Unfreiwilliger Nebenjob als Paketbote

Baden-Baden (fde) – Es sind die kleinen Momentaufnahmen des Lebens: Kurioses, Schönes, Ärgerliches. „Lebensnah“ schreibt Dennis Fettig diese Woche über seinen unfreiwilligen Nebenjob im Homeoffice.

Momentaufnahmen aus dem Alltag der BT-Redakteure sind unter der Rubrik „Lebensnah“ zu finden. Grafik: stock.adobe.com/Badisches Tagblatt

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Momentaufnahmen aus dem Alltag der BT-Redakteure sind unter der Rubrik „Lebensnah“ zu finden. Grafik: stock.adobe.com/Badisches Tagblatt

Das mobile Arbeiten von zu Hause hat mir in den vergangenen Wochen einen Nebenjob beschert: Paketbote. Denn hat der Zusteller erst einmal begriffen, dass man tagsüber zu Hause ist, ist er dankbar für eine zuverlässige Zweigstelle. So wird das eigene Heim unfreiwillig zur Annahmestation für die gesamte Nachbarschaft.

Da die Chose immer gleich abläuft, ist die Zusammenarbeit mittlerweile relativ routiniert: Noch bevor der Zusteller überhaupt an der Haustür klingelt, höre ich in der Ferne den charakteristischen Klang des elektrisch angetriebenen Transporters. Das kann nur mein „Kollege“ von der Post sein, schießt es mir durch den Kopf. Obwohl ich selbst keine Lieferung erwarte, mache ich mich vorausschauend schon mal auf den Weg in Richtung Tür. Die Frage, ob der Bote Pakete für die Nachbarn dabei hat, stellt sich mit der Erfahrung der vergangenen Wochen ohnehin nicht mehr – natürlich hat er welche dabei! „Können Sie ein Paket für einen Nachbarn annehmen“, fragt der Zusteller. Noch bevor ich überhaupt antworten kann, habe ich das Päckchen schon in den Händen.

In meinem Flur werden die Sendungen nach Haushalten sortiert und zwischengelagert. Es war schließlich nur der erste Zusteller, in aller Regel kommen im Lauf des Tages noch weitere Lieferboten von anderen Unternehmen vorbei.

Sobald die Nachbarn daheim sind, warte ich in der Regel nicht bis sie bei uns klingeln, sondern verteile die Päckchen selbst – ich brauche den Platz im Flur schließlich für die nächste Fuhre am kommenden Tag. Am Ende sind in dieser Angelegenheit letztlich alle froh: Der Zusteller ist sein Paket los, der Nachbar muss nicht extra zur nächsten Abholstation fahren und ich selbst habe eine gute Tat vollbracht.

Zuletzt berichtete Lukas Gangl in seinem „Lebensnah“ über unentspanntes Duschen aufgrund eines maroden Brausekopfs.

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Erstellt:
24. Januar 2021, 13:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 1min 55sec

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