Unterricht in der Natur des Murgtals

Gernsbach (red) – Die Grundschule Hilpertsau ist seit fünf Jahren Naturpark-Schule. Sie war die erste im Nordschwarzwald. Nun ist sie erneut zertifiziert worden.

Die erste Naturpark-Schule ist nun erneut zertifiziert: Naturpark-Vorsitzender Klaus Mack dankt den Hilpertsauern für ihre Vorbildfunktion im Naturpark. Foto: Jochen Denker/Naturpark

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Die erste Naturpark-Schule ist nun erneut zertifiziert: Naturpark-Vorsitzender Klaus Mack dankt den Hilpertsauern für ihre Vorbildfunktion im Naturpark. Foto: Jochen Denker/Naturpark

Fünf Jahre ist es her, dass die Grundschule Hilpertsau als erste Naturpark-Schule im Naturpark Schwarzwald Mitte/Nord ausgezeichnet wurde. Der ehemalige Naturpark-Vorsitzende, Landrat a. D. Jürgen Bäuerle, lobte die Schule damals als „Vorbild für viele andere Schulen“. Und tatsächlich: Inzwischen gibt es im mittleren und nördlichen Schwarzwald bereits elf Naturpark-Schulen.

Fünf neue Schulen stehen kurz vor der Auszeichnung, zahlreiche weitere haben bereits ihr Interesse bekundet, moderne Heimatkunde fest im Unterrichtsplan zu verankern, heißt es in einer Mitteilung des Naturparks. Während die Hilpertsauer Grundschüler von damals schon gar nicht mehr an der Schule sind, ist die Grundidee geblieben und inzwischen eng mit dem Schulalltag verbunden. Und das mindestens fünf weitere Jahre lang – nach Ablauf der ersten Zertifizierungsperiode wurde die Schule jetzt erneut ausgezeichnet.

Eine entsprechende Urkunde musste aufgrund der Corona-Pandemie zwar per Post zugeschickt werden. Naturpark-Vorsitzender Klaus Mack gratulierte aber und dankte den Hilpertsauern für die Vorbildfunktion im Naturpark. „Dass die Naturpark-Schule bei Schülern, Lehrern und außerschulischen Partnern auf so große Resonanz gestoßen ist, freut mich wirklich sehr. Über die Jahre ist nicht nur eine Vielzahl von Unterrichtsmodulen entstanden, sondern auch ein engagiertes Netzwerk“, lobte Mack. Auch die Stadt Gernsbach steht von Anfang an hinter dem Projekt. „Die Naturpark-Schule ist wie das Infozentrum Kaltenbronn ein Aushängeschild für gelungene Natur- und Umweltbildung. Deshalb unterstützen wir das Projekt natürlich weiter finanziell“, erklärte Bürgermeister Julian Christ.

15 Module mit vielen außerschulischen Partnern entwickelt

Insgesamt 15 Module haben die Lehrer gemeinsam mit außerschulischen Partnern entwickelt. Dabei werden gemeinsam mit den Kindern unterschiedliche Themenbereiche erkundet – vom Leben im nahen Wald über Streuobst und seine Verwendung bis hin zum Bauernhofleben oder gesunder Ernährung mit heimischen Lebensmitteln. „Dass wir so viele unterschiedliche und für die Kinder interessante Module im Unterricht durchführen können, dafür möchte ich unseren außerschulischen Partnern, unserem gesamten Kollegium und unserer Projektleiterin Brigitte Seiser ganz besonders danken“, sagte Schulleiter Benjamin Böhm. So war und ist Brigitte Seiser – erst als Schulleiterin und dann im Ruhestand als Projektleitung – an der Entwicklung aller Module beteiligt. Im Netzwerk mit dabei sind inzwischen die örtlichen Förster, Imker, Kräuterpädagoginnen, das Infozentrum Kaltenbronn sowie die Obst- und Gartenbauvereine Hilpertsau und Reichental. Geplant ist noch die Anlage eines Schulgartens. Dieser soll unter anderem aus Mitteln finanziert werden, die im Zuge der jährlichen Krötenschutzaktionen von Naturschutzreferent und Gemeinderat Stefan Eisenbarth sowie Regierungspräsidentin Sylvia M. Felder (beide CDU) gespendet wurden.

Das Besondere an dem Projekt ‚Naturpark-Schule‘ ist, dass alte Kultur- und Naturkenntnisse der Menschen vor Ort in die Schule getragen werden. Die Schüler lernen auf diese Weise nicht nur das „Damals“ kennen, sondern werden gleichzeitig dazu animiert, eigene Ideen für die zukünftige Gestaltung ihrer Heimat – den Naturpark – zu entwickeln.

Schulleiter Böhm und Projektleiterin Seiser hoffen, dass Schüler, Elternvertreter und Lehrter die Feier anlässlich der Rezertifizierung 2021 im Rahmen eines Sommerfests nachholen können.


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