VUL macht gegen Baumfrevel mobil

Ötigheim (BT/as) – Der Ötigheimer Verein für Umweltschutz und Landschaftspflege warnt: Äste an fremden Bäumen absägen, ist eine Straftat. Die Baumverstümmelungen bedeuteten für viele Bäume den Tod.

Äste einfach abgebrochen oder unfachmännisch abgesägt: Das ist Baumfrevel, ärgert sich August Wieland vom VUL Ötigheim. Foto: VUL

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Äste einfach abgebrochen oder unfachmännisch abgesägt: Das ist Baumfrevel, ärgert sich August Wieland vom VUL Ötigheim. Foto: VUL

Extreme Baumverstümmelungen registriert August Wieland immer wieder, wenn er in den Streuobstwiesen rund um Ötigheim unterwegs ist. Das Problem: „An unfachmännisch abgebrochenen oder abgesägten Stellen entsteht oft Fäulnis und über kurz oder lang sterben die Bäume ab“, ärgert sich der Vorsitzende des Vereins für Umweltschutz und Landschaftspflege (VUL).
Er weist deshalb in einer Mitteilung darauf hin, dass dieser Baumfrevel den Straftatbestand der Sachbeschädigung erfüllt.

Appell an die Vernunft

Damit will Wieland vor allem wachrütteln und an die menschliche Vernunft appellieren. Denn er weiß um die Problematik, dass die Besitzer von Streuobstwiesen teils gar nicht im Ort wohnen, geschweige denn sich um ihre Flächen oder Bäume kümmern, wie es eigentlich ihre Pflicht wäre. Oft könne man die Besitzer auch gar nicht ermitteln, um mit ihnen wegen erforderlicher Pflegearbeiten Kontakt aufzunehmen. Diesbezügliche Nachfragen bei den Kommunen beispielsweise hätten aktuell aus Datenschutzgründen keinen Erfolg. Und oft wüsste auch der „Dorffunk“ nicht mehr, wem welche Parzelle gehört. „Benachbarte Bewirtschafter machen dann teilweise einfach kurzen Prozess und brechen oder sägen Äste ab, die sie stören oder die in ihr Grundstück ragen“, berichtet Wieland, was ihm immer wieder von Vereinsmitgliedern gemeldet würde. Der VUL hat solche Fälle auch schon bei der Polizei angezeigt.

Aber auch die Grünstreifen von Kommunen seien mancherorts betroffen. Da greifen Anwohner einfach zur Säge – „oft in guter Absicht und nicht wissend, dass das ein Straftatbestand ist, wenn man keine Einwilligung des Eigentümers hat“, weiß Wieland. Er möchte deshalb aufklären. Denn die Folge seien häufig extreme Baumverstümmelungen, die Faulstellen nach sich ziehen, sodass die Bäume in absehbarer Zeit absterben.

Gemeinschaftliche Verantwortung

Gerade in Zeiten des Klimawandels sei aber jeder Baum wichtig für das Klima vor Ort, betont der VUL-Vorsitzende die gemeinschaftliche Verantwortung. Dass die Kommunen sich deshalb einerseits um Baumpflanzungen bemühen – gerade Ötigheim habe jüngst im Rahmen einer Aktion erst 400 Obstbäume kostenlos an Bürger abgegeben – und dies dann so konterkariert werde, will er nicht hinnehmen. „Wir leben in einer Zeit, in der der Klimawandel und das Insektensterben mehr und mehr unsere eigene Existenz bedrohen. Bäume sind wertvolle Lebewesen, sie binden CO2, sie kühlen das heiße Klima im Sommer, sie bieten Lebensraum für unzählige Tiere und sie verbessern die Lebensbedingungen für uns Menschen“, appelliert Wieland dafür, verantwortungsbewusst für nachfolgende Generationen zu handeln.

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Erstellt:
21. April 2021, 13:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 16sec

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