Unterbrechung im Handball: „Das ist traurig!“

Baden-Baden (moe) – „Erwartbar“, „vernünftig“, „überfällig“, „unverständlich“ – die Saisonunterbrechung im regionalen Handball hat unterschiedliche Reaktionen ausgelöst.

Ausgebremst: Das Derby zwischen MuKu mit Benny Hofmann und der Reserve des TVS Baden-Baden um Philip Schulz (links) und Luca Hable findet nicht statt. Foto: Raymund Kunz

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Ausgebremst: Das Derby zwischen MuKu mit Benny Hofmann und der Reserve des TVS Baden-Baden um Philip Schulz (links) und Luca Hable findet nicht statt. Foto: Raymund Kunz

Die Entscheidung kam wenig überraschend: Nachdem bereits in Nordbaden und Württemberg der Spielbetrieb im Handball unterhalb der Oberligen unterbrochen worden war, zog wie bereits berichtet am späten Dienstagabend auch der Südbadische Handballverband (SHV) nach. Abgesehen von den Oberliga-Cracks des TVS Baden-Baden und den Drittliga-Frauen der SG Steinbach/Kappelwindeck ist demnach das Handballjahr 2021 für die Aktiven des Bezirks Rastatt beendet.

Eine Rückkehr zum Spielbetrieb ist laut Mitteilung des SHV für das Wochenende vom 8./9. Januar vorgesehen. Zudem hat der Verband bereits Termine veröffentlicht, an denen die abgesetzten Spiele nachgeholt werden sollen, konkret sind dabei die Wochenenden vom 29./30. Januar, 5./6. Februar und 12./13. Fe-

bruar genannt. Erst im Anschluss kann dann die Meister- beziehungsweise Abstiegsrunde starten. Insofern gibt der SHV schon jetzt zu bedenken: „Es kann zu einer Verlängerung der Saison kommen.“

Keine Qualispiele für Südbadenligen bei der Jugend

Die Jugend soll am 15./16. Januar wieder zum Wettkampfbetrieb in die Hallen zurückkehren. Das soll gewährleisten, dass alle Kinder und Jugendlichen nach dem Ende der Winterferien erst wieder dem Ball hinterherjagen, wenn sie eine Woche über die regelmäßigen Corona-Tests in der Schule abgesichert sind. Darüber hinaus gibt es beim Nachwuchs in den Bezirken keine weiteren Qualifikationsspiele für die Südbadenligen in der laufenden Saison. „Die Bezirke melden ihre Mannschaften zu den Südbadenligen auf Basis der bisher ausgetragenen Spiele. Die Rangliste der Mannschaften wird dabei mittels der Quotientenregel ermittelt“, heißt es vonseiten des SHV.

„Logik lässt zu wünschen übrig“

Bei den betroffenen Vereinen im Aktivenbereich kommt die Saisonunterbrechung nicht überall gut an: „Es ist leider so gekommen, wie wir es uns nicht gewünscht haben“, sagt beispielsweise Benny Hofmann, der Spielertrainer der SG Muggensturm/Kuppenheim, der mit seinem Team am Samstag im Südbadenliga-Derby bei der Reserve des TVS Baden-Baden hätte antreten wollen. Die Entscheidung „muss man so hinnehmen. Aber es ist natürlich traurig für alle Beteiligten, denn ich glaube, es gibt keinen, der nicht gerne weitergespielt hätte“, so Hofmann, für den das Vorgehen des SHV auch deshalb „unverständlich“ ist, weil sich der Handball bisher nicht als Infektionstreiber hervorgetan habe: „Die Konzepte stehen doch. Auch mit Zuschauern“, so Hofmann.

Michael Wagner moniert derweil die fehlende Stringenz der Verbandsentscheidungen – Stichwort Saisonfortsetzung in den Oberligen. Der Spielertrainer des Landesligisten ASV Ottenhöfen glaubt, „dass eine einheitliche Lösung sinnvoller gewesen wäre, denn das Virus macht auch vor der Oberliga nicht halt. Das finde ich dann doch sehr merkwürdig“. Insgesamt war das jetzige Prozedere für Wagner „zu erwarten“, eine Saisonunterbrechung sei für ihn „am vernünftigsten“.

„Gesundheit ist wichtiger als Sport“

Ein derartiges Votum hätte sich Volker Heilmann sogar noch deutlich früher gewünscht: „Grundsätzlich fällt es mir nicht schwer, mit der Unterbrechung zu leben, zumal meine Familie und ich durch Vorerkrankungen belastet sind. Die Gesundheit ist mir wichtiger als der Sport. Nicht nachvollziehbar ist, dass vor einem Jahr bei einer Inzidenz von circa 150 abgebrochen, jetzt aber bei über 400 noch gespielt wurde. Auch die Entscheidungsgeschwindigkeit und die Logik lässt zu wünschen übrig“, findet der Coach des Landesligisten SG Ottersweier/Großweier durchaus mahnende Worte.

Trainieren werden die neu formierte SG, der Landesliga-Tabellenführer aus Ottenhöfen und auch das Südbadenliga-Topteam aus Muggensturm weiterhin, abgesehen von einer Woche Pause in der Weihnachtswoche. „Wir wollen im Saft bleiben. Zudem haben die Jungs alle Bock auf Handball“, versichert MuKu-Coach Hofmann und hofft wie seine Kollegen, „dass es im Januar weitergeht“. Doch angesichts des „mächtigen Programms“ (Wagner) wirft Hofmann die Frage in den Raum, was denn nach dem Jahreswechsel „anders sein soll? Die Situation könnte sich meines Erachtens eher noch verschlimmern: Nach Weihnachten und Silvester könnten die Zahlen sogar noch höher sein als jetzt. Wir sind auf jeden Fall gespannt, wie sich alles entwickelt“.

Ihr Autor

BT-Redakteur Moritz Hirn und Wolfram Braxmaier

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Erstellt:
8. Dezember 2021, 18:30 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 57sec

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