Unfallgefahr auf der Tour de Murg in Oberndorf

Kuppenheim (mak) – Eine schwer einsehbare 90-Grad-Kurve auf dem Tour-de-Murg-Radweg führte bereits zu einem Unfall. Der Bürgermeister appelliert an die Umsicht der Verkehrsteilnehmer.

Niko Icks an der Stelle, an der seiner Meinung nach ein Verkehrsspiegel die Situation entschärfen könnte.  Foto: Markus Koch

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Niko Icks an der Stelle, an der seiner Meinung nach ein Verkehrsspiegel die Situation entschärfen könnte. Foto: Markus Koch

Niko Icks wohnt am Ende des Langenwiesenwegs in Oberndorf, nur wenige Meter von seinem Haus macht der Radweg Tour de Murg einen 90-Grad-Knick nach rechts. Aufgrund einer hohen Hecke lässt sich für die Radler aber nicht einsehen, wer ums Eck kommt – und wie schnell. „Es hat schon sehr viele Beinahe-Zusammenstöße gegeben“, berichtet er im BT-Gespräch.

Das Problem besteht schon lange und ist im Rathaus auch bekannt: „Die Gefahrenstelle wurde vor Jahren bereits entschärft und es wurden zusätzliche Bodenmarkierungen angebracht. Die Anwohner hatten jahrelang Teile der öffentlichen Fläche ohne Genehmigung der Stadt in Beschlag genommen“, erläutert Bürgermeister Karsten Mußler auf BT-Anfrage. Der Gemeinderat hatte sich zuvor mit dem Thema befasst, auch im Rahmen einer Verkehrsschau war die gefährliche Ecke unter die Lupe genommen worden.

Zusammenstoß zweier Radfahrer

Auch wenn die hohe Hecke nun nicht mehr so nah an den Fahrbahnrand heranwächst und zudem die Bodenmarkierungen eine gewisse Leitfunktion haben, ist der Kurvenbereich allerdings nach wie vor sehr schwer einsehbar: „Im vergangenen Herbst gab es einen Unfall, bei dem eine junge Radfahrerin mit einem älteren Radfahrer zusammengestoßen ist. Es muss doch nicht immer erst was Schlimmes passieren, bevor etwas gemacht wird“, findet der 58-jährige Icks.

Ältere Fahrradfahrer oder solche, die regelmäßig den Tour-de-Murg-Weg nutzen, setzten seinen Beobachtungen nach vor dem Abbiegen die Fahrradklingel als Warnzeichen ein. Dennoch gebe es „sehr viele Beinahe-Zusammenstöße und riskante Ausweichmanöver. Ich kann es im Garten am Geschrei hören“, berichtet Icks.

Ein weiteres Problem seien die vorwiegend jugendlichen Rollerfahrer, die den Radweg verbotenerweise benutzen und mit entsprechender Geschwindigkeit unterwegs sind. Niko Icks ist der Auffassung, dass ein Verkehrsspiegel Abhilfe schaffen könnte.

Verkehrsspiegel sind umstritten

Diesem Ansinnen erteilt der Rathauschef jedoch eine klare Absage: „Verkehrsspiegel sind nach Auffassung der Straßenverkehrsbehörde und der Polizei sehr umstritten.“ Nach den Erfahrungen der Straßenverkehrsbehörde erhöhten solche Spiegel eher die Unfallgefahr, da sie die Entfernung verzerren und bei ungünstigen Witterungsverhältnissen (Beschlaggefahr, Vereisung, Blendeffekt) nicht oder nur eingeschränkt erkennbar seien.

Außerdem weist Mußler auf die Verkehrssicherungspflicht der Stadt hin. Diese könne „eine dauerhafte Sicherstellung der korrekten Funktionsweise“ des Verkehrsspiegels nicht gewährleisten. Das Straßenbauamt und die Straßenverkehrsbehörde rieten von der Anbringung von Verkehrsspiegeln ab.

Der Bürgermeister weist außerdem darauf hin, dass an unübersichtlichen Stellen auch für Radfahrer gelte, das Tempo zu reduzieren und sich langsam an die Kurve heranzutasten. „Zusätzlich beabsichtigen wir, eine Anordnung zur Reduzierung der auf privaten Flächen bestehenden Bepflanzung auf die maximale im Bebauungsplan festgesetzte Höhe zu erlassen“, ergänzt Mußler im Hinblick auf die Hecke.


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