Unterstützung von oben für die Feuerwehr in Bühl

Bühl (sga) – Die Bühler Floriansjünger sind nun mit einer Drohne technisch besser ausgestattet. Doch aufgrund von Corona leidet der Nachwuchs an der derzeitigen Situation.

Sehr hilfreich: Vor allem die Wärmebildkamera der Drohne unterstützt die Einsatzkräfte. Foto: Sarah Gallenberger

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Sehr hilfreich: Vor allem die Wärmebildkamera der Drohne unterstützt die Einsatzkräfte. Foto: Sarah Gallenberger

Es ist ein großes Feuer, das im Mai 2020 in Oberbruch wütet. „Bei solchen Fällen können uns Bilder von oben sehr helfen“, weiß Günter Dußmann als Hauptbrandmeister der Freiwilligen Feuerwehr Bühl. Deshalb habe es auch nicht lange gedauert, bis die Drohne angeschafft worden ist – bisher wurden schon gute Erfahrungen mit dem Gerät gemacht.

Zum Einsatz kam die Drohne zum Beispiel schon bei einer großen Suchaktion an der Schwarzenbachtalsperre. „Vorteilhaft sind hierbei die zusätzlichen Funktionen“, erklärt Oliver Linz. Mit dem unbemannten Flugobjekt kennt sich der stellvertretende Abteilungskommandant gut aus, „ein wenig Übung reicht hier allerdings nicht, man muss sich schon regelmäßig mit der Technik auseinandersetzen, um sie bei einem Einsatz problemlos zu beherrschen“. Mit sogenannten Suchscheinwerfern und der Blitzleuchte, vor allem aber bei der richtigen Bedienung, könne solch eine Drohne enorm weiterhelfen. „Vorteilhaft ist auch der Lautsprecher“, geht Linz weiter auf die Funktionen ein. Im Falle einer Gefahrensituation könne dann mit der Person Kontakt aufgenommen und signalisiert werden, dass bereits Hilfe unterwegs ist.

Besonders gut kennt sich Oliver Linz mit der fliegenden Technik aus. Foto: Sarah Gallenberger

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Besonders gut kennt sich Oliver Linz mit der fliegenden Technik aus. Foto: Sarah Gallenberger

Für die Arbeit der Feuerwehr nützlich ist auch die Wärmebildkamera. „Zudem erkennt die Drohne spezielle Bereiche, die aufgrund der Rechtsgrundlage eventuell nicht angeflogen werden können“, so Linz. Das bedeutet: Befindet sich das Flugobjekt zum Beispiel in der Nähe eines Flugplatzes oder eines Justizgebäudes, stoppt es und weist seinen Nutzer über den Bildschirm darauf hin. „Das ist insofern gut, weil wir uns dann aktiv dafür entscheiden müssen, trotz Hinweis weiterzufliegen“. Was im Falle eines Brands natürlich notwendig sei.

Drohne im ganzen Landkreis einsetzbar

Gekostet hat die technische Hilfestellung rund 3.500 Euro, „wovon ein Teil vom Landkreis bezuschusst worden ist“, weiß Hauptbrandmeister Dußmann. Was die Anschaffung betreffe, musste nicht viel Zeit vergehen: „Nachdem wir die Stadt über unseren Wunsch informiert haben, stimmte auch unser Oberbürgermeister Hubert Schnurr zu.“ In Absprache mit dem Kreisbrandmeister Heiko Schäfer sei das Flugobjekt im ganzen Landkreis einsatzbereit. Zudem verfüge auch die Feuerwehr Baden-Baden über solch eine Drohne.

Damit die fliegende Technik künftig bestmöglich bei Einsätzen unterstützen kann, bedarf es einer regelmäßigen Übung. „Das ist aktuell natürlich etwas schwer“, weist Dußmann auf die Corona-Situation hin. Seit Monaten liege der Übungsdienst weitestgehend still, weil es die Abstandsregelungen und Kontaktbeschränkungen nicht zulassen. Der Hauptbrandmeister hat für die Maßnahmen Verständnis, bedauert die Situation dennoch sehr: „Nicht nur, dass aufgrund fehlender Übung auch die Routine ein Stück weit fehlt. Es ist auch unser Nachwuchs, der derzeit sehr leiden muss.“ Denn neben den 254 Mitgliedern der Freiwilligen Feuerwehr Bühl, wozu auch alle Ortsteile zählen, gibt es circa 150 Kinder und Jugendliche zwischen sechs und 17 Jahren, die aktuell nicht viel tun können. Seit Januar 2020 habe es keine Termine mehr gegeben. Was nötig war, wurde durch Videobesprechungen ersetzt, „aber das ist natürlich nicht mit persönlichem Kontakt gleichzusetzen“. Beim Nachwuchs sei da Sensibilität gefragt. „Aber irgendwann geht es wieder normal weiter“, hofft Dußmann. Die Tatsache, dass die aktuellen Einschränkungen, vor allem bezüglich der Jüngeren, nicht einfach seien, ändere sich jedoch nicht: „Uns tut das im Herzen weh.“

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Erstellt:
26. Januar 2021, 22:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 36sec

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