Verbandsliga: SV 08 und SVB überzeugen

Kuppenheim (rap) – Die Fußball-Verbandsliga 2019/20 ist Geschichte. Während der SV 08 Kuppenheim und Aufsteiger SV Bühlertal stark spielten, erlebte der 1. SV Mörsch eine Horrorsaison.

Im Zweikampf gegen Kuppenheims Simon Götz (blaues Trikot) unterlegen, als Meister aber in die Oberliga aufgestiegen: Hasan Ates und der FV Lörrach-Brombach. Foto: Frank Vetter/Archiv

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Im Zweikampf gegen Kuppenheims Simon Götz (blaues Trikot) unterlegen, als Meister aber in die Oberliga aufgestiegen: Hasan Ates und der FV Lörrach-Brombach. Foto: Frank Vetter/Archiv

An einem Winterschlaf ist ja eigentlich nichts verkehrt, zumindest wenn man Igel, Siebenschläfer oder Fledermaus ist. Wenn man jedoch Fußballer beim Offenburger FV ist, sollte der Winterschlaf mit Beginn der ersten Partie im neuen Jahr vorbei und die Spieler bei der Punktehatz hellwach sein. Die OFV-Kicker jedoch verlängerten den ausgiebigen Schlaf am 7. März kurzerhand selbst, verloren 1:3 in Kehl und dadurch auch die Tabellenführung an den FV Lörrach-Brombach. Dann kam Corona – und mit dem Virus letztlich der Saisonabbruch. Der FVL ist Meister, der OFV nur Zweiter.

Ziemlich ausgeschlafen zeigten sich im Laufe der Verbandsligasaison dagegen die mittelbadischen Größen SV 08 Kuppenheim (sechster Platz) und SV Bühlertal (zehnter Rang), während Schlusslicht 1. SV Mörsch die komplette Runde mehr oder weniger im Dornröschenschlaf verbrachte. Durch Corona wäre die Elf aus der Sandgrube zwar in der kommenden Saison erneut in Südbadens Eliteliga aufgewacht, möchte aber freiwillig den Gang in die Landesliga antreten (wir berichteten).

08-Entwicklung geht weiter

Zu einer festen Verbandsliga-Größe mausert sich dagegen immer mehr der SV 08 Kuppenheim. Erneut landete die immer noch junge Wörtelelf auf dem sechsten Platz, hielt sich stets im Dunstkreis der vordersten Plätze auf und entwickelte sich auch gerade fußballerisch weiter. Das überfallartige Tempospiel ist ohne Frage das Markenzeichen der Knöpflestädter, doch auch im Spiel mit dem Ball steigerte sich die Elf von Trainer Matthias Frieböse. „Wir haben uns in der Verbandsliga stabilisiert, auch wenn die Leistungen schwankend waren“, blickt der 08-Coach zurück: „Wir haben sicherlich keine perfekte Runde gespielt, aber eine richtig gute. Ich bin mit dem sechsten Platz zufrieden.“ Gegen den Meister aus Lörrach-Brombach erkämpfte sich der SV 08 beispielsweise ein 0:0, war dem Sieg gar näher. Lediglich in Kehl und Weil (je 0:4) war die Frieböse-Elf chancenlos.

Ein ausgiebiges Sommerschläfchen machte zunächst der SVB, nach der 0:1-Niederlage in Mörsch zierte der Aufsteiger gar das Tabellenende (sechster Spieltag). Doch auf dem Mittelberg behielt man die Nerven, ließ Trainer Johannes Hurle in Ruhe weiterarbeiten. Mit Erfolg: Gerade in der gefürchteten Halbhöhenlage standen einige Feiertage an – etwa die Siege gegen die Spitzenteams aus Kehl (4:0) und Weil (4:1). Bei der Auswärtsfahrt nach Lörrach wurde auch kurzerhand der Meister düpiert (2:1). Nur in Sachen Derby zeigte sich der SVB im Tiefschlaf: 0:1 in Mörsch, 0:1 gegen Kuppenheim. „Wir hatten keinen guten Start in die Runde, dann haben wir uns aber zum richtigen Zeitpunkt zusammengesetzt und Klartext gesprochen“, sagt Hurle. „Ganz wichtig“ sei der Last-Minute-Treffer zum 2:1-Sieg in Auggen gewesen. „So einen Sieg hatten wir gebraucht, danach kehrte Erleichterung ein. Wir haben dann einen tollen Lauf gehabt und waren zur Winterpause wieder voll im Soll und über dem Strich. Gerne hätten die Jungs den Klassenerhalt auf sportlichem Weg besiegelt“, erklärt Hurle.

Bittere Saison für den SVM

Bitter lief die Saison dagegen für den 1. SV Mörsch, der nach 18 Spielen nur einen Sieg feiern durfte sowie dreimal die Punkte teilte. Schon früh standen die Zeichen auf Abstieg: Erst viele, hochkarätige Abgänge vor der Saison, dann etliche Urlauber und Verletzte. Der Job von Trainer Patrick Anstett war wahrlich nicht vergnügungssteuerpflichtig. Dennoch wehrte sich das Team nach Kräften, letztlich fehlte schlicht die Qualität. Ein freiwilliger Neuanfang in der Landesliga soll nun folgen. Ebenfalls enttäuschend verlief die Saison für die höher eingeschätzten FC Auggen (12.), FC Radolfzell (9.) und SC Pfullendorf (7.). Voll überzeugen konnte dagegen Aufsteiger SV Weil (vierter Platz), der mit Ridje Sprich (21 Treffer) auch den Ballermann der Verbandsliga stellte.

Dadurch, dass es keine Absteiger gibt, geht die Verbandsliga in der kommenden Runde wohl mit 17 Teams an den Start, bei wohl fünf Absteigern. Eins steht nach der langen Pause dann fest: Ausgeschlafen sollten sie alle sein.

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Erstellt:
28. Juni 2020, 23:00 Uhr
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