Unterstützung für Rastatter Amtstierärzte

Rastatt (for) – Das Landratsamt Rastatt soll 1,5 zusätzliche Amtstierarztstellen erhalten. Das hat das baden-württembergische Ministerium für Ländlichen Raum mitgeteilt. Eine dieser Stellen werde im Sachgebiets Veterinärwesen, die halbe Stelle im Sachgebiet Lebensmittelüberwachung eingesetzt, so Peter Reith, Leiter des Amts für Veterinärwesen und Lebensmittelüberwachung beim Landratsamt Rastatt.

Ein Lebensmittelkontrolleur überprüft die Temperatur eines Hähnchens. Wegen Personalmangels mussten in der Vergangenheit Routinekontrollen oft ausfallen. Foto: Anspach/dpa

© dpa

Ein Lebensmittelkontrolleur überprüft die Temperatur eines Hähnchens. Wegen Personalmangels mussten in der Vergangenheit Routinekontrollen oft ausfallen. Foto: Anspach/dpa

Laut Reith wurden die Stellen bereits vom Land ausgeschrieben. „Ich hoffe, dass das Personal spätestens im September oder Oktober zur Verfügung stehen kann“, sagt er. Zwar könnten die zusätzlichen Stellen den eigentlichen Bedarf nicht decken. „Aber die Amtstierärzte werden bestimmt sehr viel weniger belastet sein und alle erforderlichen Aufgaben wieder mit noch mehr Sorgfalt leisten können“, meint Reith. So seien Routinekontrollen in der Vergangenheit oft ausgefallen, „weil dringende, sofort zu erledigende Aufgaben oder Notfälle dazwischenkamen“.

Derzeit 5,5 Stellen besetzt

Der Bedarf für das Veterinäramt Rastatt wurde laut Reith 2012 vom Land auf 7,5 Stellen errechnet. Derzeit seien beim Landratsamt Rastatt 5,5 Amtstierarztstellen besetzt, von denen allerdings 1,5 Stellen sogenannte Gemeindetierarztstellen sind, deren Kosten vom Landratsamt an das Land erstattet werden.

Die Gemeindetierärzte seien etwa für Zertifizierungen von Waren ins Ausland zuständig. „Diese Tätigkeiten werden als Dienstleistungen für die Betriebe ausgeführt und diesen in Rechnung gestellt“, erklärt Reith. „So haben wir einen Lebensmittelbetrieb im Landkreis, für den wir eine komplette Tierarztstelle einrechnen müssen.“ Zudem gebe es viele Sonderbetriebe und das PFC-Geschehen, was ein erhöhtes Arbeitsaufkommen mit sich ziehe.

Hohe Belastungssituation

„Dadurch ist die Belastungssituation im Veterinäramt grundsätzlich sehr hoch“, betont Reith. Zudem unterstützten die Lebensmittelkontrolleure derzeit das Gesundheitsamt bei der Kontaktpersonenermittlung im Zusammenhang mit Corona-Infektionen.

Im Allgemeinen gehören zu den Hauptaufgaben eines Amtstierarztes der Tierschutz sowie die Erhaltung der Tiergesundheit, die Arzneimittelüberwachung in Nutztierbeständen und die lebens- und fleischhygienerechtliche Überwachung von Lebensmittel- und Bedarfsgegenständen produzierender Betriebe.

„Außerdem beschäftigen sich Amtstierärzte mit der tierseuchenrechtlichen Zertifizierung von Lebensmitteln, Bedarfsgegenständen oder Tieren, die in der EU verbracht oder in Drittländer exportiert werden“, teilt Reith mit.

Für Kontrollen am Schlachthof Bühl im Einsatz

Auch am Schlachthof Bühl werden amtliche Tierärzte zur Schlachttier- und Fleischbeschau eingesetzt. Dabei handele es sich um Tierärzte, die meist eine eigene Praxis hätten, erklärt Peter Reith, Leiter des Amts für Veterinärwesen und Lebensmittelüberwachung beim Landratsamt Rastatt. „Sie übernehmen ihre Aufgabe am Schlachthof Bühl hoheitlich für den Landkreis und werden von amtlichen Fachassistenten unterstützt.“ Diese Kollegen seien an jedem Schlachttag im Schlachthof. Zusätzlich kontrollierten Amtstierärzte, die ausschließlich im Veterinäramt arbeiten, derzeit mindestens einmal monatlich den Schlachthof. „Dabei werden vor allem der Tierschutz bei der Schlachtung, die fleisch- und lebensmittelhygienischen Vorgaben sowie die dazugehörige Dokumentation im Betrieb kontrolliert“, teilt Reith auf BT-Nachfrage mit.

Zum Artikel

Erstellt:
28. Mai 2020, 21:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 12sec

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen


Kommentare können für diesen Artikel nicht mehr erfasst werden.