Unklarheiten bei Impfterminvergabe

Baden-Baden (naf) – Falsche Informationen sorgen für Verwirrung bei der Impfterminvergabe. Sonderregelungen für Klinikpersonal stoßen auf Kritik.

Der Astrazeneca-Impfstoff ermöglicht einen Impftermin für weitere Prioritätsgruppen. Die damit einhergehenden Regelungen sind dabei nicht immer ganz klar. Foto: Kay Nietfeld/dpa

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Der Astrazeneca-Impfstoff ermöglicht einen Impftermin für weitere Prioritätsgruppen. Die damit einhergehenden Regelungen sind dabei nicht immer ganz klar. Foto: Kay Nietfeld/dpa

Die Impfterminvergabe sorgt ein weiteres Mal für Verwirrungen. Am Sonntag verkündete Gesundheitsminister Manfred Lucha (Grüne), dass nun auch Erzieherinnen, Erzieher und Lehrkräfte einen Termin für eine Corona-Impfung beantragen könnten. Probleme auf der dafür zuständigen Homepage reihten sich gestern allerdings hinter einigen weiteren Unklarheiten bezüglich der Impfstoff-Terminvergabe ein.

So war das pädagogische Personal trotz Luchas Ankündigung gestern nicht auf der betreffenden Internetseite aufgelistet, laut der sich weiterhin nur Personen mit der höchsten Priorität anmelden konnten. Diese schließt Menschen, die ein erhöhtes Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf haben, sowie Mitarbeiter im medizinischen Bereich, die im direkten Kontakt mit möglichen Corona-Patienten stehen, ein. Derweil informierte auch das Landesgesundheitsamt, dass „Lehrerinnen und Lehrer sowie Erzieherinnen und Erzieher bei den Impfungen vorgezogen und in die zweite Priorisierungsstufe eingruppiert“ werden. Bei der Frage, warum diese dann noch nicht auf der Online-Plattform ergänzt wurden, schaffte Florian Mader gestern Abhilfe. Laut dem Pressesprecher des Sozialministeriums sei der externe Dienstleister, der die Homepage betreut, dafür verantwortlich. Fakt sei jedoch: „Das pädagogische Personal kann sich ab heute um einen Termin bemühen“, stellt Mader auf BT-Anfrage klar, „und wir bemühen uns, dass die Informationen online entsprechend geändert werden.“ Als Teil der zweiten Prioritätsgruppe werden Erzieher und Lehrkräfte dann ab März mit dem Astrazeneca-Impfstoff geimpft.

Für Verwirrung sorgte in diesem Zusammenhang zunächst auch eine Pressemitteilung der Stadt Baden-Baden, die darauf verwies, dass am Mittwoch, 24. Februar, weitere Impftermine mit dem Impfstoff von Astrazeneca für Personen mit der höchsten Priorität, die unter 65 Jahre alt sind, freigeschaltet würden. Auf BT-Anfrage stellte sich gestern jedoch heraus, dass es am genannten Termin bereits zur Verabreichung dieses Impfstoffs kommen wird. Weitere Impftermine können also jederzeit beantragt werden – so lange es noch genügend gibt. Wie lange das sein wird, konnte Roland Seiter, Pressesprecher der Stadt Baden-Baden, zunächst nicht sagen.

Ein weiterer verärgerter BT-Leser wies zudem auf das Impfverhalten im Ortenau-Klinikum hin. Er kritisierte, dass Mitarbeiter der Klinikumsverwaltung, die nicht im direkten Kontakt mit Patienten stehen, bereits geimpft würden.

Welches Personal darf geimpft werden?


Auf Nachfrage bestätigte Klinikum-Pressesprecher Christian Eggersglüß, dass auch Mitarbeiter der Prioritätsstufe 2 geimpft würden. „Nach den Bestimmungen der Corona-Impfverordnung dürften Krankenhäuser den ihnen zugeteilten Impfstoff Astrazeneca bereits an Mitarbeiter der hohen Priorität (2) geben, wenn nach Verimpfung an die höchste Prioritätsstufe (1) noch Impfstoff vom zugeteilten Kontingent übrig ist“, erklärte Eggersglüß. Laut Verordnung gehören auch „Personen, die im öffentlichen Gesundheitsdienst oder in besonders relevanter Position zur Aufrechterhaltung der Krankenhausinfrastruktur tätig sind“ zu dieser zweiten Prioritätsgruppe.

Auch Mader bestätigte: Sofern medizinisches Personal der Priorität 2, das mit einem erhöhten Expositionsrisiko in Bezug auf das Coronavirus tätig ist, bereits geimpft wurde, „oder aktuell niemand aus dieser Gruppe verfügbar ist, ist damit auch die Impfung von Personal aus der zweiten Priorität möglich. Welches Personal vor Ort dazu im Einzelnen zählt, entscheidet das Krankenhaus“. Während Ärzte, die nicht im Krankenhaus arbeiten also noch keine Impfung erhalten, und einem höheren Infektionsrisiko ausgesetzt sind, kann die Klinikumsverwaltung selbst auf Impfstoffe zurückgreifen.


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