„Urlaub daheim“ im elsässischen Weindorf Riquewihr

Riquewihr (vr) – Das malerische Mittelalterörtchen Riquewihr wird „Perle der Elsässer Weinregion“ genannt. Veruschka Rechel hat sich für die BT-Serie „Urlaub daheim“ dort umgesehen.

Der Torturm Dolder erhebt sich seit mehr als 700 Jahren über dem Dorf und „bewacht“ es. Foto: Veruschka Rechel

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Der Torturm Dolder erhebt sich seit mehr als 700 Jahren über dem Dorf und „bewacht“ es. Foto: Veruschka Rechel

Die malerischen Ortschaften in der Umgebung von Baden-Baden bis ins Elsass sind Schmuckstücke im Herzen traumhaft schöner Natur. Saftige Wiesen, reiche Weinberge, sanfte Hügel- und Bergketten mit dichten Laub- und Tannenwäldern. Hier fühlt man sich wie Gott in Frankreich.
Bei Baden-Baden liegt das Elsass vor der Tür. Eine ganz besondere Kombination von Geschichte, Kultur, Landschaft, Gastronomie und Wein machen diese Region zu einem der schönsten Reiseziele in ganz Europa. Ihre Kultur ist von französischer und deutscher Seite gleichermaßen geprägt. Trotz ihrer bewegten Geschichte hat sie die Fülle ihrer kulturhistorischen Schätze bis heute bewahrt. Eines der schönsten Beispiele ist Riquewihr, ein Bilderbuchdorf aus dem Mittelalter zwischen den Gipfeln der Vogesen und dem Elsässer Tiefland. Seit Jahrhunderten hat es den Wert seiner Architektur und die Qualität seiner weltberühmten Weine miteinander zu verbinden gewusst. Riquewihr ist einer der bedeutendsten elsässischen Weinbauorte und wird deshalb auch „Perle der Elsässer Weinregion“ genannt.

Wegen seines unversehrt erhaltenen Stadtbildes aus dem 16. Jahrhundert wurde das elsässische Weindorf als eines der „Plus beaux villages de France“ (schönste Dörfer Frankreichs) klassifiziert. In seinem einheitlichen, alten Stadtkern ist tatsächlich ein Haus schöner als das andere. Zusammen mit seinen Stadtmauern, die heute nur noch von Rebstöcken „belagert“ werden, hat es sich seine Ursprünglichkeit bewahrt. Zur Stadtanlage gehören kleine Gassen und enge Straßen, gesäumt von dicht aneinander geschmiegten, bunten Fachwerkhäusern aus dem 13. bis 18. Jahrhundert. Zusammen mit dem Dolder, einem ehemaligen Verteidigungstor aus dem 13. Jahrhundert, bilden sie eine außergewöhnliche, architektonische Einheit. Das Elsass-Haus findet man hier in einer Vielfältigkeit, die ihresgleichen sucht. Ob geschnitzte Fachwerke und Erker oder brunnengeschmückte Innenhöfe – es ist alles zu sehen, was für diesen Haus-Typ charakteristisch ist. Zu weiteren Sehenswürdigkeiten gehören der Diebesturm, der nordwestliche Eckturm der Stadtbefestigung, das ehemalige Gefängnis und das Winzerhaus aus dem 16. Jahrhundert.

Panoramablick vom Wahrzeichen der Stadt

Am oberen Teil der Hauptstraße, dem höchsten Punkt des Dorfes, erhebt sich seit mehr als 700 Jahren der fachwerkverzierte Torturm Dolder als Wahrzeichen der Stadt. In ihm befindet sich nicht nur das Heimatmuseum, sondern er bietet auch einen traumhaften Panoramablick.

Da Riquewihr nur etwa zehn Kilometer von Colmar und wenige Minuten von anderen elsässischen Dörfern wie Ribeauvillé, Hunawihr, Eguisheim oder Kaysersberg entfernt ist, eignet es sich ideal für kleine Abstecher.

Informationen zu Riquewihr

Ein Franke namens Richo errichtete im 8. Jahrhundert am Fuße der Vogesen in 300 Meter Höhe ein Landgut namens „Richo villa“, aus dem sich der Ort und sein Name entwickelten. Heute gehört Riquewihr mit 1.228 Einwohnern zum Département Haut-Rhin und ist mit seinem Gemeindegebiet Teil des Regionalen Naturparks Ballons des Vosges. Bereits nach 1945 entwickelte sich der Weinort zum Anziehungspunkt hauptsächlich für Tagestouristen.

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