Urlaub daheim: Der Botanische Garten in Karlsruhe

Karlsruhe (marv) – Wer in diesen aufgeregten Zeiten zur Ruhe kommen möchte, dem sei ein Besuch des Botanischen Gartens in Karlsruhe ans Herz gelegt. Dort kann man gut dem Alltagsstress entfliehen.

Bis zu zehn Meter hoch dürfen die Palmen des Botanischen Gartens wachsen. Archivfoto: Marvin Lauser

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Bis zu zehn Meter hoch dürfen die Palmen des Botanischen Gartens wachsen. Archivfoto: Marvin Lauser

Direkt hinter dem Torbogengebäude wartet im Botanischen Garten in Karlsruhe eine Überraschung auf die Besucher. Dort wächst in einem großen Tonkübel eine außergewöhnliche Gewürzrindenart. Wenn man mit den Fingern an ihren Blättern reibt, duften diese nach Popcorn. Da die Gartenanlage neben diesem kinotypischen Geruch weitere wohlriechende Pflanzen wie Basilikum, Jasmin, Lavendel, Liebstöckel, Oleander, Rosenblüten oder Thymian im petto hat, bieten die Referenten Thomas Huber und Günter Seibert Sonderführungen zum Thema „Genuss und Geschichte“ an. Unter dem Slogan „Ganz schön dufte ... Schmecken, Riechen, Fühlen“ wird den Sinnen der Teilnehmer einiges geboten.

Ähnlich filmreif wie die Gewürzrinde sind auch die penibel gestutzten Hecken des zwischen Orangerie und Bundesverfassungsgericht gelegenen Areals. Umgeben von diesen akkurat geformten, saftig grünen Gewächsen kann man in Ruhe ein Buch lesen, sich einem Tagtraum hingeben oder in der Mittagspause eine Kleinigkeit essen. „Der Botanische Garten ist ein Ort zum zur Ruhe kommen – ein Ort, wo das Schwungrad des Lebens mal nachlässt, gleichzeitig aber ein großes Besuchermonument mit deutlich über 100.000 Gästen im Jahr“, erklärte Michael Hörrmann, einer der Geschäftsführer der Staatlichen Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, dem BT 2018.

Auch den Menschen, die über die schön angelegten Wege flanieren, wird mit der bunten Bepflanzung einiges geboten. Jedes Jahr arrangieren Gartenleiter Thomas Huber und sein Team den Garten nach seinen und den Vorstellungen seines Vorgesetzten Prof. Dr. Hartmut Troll, dem stellvertretenden Leiter des Bereichs Objektmanagement und historische Gärten.

Seit der Sanierung im Frühjahr 2018 sind die Fenster der Schauhäuser wieder abgerundet. Archivfoto: Marvin Lauser

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Seit der Sanierung im Frühjahr 2018 sind die Fenster der Schauhäuser wieder abgerundet. Archivfoto: Marvin Lauser

Wichtig bei der Auswahl ist laut Huber neben der Optik vor allem, dass die Pflanzen von Mai bis Oktober durchblühen müssen. Weitere Vorgaben sind Form und Größe der entlang der Wege angeordneten Beete. Nach wenigen Metern führt jeder dieser Wege an einem Brunnen vorbei.

Wasser spielt in Gärten seit jeher eine große Rolle. Der Urtyp einer jeden Gartenanlage ist laut Hörrmann überall gleich aufgebaut: Sie besteht demnach aus Pflanzen, Wasser und einem Zaun. In Karlsruhe sorgt das kühle Nass in den jüngst renovierten Schauhäusern für angenehme Luft, die Brunnen mit ihrem Geplätscher haben außerdem eine beruhigende Wirkung auf die Besucher des Gartens.

Ein um 1871 errichteter und im Zweiten Weltkrieg komplett verschütteter Brunnen kam erst 2015, im Zuge der Umbaumaßnahmen des Kalthauses, wieder zum Vorschein. Er wurde vollständig restauriert und mit mehreren Farnen gestaltet, an denen nun langsam das Wasser heruntertropft. Im Umfeld dieses Bauwerks, wo im Winter Zitronen und viele Kübelpflanzen lagern, ist im Sommer eine Fläche für Studierende der Akademie der Bildenden Künste reserviert.

Rotblättriger Grünkohl vor einem der Schauhäuser des Botanischen Gartens. Archivfoto: Marvin Lauser

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Rotblättriger Grünkohl vor einem der Schauhäuser des Botanischen Gartens. Archivfoto: Marvin Lauser

„Jeder Mensch hat heutzutage ein Ziel, auf das er hinarbeitet. Dadurch bekommt man vielleicht eine Art Tunnelblick. Wir wollen diesen Blick lenken und die Menschen für ihre Umwelt sensibilisieren“, so Gartenleiter Huber. Wichtig ist den Gärtnern dabei das Thema Biodiversität: Im Botanischen Garten werden natürliche Gegenspieler anstelle von Pestiziden eingesetzt. Zusätzlich zur Pflanzenvielfalt möchte man so auch die Insektenvielfalt erhalten. Im Moment müsse man ab und an noch per Hand bestäuben. Er habe aber Hoffnung auf ein natürliches Gleichgewicht zwischen Nützlingen und Schädlingen, betont der Leiter des Gartens: „Wir arbeiten schließlich mit und nicht gegen die Natur“.

Öffnungszeiten: Der Botanische Garten ist barrierefrei, öffentlich und täglich ab 6 Uhr bis Einbruch der Dunkelheit (im Sommer gegen 22, im Winter circa 17 Uhr) begehbar. Die Schaugewächshäuser sind aktuell freitags von 12 bis 16.45 Uhr sowie samstags, sonntags und feiertags von 10 bis 17.45 Uhr geöffnet. Coronabedingt dürfen derzeit maximal 19 Personen gleichzeitig die Schaugewächshäuser betreten. Wegen der gültigen Corona-Verordnungen des Landes gilt zumindest im Eingangsbereich der Gebäude eine Pflicht zum Tragen von Mund-Nasen-Bedeckungen und Abstand von 1,5 Metern zu anderen. In der Weite der Anlagen können die Masken abgenommen werden, wenn die Situation es zulässt, heißt es auf der Homepage der Schlösser und Gärten.

Dieser Artikel ist ursprünglich im August 2018 in der Auszeit erschienen. Im Rahmen des Throwback Thursday, einer Reihe des BT-Instagram-Teams, haben wir ihn passend zur aktuellen BT-Serie „Urlaub daheim“ aus dem Archiv gekramt.

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