Ungewisse Zukunft für den Rimmelsbacher Hof

Malsch (ar) – Enkel des Gründerehepaares wollen das Traditionsgaststätte bei Völkersbach verkaufen. Vorsorglich haben sie Bauvoranfrage zur Umnutzung gestellt.

Seit 2007 Pächter der Gaststätte: Christine und Dietmar Karstens. In Malsch hofft man, dass das Ausflugslokal erhalten bleibt. Foto: Anne-Rose Gangl

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Seit 2007 Pächter der Gaststätte: Christine und Dietmar Karstens. In Malsch hofft man, dass das Ausflugslokal erhalten bleibt. Foto: Anne-Rose Gangl

Wer zwischen dem Malscher Ortsteil Völkersbach und den Ettlinger Ortsteilen Schöllbronn und Schluttenbach wandert, fühlt sich in den hügeligen Vorbergen des Schwarzwalds wie im Urlaub. Ein beliebtes und weit über die Region hinaus bekanntes Waldgasthaus ist der Rimmelsbacher Hof, dessen Zukunft jedoch ungewiss ist. Die Enkel des Gründerehepaares möchten das Traditionshaus verkaufen.
Seit 1954 lädt der Rimmelsbacher Hof Wanderer und Radfahrer, Touristen und Einheimische zur Einkehr ein. Sie alle schätzen die gute Küche, aber auch die Ruhe des Ortes, die ländliche Umgebung und den Blick, den man von der großen Terrasse aus in das Tal schweifen lassen kann. Weit hinaus bekannt waren die von der einstigen Eigentümerin und Gastwirtin Irma Ochs selbst gemachten Dampfnudeln. Sie und ihr Mann Herbert Ochs waren es, die den Hof mit Gaststätte 2007 an Christine und Dietmar Karstens verpachteten, einem bekannten Gastronomenehepaar aus dem badischen Raum. Ihr Pachtvertrag läuft bis 2027.

Gründerehepaar lebt nicht mehr

Inzwischen sind Irma und Herbert Ochs verstorben, und das Gebäude gehört in dritter Generation vier Brüdern, die das gesamte Anwesen verkaufen möchten. „Mir wäre lieber, es würde jemand kaufen, der die Gastwirtschaft weiterführt und so richtige Hausmannskost auf der Speisekarte hat“, sagt einer der Erben. Früher habe es für Radfahrer und Wanderer, die im Rimmelsbacher Hof Rast einlegten, ein deftiges Vesperbrett gegeben, so der Nachkomme des Gründerehepaares.

Ein Makler wurde mit dem Verkauf beauftragt, und es hätten sich auch schon einige Interessenten gemeldet, berichtet einer der Eigentümer. Um einem potenziellen Käufer die Möglichkeit zu bieten, das Gebäude auch anders nutzen zu können, stellte die Erbengemeinschaft bei der Gemeinde Malsch die Bauvoranfrage zur Umnutzung von Gastronomie zu Wohnungen oder Ferienwohnungen. Der Ortschaftsrat sprach sich bei einer Enthaltung dagegen aus, so Ortsvorsteher Norbert Koch. Der Technische Ausschuss allerdings war der Meinung, dass eine Verweigerung rechtlich keine Chance hätte. Er erteilte der Bauvoranfrage mehrheitlich grünes Licht.

Pächter haben Gaststätte mit viel Liebe renoviert

„Mir ist sehr daran gelegen, dass der Rimmelsbacher Hof weiter als Ausflugslokal erhalten bleibt“, sagt Koch, der befürchtet, dass mit dem Verkauf ein Stück Tradition zugrunde geht.

Auch das Pächterehepaar bedauert den Verkauf. Die ehemaligen Eigentümer und Gründer hätten so viel Herz in ihren Rimmelsbacher Hof gesteckt. Christine und Dietmar Karstens haben in den 14 Pachtjahren mit viel Liebe die Gaststätte renoviert. Während der vergangenen Monate haben sie sich mit ihrem Abhol-Speiseangebot über Wasser gehalten.

Allerdings werde es für sie immer schwieriger, Personal für den Gastronomiebetrieb zu finden. Ihre vier Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kommen fast alle aus dem Ausland und wohnen im Haus. Dabei sind sie der festen Überzeugung, dass der Rimmelsbacher Hof als Ausflugslokal mit einer bodenständigen Küche immer Anziehungspunkt sein werde. „Der Rimmelsbacher Hof kann sehr viele Geschichten erzählen“, sagte Christine Karstens. Ihr Wunsch wäre es, einen Nachfolger zu finden, der das Gebäude kauft und das Ausflugslokal weiterführt und dem sie auch gerne aus zweiter Reihe unter die Arme greifen würden. „Dann könnte das Erbe weitergeführt werden.“


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