Unterschriften gegen die Krachmacher

Gaggenau (tom) – Bis zum „Tag des Lärms“ am 26. April wollten geplagte Bewohner der Innenstadt nicht warten. Mit einer Unterschriftenaktion wenden sie sich an die Stadt Gaggenau. Ihr Ziel: Auf der Rennstrecke und Posermeile August-Schneider-Straße soll dauerhaft eine Geschwindigkeitsbeschränkung gelten.

Statt 50 km/h soll ab hier nur noch maximal Tempo 30 möglich sein, lautet die Forderung von Anwohnern. Foto: Senger

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Statt 50 km/h soll ab hier nur noch maximal Tempo 30 möglich sein, lautet die Forderung von Anwohnern. Foto: Senger

„Verkehrsberuhigung und Lärmreduzierung in der August-Schneider-Straße im gesamten Bereich zwischen 20 km/h Zone und Schiller-Straße“ lautet die Forderung. Die allermeisten Bewohner von vier Mehrfamilienhäusern im Umfeld fordern deshalb die Stadt Gaggenau auf, „Maßnahmen zu ergreifen, um den Verkehr in der August-Schneider-Straße zu beruhigen und damit den durch den Verkehr entstehenden Lärm zu reduzieren“.

Dazu werden folgende Maßnahmen angemahnt:

Tempo 30 zwischen der 20 km/h-Zone und Schillerstraße in beide Richtungen.

Eine Blitzersäule auf der Höhe der Bushaltestelle „Rathaus“.

Regelmäßige Kontrollen durch die Polizei.

Zur Begründung führen die Initiatoren der Aktion ins Feld: In Richtung Schillerstraße werde in der August-Schneider-Straße nach der 20er-Zone spätestens an der Ampelanlage am Marktplatz oft sehr stark und damit auch sehr laut beschleunigt, nicht selten auf weit mehr als 50 km/h. „Wenn die Ampel nach 19 Uhr ausgeschaltet ist, wird schon kurz nach dem Bahnhof Gas gegeben, um oft mit ohrenbetörendem Lärm und zum Teil elektronisch gesteuerten Fehlzündungen die breite August- Schneider-Straße entlang zu rasen. Oft finden auch Auto- und Motorradrennen statt. Ruhebedürftige Erwachsene werden nachts aus dem Schlaf gerissen, ebenso Babys und Schulkinder.“

Vollgas bis zur
Fußgängerampel

Es ist nicht die erste Unterschriftenaktion, die von Menschen gestartet wurde, die im Bahnhofsumfeld und in Sicht- oder Hörweite der August-Schneider-Straße wohnen. Wildes nächtliches Parken an Bushaltestellen, „ein ständiges Anfahren und Wegfahren und zwar so, dass es alle mitbekommen“, hatte bereits 2017 Anwohner aktiv werden lassen. Sogar auf Video war dokumentiert worden, wie ein „Zeitfahren“ in der August-Schneider-Straße am helllichten Tag ablief: Ein tiefschwarzer E-Klasse-Mercedes stellte sich auf Höhe des Pfarrhauses von St. Josef auf, dann gab der Fahrer Vollgas bis zur Fußgängerampel am Bahnübergang Friedrich-Ebert-Straße.

Die Stadt reagierte unter anderem mit Geschwindigkeitskontrollen. Sowohl Verwaltung als auch Ratsmitglieder machten immer wieder deutlich, dass sie das Problem ernst nehmen. Auf Initiative des Arbeitskreises Umwelt und Natur fand im Oktober 2018 eine Podiumsdiskussion zum Thema Verkehrslärm im Bürgersaal des Rathauses statt. Unter den Teilnehmern war auch Thomas Marwein, der Lärmschutzbeauftragte des Landes Baden-Württemberg.

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Erstellt:
31. März 2020, 22:00 Uhr
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