Unterschriftenaktion gegen Raser auf Rastatter Straße in Bietigheim

Bietigheim (as) – Bauliche Veränderungen der Rastatter Straße in Bietigheim fordern Anwohner mit einer Unterschriftenaktion. Sie wollen damit Raser ausbremsen und jugendlichen Posern Einhalt gebieten.

Die schnurgerade Rastatter Straße in Bietigheim lädt offenbar manche ein, trotz Tempo 30 Gas zu geben. Foto: Vetter

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Die schnurgerade Rastatter Straße in Bietigheim lädt offenbar manche ein, trotz Tempo 30 Gas zu geben. Foto: Vetter

Die Raser in der Rastatter Straße in Bietigheim bringen viele Anwohner langsam zur Raserei: „So kann es nicht weitergehen“, schimpft einer, der sich nach dem BT-Bericht vom Samstag bei der Redaktion gemeldet hat. Er erzählt von regelmäßigen Geschwindigkeitsüberschreitungen bis zu 70 km/h in der Tempo-30-Zone. Ein weiteres Ärgernis sind offenbar Jugendliche mit Kleinkrafträdern, die vor allem in den Abendstunden mit durchdrehenden Reifen und teils auch Drohgebärden gegenüber Anwohnern negativ auffallen, wie andere der Redaktion berichten.

Aus Sorge vor massiven Belästigungen und möglicherweise persönlichen Anfeindungen möchten die Anwohner nicht namentlich genannt werden. „Mein Nachbar ist von Jugendlichen schon massiv angegangen worden, als er ihr Treiben mit dem Handy gefilmt hat“, berichtet einer.

Dennoch haben die Anwohner sich jetzt zusammengetan, um eine Veränderung der Situation herbeizuführen. Sie sammeln Unterschriften, die ihren Antrag auf bauliche Veränderungen zur Verkehrsberuhigung in der Straße und eine Fußgänger-Drückampel untermauern sollen. Knapp 100 Bietigheimer hätten bereits unterzeichnet, berichtet einer der Initiatoren. Das Schreiben ans Landratsamt Rastatt, das für die Kreisstraße zuständig ist, sei bereits verfasst.

Sorge um die Kinder

Viele der Neu-Bietigheimer, die im Bereich der früheren B36 (heute Rastatter Straße) gebaut haben, sorgen sich um das Wohl ihrer Kinder. Denn die Rastatter Straße stellt einen Teil des Schulwegs dar. „Es gibt keine Ampel, keinen Zebrastreifen, wie sollen Grundschüler, die die Geschwindigkeit der Autos nicht einschätzen können, die Straße gefahrlos queren“, fragt ein Vater. Denn dass auf dem rund 700 Meter langen Straßenabschnitt die Vorfahrtsregelung rechts vor links gilt, werde ebenfalls regelmäßig missachtet, hat er beobachtet. Einige Anwohner haben die Straßenverkehrsgefährdungen auch schon auf Videos festgehalten. Dass die zuständige Straßenverkehrsbehörde im Landratsamt Rastatt dann zwischen 12 und 15 Uhr einen Blitzer aufstellte – „in einer Zeit, in der es am ruhigsten ist“, wie einer anmerkt – können die Bietigheimer nicht nachvollziehen: „Das bringt doch nichts.“ Sie wünschen sich vielmehr eine konzertierte Aktion von Polizei und Straßenverkehrsamt. Es gebe Szenen, bei denen die, die sich an Tempo 30 halten, auf der Straße überholt werden, ist einer der Initiatoren fassungslos über so viel Unverfrorenheit.

Auf ihrer Seite wüssten sie Bürgermeister Constantin Braun, mit dem sie im ständigen Austausch seien. Er habe auch versprochen, sich für einen Dialog mit einigen der Jugendlichen einzusetzen, die mit Motorrollern oder Kleinkrafträdern die Straße rauf und runter heizen. Denn manche seien durchaus namentlich bekannt, heißt es. „Denen ist vielleicht gar nicht bewusst, was passieren könnte“, möchte ein Anwohner diesen gerne mal persönlich seine Sorge schildern. Ob es zu einem solchen Gespräch kommt, bleibt abzuwarten. Denn das setzt natürlich Freiwilligkeit voraus.

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Erstellt:
2. September 2020, 12:08 Uhr
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