VSÖ proben per Videokonferenz

Ötigheim (manu) – Die Volksschauspiele Ötigheim bereiten die Komödie „Das Haus in Montevideo“ für ihre abgespeckte Corona-Spielsaison vor. Premiere soll am 12. Juni auf der Freilichtbühne sein.

Regisseur Matthias Götz ist abends ausgebucht. Er probt täglich mit seinen Darstellern per Videokonferenz. Foto: Manuela Behrendt

© manu

Regisseur Matthias Götz ist abends ausgebucht. Er probt täglich mit seinen Darstellern per Videokonferenz. Foto: Manuela Behrendt

Abends ist Matthias Götz terminlich ausgebucht. Täglich probt der Regisseur per Videokonferenz mit seinen Darstellenden. Die Komödie „Das Haus in Montevideo“ von Curt Goetz hat am 12. Juni auf der Freilichtbühne der Volksschauspiele in Ötigheim Premiere.

„In der Phase der Leseproben und Rollenausgestaltung sind Videoschalten auch für die Zukunft ein Medium“, befindet Götz. Aktuell funktionieren sogar Zweier- und Dreierszenen per Bildschirm, ohne dass die Spielenden aufeinandertreffen. „Es macht uns allen viel Spaß, und es ist ein lustiges Miteinander“, berichtet der Regisseur.

Humor gehört unbedingt dazu, denn „Das Haus in Montevideo“ ist ein amüsantes Lustspiel, für das Götz schon lange brennt. Für die Abiturabschlussfeier seines Jahrgangs am Rastatter Wirtschaftsgymnasium inszenierte er 1986 den Klassiker zusammen mit Markus Wild-Schauber. Anfang der 1990er Jahre zog Götz mit der Posse als Vereinstheaterreihe durch die Winterfeiern befreundeter Vereine. Auf die „Kleine Bühne“ schaffte es „Montevideo“ 2006 mit riesigem Erfolg. In allen Aufführungen hatte Götz die Hauptrolle des untadeligen zwölffachen Familienvaters Traugott Nägler übernommen. Im Sommer verwandelt er sich erneut in den Sittenwächter.

Götz inszeniert Goetz

Nicht nur inszeniert Götz Goetz. Er ist, wie Curt Goetz bei der Premiere dessen Stücks 1945 am Broadway, gleichzeitig Spielleiter und Hauptakteur. Matthias Götz stammt aus der VSÖ-Talentschmiede und traut sich ein Ding, vor dem manch ein Profi ein bisschen Mores hat, denn beim Regieführen sich selbst zu leiten und zu korrigieren, ist heikel. „Ich vertraue dabei auf meine Regieassistenz“, wehrt der Ötigheimer entspannt ab. So geht da nur einer dran, der seit frühen Jugendjahren bei den VSÖ quasi auf der Bühne groß wurde.

Dem VSÖ-Publikum bleibt Götz wiederholt als Bösewicht in zahllosen großen Parts in eindrucksvoller Erinnerung. Er kann auch mit immenser Leidenschaft sehr komödiantisch, wie er als Boanlkramer in „Der Brandner Kaspar“ (2014) bewies. Bestens disponiert scheint Götz als Regisseur. Außergewöhnliche Kreativität, subtiler Humor sowie spitzfindiger Sarkasmus sind dabei garantiert. Diese Würzmischung funktionierte bei „Lysistrata“ (2012) ebenso publikumswirksam wie bei „Die kleine Hexe“ (2015). Da passt es, wenn er sich eines Werks aus der Feder eines der brillantesten Komödienschreiber im deutschsprachigen Raum annimmt.

Arbeit mit zwei Ensembles

Mit zwei Ensembles von jeweils 50 Personen erarbeitet Götz „Das Haus in Montevideo“. Musik und Tanz dürfen nicht fehlen. „Tolle Kostümbilder“ habe Karel Spanhak entwickelt. Roman Gallion ist als Doppelbesetzung des Tugendbolds dabei. Eva Beckert spielt in einem der Teams Atlanta, die 17-jährige Tochter, welche als Erbin der Immobilie in Montevideo benannt ist. Charmant: Beckert verkörperte 2006 als Jüngste den dreijährigen Nägler-Spross Ultima.

Sobald Gruppenpräsenzproben auf dem Tellplatz starten dürfen, arbeiten beide Ensembles separat. „Wir bespielen auf Distanz die gesamte Freilichtbühne; die Komödie wird kein Kammerstück, das nur auf dem Proszenium stattfindet“, verspricht Götz. Sollten sich die Pandemie-Rahmenbedingungen für die Agierenden lockern, „setzen wir dramaturgisch kurzfristig einen Plan B um“.

Lesen Sie auch:

Volksschauspiele: „Wir spielen“

Ein Herzstück des Theaters

Ötigheimer Alternativ-Spielplan für 2021

Komödie, Musicals und viele Stars

Zum Artikel

Erstellt:
10. April 2021, 18:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 31sec

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen

Orte


Kommentare können für diesen Artikel nicht mehr erfasst werden.