergang“. Foto: Markus Mack

Die Bilder und Videos gingen schon am Samstagnachmittag „steil“, wie man so schön sagt: Zur besten Umzugszeit, bei wunderschönem Umzugswetter machten sich in Bad Rotenfels, das ja an Fastnacht Brotsack City heißt, einige Dutzend Fastnachter auf einen „Spaziergang“. Tags darauf waren es in Hörden, also Schmalzloch, ebenfalls mehrere Fastnachter, die sich an die frische Luft begaben.

Insbesondere Domänenwaldgeister tummelten sich am Samstag auf den Straßen von Brotsack City; wohl nicht ganz zufällig wählten sie eine Route, die jener des großen Fastnachtsumzugs entspricht: Der Verein der Domänenwaldgeister richtet seit Mitte der 90er Jahre am Fastnachtsamstag einen großen Umzug aus. Er selbst habe von dem Vorhaben nichts gewusst, betonte Vorsitzender Bernd Tschan im BT-Gespräch: „Ich war nicht eingebunden und nicht informiert. Das war keine offizielle Veranstaltung der Domänenwaldgeister“.

„Umzug der Rekorde“ in Hörden

Das Geschehen kenne er nur aus den Videos in den sozialen Medien, von denen eines auch auf der Facebook-Seite der Domänenwaldgeister zu sehen ist. „Der Narr lässt sich nicht ganz unterkriegen“, meinte Tschan. Nach seinen Kenntnissen habe sich der Spaziergang, an dem auch andere närrische Gruppen, zum Teil aus anderen Ortschaften, teilgenommen haben, an der Festhalle zügig aufgelöst.

Prominentes Mitglied der Domänenwaldgeister ist Bürgermeister Michael Pfeiffer. An diesem Samstagnachmittag ist er aber nicht wie sonst in den Häs geschlüpft und mitgelaufen, wie er auf BT-Anfrage versicherte. Er habe von der Aktion auch nichts gewusst: „Ich habe es Gott sei Dank erst im Nachhinein erfahren.“

Ein fastnachtlicher Umzug in den bekannten Dimensionen wäre nicht mit den Regeln der Corona-Verordnung in Einklang zu bringen, das weiß man auch in Hörden. Gleichwohl bilanzierte die Narrenzunft Schmalzloch bereits am Sonntagnachmittag augenzwinkernd einen „Umzug der Rekorde“. Spontan, so versicherte Umzugsmarschall Ralf Epp im BT-Gespräch, hatten sich am Hördener Südend einige Akteure eingefunden.

Der „Sonntagsspaziergang“ führte über die Kanalstraße und die Hördener Landstraße, einige Zuschauer standen „auf Abstand“ an der Strecke. „Die inoffizielle Bilanz ist rekordverdächtig“, berichtet die Narrenzunft auf ihrer Homepage, wo sie auch Bilder zeigt: „Noch nie war der Umzug so kurz. Noch nie waren so wenige Zuschauer da. Noch nie hatte das Rote Kreuz so wenige Einsätze.“ Zwischenfälle habe es keine gegeben: „Bedingt durch die Corona-Abstände gab es auch in diesem Jahr Lücken im Umzug.“

Ihr Autor

BT-Redakteur Thomas Senger

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Erstellt:
14. Februar 2021, 20:00 Uhr
Lesedauer:
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