VSÖ als Testlabor für Freilufttheater

Ötigheim (as) – Wie kann Open-Air-Kultur unter Corona-Bedingungen gelingen? Die Volksschauspiele Ötigheim stehen in den Startlöchern und bewerben sich nun für ein Modellprojekt des Landes.

Ab 12. Juni soll auf der Freilichtbühne Ötigheim wieder Leben einkehren. Foto: Manuela Behrendt/Archiv

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Ab 12. Juni soll auf der Freilichtbühne Ötigheim wieder Leben einkehren. Foto: Manuela Behrendt/Archiv

Was dem Europa-Park gelungen ist, soll nun auch der Ötigheimer Freilichtbühne neue Öffnungsperspektiven bringen: Die Volksschauspiele bewerben sich als wissenschaftlich begleitetes Modellprojekt des Sozialministeriums für Open-Air-Kultur unter Corona-Bedingungen.

„Damit sehen wir uns auch in der Verantwortung für andere Freilufttheater“, sagt Bürgermeister Frank Kiefer, zweiter Vorsitzender des Theatervereins. Denn in Ötigheim sei eine der wenigen Bühnen im Land, die ihre Theatersaison nicht abgesagt haben. „Wir werden auf jeden Fall spielen“, bekräftigt Kiefer.

Die Bewerbung für das Modellprojekt, die sich am Wochenende auf eine entsprechende Info des Gemeindetags ergeben habe, sehe man dabei als Chance, möglicherweise mehr Zuschauer zulassen zu können als der dreistufige Öffnungsplan für Kulturveranstaltungen im Freien vorsieht – nämlich 100 Zuschauer im ersten, bis zu 250 im zweiten und maximal 500 Zuschauer im dritten Schritt bei stabilen Inzidenzwerten unter 100.

Für vieles sind die Weichen bereits gestellt

„Wir bieten auf dem Tellplatz die Möglichkeiten, in einem Modellprojekt viele verschiedene Dinge begleitend zu prüfen“, sieht Kiefer ideale Voraussetzungen. Die Landtagsabgeordneten Dr. Alexander Becker (CDU) und Thomas Hentschel (Grüne) unterstützen den Antrag und beraten bei dessen Vorbereitung, sieht Kiefer auch hier große Solidarität mit dem Theaterverein. Vorteil der Volksschauspiele: Ein Hygienekonzept für die Theatersaison sei sowieso schon erarbeitet, die Luca-App zur Kontaktnachverfolgung in der Gemeinde schon im Einsatz, und bezüglich einer Teststrategie ist er gerade mit den Verantwortlichen des Seniorenzentrums Curatio im Gespräch. Die Testzeiten im ehemaligen Penny-Markt könnten an die Theatersaison angepasst, eine zusätzliche Station für Corona-Schnelltests am Tellplatz eingerichtet werden, stellt er sich vor.

Voraussetzung für eine Bewilligung des Antrags ist die wissenschaftliche Begleitung. Hier ist Kiefer mit Dr. Claudia Spahn, Leiterin des Freiburger Instituts für Musikermedizin, im Gespräch. Er hofft, dass sie die „spannende Aufgabe“ annehmen wird. Denn mit den Themen Gastronomie mit haupt- und ehrenamtlichen Kräften, Akteure aller Generationen, Sanitärbereich oder Parken könne in Ötigheim vieles beispielhaft auf sichere Umsetzung geprüft werden. Heute soll der Antrag ans Stuttgarter Sozialministerium gehen. Wie schnell dort entschieden wird, gehe aus den Antragsunterlagen nicht hervor. Der Bürgermeister geht jedoch von einer baldigen Info aus, ob Ötigheim Modellprojekt wird. Unabhängig davon werde auf dem Tellplatz fleißig weiter für die Pandemie-Spielzeit mit dem entsprechend angepassten Spielplan mit drei Eigenproduktionen (das BT berichtete) geprobt – infolge der im Landkreis sinkenden Inzidenz zunehmend auch in Präsenz. „Wir rechnen fest damit, zur Premiere am 12. Juni spielen zu können“, sagt Kiefer – „und wenn es vielleicht auch nur vor 250 Zuschauern möglich ist“.

Ihr Autor

BT-Redakteurin Anja Groß

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Erstellt:
19. Mai 2021, 19:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 18sec

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