Untersuchungen am „Fremersberg“ laufen

Baden-Baden (cn) – Im Sommer löste die Nachricht, dass das „Gasthaus Fremersberg“ in Varnhalt in städtischer Hand bleibt unter Kommunalpolitikern Erleichterung aus. Was hat sich seither getan?

Langwieriger Prozess: Veränderungen am und im ehemaligen „Gasthaus Fremersberg“ gehen nur in enger Abstimmung mit den Denkmalschützern. Foto: Christina Nickweiler

© cn

Langwieriger Prozess: Veränderungen am und im ehemaligen „Gasthaus Fremersberg“ gehen nur in enger Abstimmung mit den Denkmalschützern. Foto: Christina Nickweiler

„Wir haben die Bedeutung des historischen Bauwerkes erkannt. Deswegen hat die GSE das Gebäude erworben. Wir wollen, dass es wieder erblüht“, hatte der Geschäftsführer der Gesellschaft für Stadtentwicklung (GSE), Alexander Wieland, im Juli des vergangenen Jahres bei einer Sitzung des Rebland-Ortschaftsrates gesagt.

Auch wenn sich seitdem erkennbar nichts tut – hinter den Kulissen habe man sich bei der GSE intensiv mit dem Projekt „Gasthaus Fremersberg“ auseinandergesetzt, um ein Konzept zu erarbeiten, das zu dem Gebäude passe, teilt Wieland auf Anfrage dieser Zeitung mit. So sei inzwischen die Bausubstanz mit Holzbaufachleuten und Restauratoren analysiert und das Gebäude laut Wieland dreidimensional aufgemessen worden.

Der GSE-Geschäftsführer spricht von einem „langwierigen Prozess“, da eine Abstimmung mit dem Landesdenkmalamt, aber auch mit der städtischen Denkmalbehörde stattfinden müsse. Mitte März sei ein Termin mit den zuständigen Denkmalschützern vor Ort geplant, informiert Wieland.

Zwar habe die GSE schon mögliche Konzepte zur weiteren Nutzung des Gebäudes erarbeitet, inwieweit diese aber umsetzbar seien, hänge von der Einschätzung der Denkmalschützer ab. Genauere Angaben zu den Konzepten machte Wieland indes nicht, nur so viel: „Wohnraum oder gewerblich“. So werde bei dem gemeinsamen Termin vor Ort geprüft, ob Anbauten an das Gebäude möglich sind. Und fest steht auch: „Es wird kein Restaurant mehr werden“, sagt Wieland.

Erleichterung über den Erwerb des Baudenkmals gab es zuletzt in der Bevölkerung und unter den Ortschaftsräten insofern, als dass es in den vergangenen 20 Jahren zu oft Fälle gab, bei denen die Stadt denkmalgeschütztes Kulturgut an Investoren veräußert und bei ortsbildprägenden Gebäuden von ihrem allgemeinen Vorkaufsrecht keinen Gebrauch gemacht hatte.

Wie bereits mehrfach berichtet, war das Mitte des 18. Jahrhunderts entstandene Gebäude in der Gallenbacher Straße vor dem Verkauf an die GSE mehrfach Streitpunkt unter den Kommunalpolitikern. Nachdem der Besitzer der Franz-Brauerei Rastatt, Wolfgang Scheidtweiler, das Gebäude erworben, jedoch keinen Betreiber für die Gaststätte gefunden hatte, gab es zuletzt Forderungen, das historische Gebäude komplett abzureißen, um dem Autoverkehr eine ungehinderte Fahrt ins Dorf zu gewährleisten.

Ihr Autor

unserer Mitarbeiterin Christina Nickweiler

Zum Artikel

Erstellt:
21. Februar 2022, 14:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 02sec

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen


Kommentare können für diesen Artikel nicht mehr erfasst werden.