Unmut über Terminvergabe für Impfzentrum in Baden-Baden

Von Sarah Gallenberger

Baden-Baden (sga) – Viele Baden-Badener klagen über die Vorgehensweise bei der Terminvergabe für das Kreisimpfzentrum. Doch der Grund hierfür liegt nicht in der Stadtverwaltung.

Unmut über Terminvergabe für Impfzentrum in Baden-Baden

Impfung unter Kronleuchtern: In insgesamt vier Kabinen soll der Stoff ab dem 22. Januar im Kurhaus injiziert werden. Foto: Sarah Gallenberger

Im Rathaus glüht das Telefon. Seit Tagen rufen Bürger aus Baden-Baden und der Umgebung an, um nähere Informationen über das Kreisimpfzentrum im Kurhaus zu erfahren. Und immer wieder wird dieselbe Frage gestellt: Wann können endlich Termine vereinbart werden?

Auch in der Redaktion des Badischen Tagblatts steht das Telefon nicht still. Zahlreiche Leser beschweren sich darüber, nicht ausreichend bezüglich der Terminvereinbarung aufgeklärt worden zu sein. „Und über diese Hotline erreiche ich nie jemanden. Egal, wann ich anrufe“, klagt eine Baden-Badenerin. Nahezu täglich versuche sie, über die Rufnummer 116117 jemanden zu erreichen – doch Fehlanzeige. „Entweder stecke ich eine halbe Stunde in der Warteschleife, oder ich werde endlos weitergeleitet. So oder so, funktionieren tut da gar nichts.“

So geht es auch vielen anderen Bürgern. „Seit Wochen heißt es überall, dass es im Januar losgeht. Da muss man doch früh genug Bescheid wissen, wann man dort hingehen kann“, ärgert sich ein weiterer BT-Leser. Dass auch wenige Tage zuvor noch keine Terminvergabe stattfindet, kann er nicht nachvollziehen. „Immerhin soll es ja in wenigen Tagen schon losgehen.“

Impfstart auf 22. Januar verschoben

Doch aus besagten Tagen werden wohl eher zwei Wochen. Laut einer veröffentlichten Pressemitteilung des Ministeriums für Soziales und Integration wurde in Rücksprache mit den Kommunalen Landesverbänden beschlossen, den Start der Kreisimpfzentren vom 15. Januar auf den 22. Januar zu verschieben. Grund hierfür seien die geringen Impfstofflieferungen durch den Bund.

Heißt das, dass durch die Verschiebung mehr Zeit für die Terminvereinbarung gewonnen wird? „Nein“, informiert Maximilian Lipp auf BT-Anfrage. Der Leiter des städtischen Bereichs Ordnung und Sicherheit betont, dass die Termine generell nichts mit den Kommunen selbst zu tun habe: „Wir sind lediglich dazu da, um die organisatorischen Voraussetzungen zu erfüllen, und das haben wir bereits abgeschlossen.“ Das Impfzentrum im Kurhaus stehe quasi bereit. „Um mit der Arbeit zu beginnen, sind wir allerdings auf das Material des Landes angewiesen.“ Und das sei nun mal der Impfstoff.

Zentrale Impfzentren sind geöffnet

Das bedeutet im Umkehrschluss: Erst, wenn die genaue Liefermenge des Impfstoffs definiert werden kann, können auch Termine vergeben werden. „Wir verstehen selbstverständlich, dass die Menschen möglichst bald geimpft werden möchten“, sagt Stadtpressesprecher Roland Seiter. Doch es gebe nun mal die Vorgaben vom Land, an die sich jede Kommune zu halten habe – und die auch durchaus Sinn ergeben. Dennoch: „Wer es gar nicht mehr abwarten kann, hat immer noch die Möglichkeit, in eines der Zentralen Impfzentren zu fahren“, schlägt Seiter vor.

So hat es beispielsweise auch Nikolai Affemann gemacht (wir berichteten). Gemeinsam mit seiner 83-jährigen Mutter Ursula Affemann fuhr der Baden-Badener in das Zentrale Impfzentrum nach Stuttgart, um sich bereits am 29. Dezember das erste Mal den Stoff injizieren zu lassen. Nicht nur, dass dort alles gut funktioniert habe – nach dem gestrigen Artikel im BT seien einige Menschen, darunter auch viele Unbekannte, auf ihn und seine Mutter zugekommen, die sich aufgrund des positiven Erfahrungsberichts nun auch für eine Impfung entschieden haben.