Union: Ende der Hängepartie um die Kanzlerkandidatur

Baden-Baden (BT) – Armin Laschet hat sich im Machtkampf um die Kanzlerkandidatur durchgesetzt. So reagieren die Christdemokraten aus Mittelbaden auf das Ende der Hängepartie:

„Die Würfel sind gefallen“: Markus Söder verzichtet zugunsten von Armin Laschet auf die Kandidatur. Foto: Christof Stache/OddAndersen/AFP

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„Die Würfel sind gefallen“: Markus Söder verzichtet zugunsten von Armin Laschet auf die Kandidatur. Foto: Christof Stache/OddAndersen/AFP

Das Ende der Hängepartie um die Kanzlerkandidatur in der Union ist von Christdemokraten in der Region mit Erleichterung aufgenommen worden. Alle betonen, der Blick gehe nun nach vorn.

„Nachhaltige Politik“ nötig

„Für mich ist ganz klar, dass wir uns alle in der Union nach dieser internen Debatte nun hinter Armin Laschet stellen.“, sagt der Baden-Badener CDU-Bundestagsabgeordnete Kai Whittaker. „Gleichzeitig brauchen wir auch Markus Söder, um als CDU und CSU diese Wahl zu gewinnen. Beide beweisen in ihren Bundesländern, dass sie die Herausforderungen unserer Zeit kennen und lösen. Das brauchen wir auch für Deutschland, gerade nach der Pandemie“, so Whittaker. Jetzt gelte es, bald ein Wahlprogramm vorzustellen. „Wir wollen die vielen gleichzeitigen Herausforderungen unserer Zeit – Klimawandel, chinesische Machtpolitik, Digitalisierung, demografischer Wandel – annehmen. Dazu brauchen wir beispielsweise eine nachhaltige Politik der grünen Null, eine verlässliche und starke Außenpolitik in Europa und eine Modernisierung der sozialen Sicherungssysteme“, findet Whittaker.

„Es kommt auf die Inhalte an“

Vom CDU-Programm überzeugt zeigt sich auch der mittelbadische Landtagsabgeordnete Tobias Wald: „Es kommt auf die Inhalte an und nicht die Person. Armin Laschet hat zudem ein gutes Team um sich herum. Wir sind gut aufgestellt.“ Sein Landtagskollege Alexander Becker sieht das ähnlich: „Mit der Entscheidung für Armin Laschet haben CDU und CSU jetzt eine wichtige Entscheidung getroffen und können sich auf den Wahlkampf vorbereiten. Transformation unserer Volkswirtschaft, der Umgang mit den Folgen der Corona-Pandemie und Digitalisierung sind Aufgaben, für die es eine starke Union braucht. Ich will nicht verhehlen, dass mir der Findungsprozess zu lange ging“, so Becker. Auch Wald bemängelte das gegenüber dem BT. Die Entscheidungsfindung habe zu lange gedauert, hätte besser vorbereitet sein müssen, so Wald.

Entscheidung auf offener Bühne

Die Rastatter CDU-Kreisvorsitzende Brigitte Schäuble bemängelte ebenfalls die langsame Entscheidungsfindung, betonte aber zugleich: „Die Entscheidung ist auf offener Bühne gefallen und nicht als Tête-à-Tête im Hinterzimmer – wie bei den Grünen. Es ist doch ein normaler Vorgang, dass es für Wirbel sorgt, wenn nach 19 Jahren bei der Union ein neuer Kanzlerkandidat gekürt wird. Die Umfragen sind nicht alles. Jetzt werden wir die Reihen schließen. Ich halte Armin Laschet für einen sehr erfolgreichen Ministerpräsidenten mit Durchsetzungskraft.“

Auch die Baden-Badener Oberbürgermeisterin (OB) Margret Mergen konnte der öffentlich ausgetragene Kanzlerdebatte etwas Gutes abgewinnen. Sie habe das „als Ausdruck der großen Bandbreite der Volkspartei CDU“ wahrgenommen. Die Wahl zwischen den beiden Kandidaten betrachtete sie als grundsätzlich Reflexion von politischem Führungsstil. Klare Kante ( Söder) gegen Vermittlung (Laschet). Auf die Frage, mit welchem dieser Stile Deutschland vorangebracht werden kann, antwortete sie kurz und knapp: „Laschets Stil kann das.“

„Säbelrasseln“ hat keine Sympathiepunkte gebracht

Die Rastatter CDU-Stadtverbands- und Gemeinderatsfraktionsvorsitzende Brigitta Lenhard hofft, dass man sich jetzt wieder auf die Inhalte konzentriert. Das „Säbelrasseln“ zwischen Laschet und Söder habe der CDU keine Sympathien eingebracht. Ralf Müller aus dem CDU-Kreisverband Baden-Baden hätte bei der Entscheidungsfindung eine Befragung der CDU-Basis in Form einer Mitgliederentscheidung für die bessere Variante gehalten. In Baden-Baden, so Müller, habe eine klare Stimmung für den bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder geherrscht. Doch in den kommenden Wochen und Monaten sei jetzt vor allem wichtig, die Partei geschlossen nach vorne zu bringen. Gleicher Meinung war Hans-Peter Braun, Bürgermeister in Bühlertal. Wie Jürgen Pfetzer, Rathauschef in Ottersweier, hatte er sich aber Söder als Kandidaten gewünscht.


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