Verdächtiger im Todesfall am Augustaplatz in Baden-Baden

Baden-Baden (nof) – Nach einem Todesfall am Augustaplatz Anfang Oktober ist der Polizei eine verdächtige Person namentlich bekannt. Doch der Gesuchte ist nicht aufzufinden.

Namentlich bekannt, aber nicht auffindbar: Laut Polizei gibt es eine verdächtige Person, die in Zusammenhang mit der Tat stehen könnte und auf Aufnahmen der Videoüberwachung zu sehen ist. Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa

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Namentlich bekannt, aber nicht auffindbar: Laut Polizei gibt es eine verdächtige Person, die in Zusammenhang mit der Tat stehen könnte und auf Aufnahmen der Videoüberwachung zu sehen ist. Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Der Todesfall am Augustaplatz Anfang Oktober hatte in der Kurstadt für großes Aufsehen gesorgt. Ein älterer Mann ist dort damals zusammengebrochen und gestorben, mutmaßlich nachdem ihm zuvor in der dortigen Tiefgarage die Geldbörse weggenommen worden war. Eine verdächtige Person, die in Zusammenhang mit der Tat stehen könnte und auf Aufnahmen der Videoüberwachung zu sehen ist, ist der Polizei mittlerweile namentlich bekannt.

„Wir haben die Personalien des Mannes, wissen aber nicht, wo er sich derzeit aufhält“, sagt Michael Klose, Pressesprecher der Staatsanwaltschaft auf Nachfrage. Aufgrund körperlicher Übereinstimmungen sei davon auszugehen, dass es sich um den Mann, den die Überwachungskameras aufgezeichnet haben, handeln könnte. „Das steht aber nicht definitiv fest.“ Die gesuchte Person sei polizeibekannt: „Wir wissen, dass sie schon im Gefängnis saß, aber nicht zum Zeitpunkt des Vorfalls am Augustaplatz.“

Wie kommen die Ermittler vielleicht doch noch an den Gesuchten? „Sollte er in eine Polizeikontrolle geraten oder sich irgendwann behördlich registrieren, bekommen die Beamten einen Hinweis, dass wir uns gerne mit dem Mann unterhalten würden“, sagt Klose.

Kein dringender Tatverdacht

Es gebe in diesem Fall aber viele Unsicherheiten und „keinen dringenden Tatverdacht“, erklärt der Staatsanwalt. Zeugen des Vorfalls gebe es nicht, auch sei dieser nicht auf den Videos der Überwachungskameras in der Augusta-Garage zu sehen. Auch die juristische Bewertung ist laut Klose schwierig. „Handelte es sich zum Beispiel um einen Trickdiebstahl oder um eine Körperverletzung mit Todesfolge? Es liegen ja auch keine Angaben des Geschädigten vor, der ist bekanntlich gestorben.“ Ermittlungstechnisch „haben wir gemacht, was man machen kann“, so Klose. Deshalb werde das Verfahren vorläufig eingestellt. Neue Erkenntnisse könne wohl nur die gesuchte Person liefern, „die aber auch von ihrem Aussageverweigerungsrecht Gebrauch machen könnte, sofern wir sie finden“, erklärt Klose den Sachverhalt.

Bis auf Weiteres landet der Fall, der auch eine Diskussion um die allgemeine Sicherheitslage am Augustaplatz entflammt hat, also in der Schublade. Polizei und Staatsanwaltschaft waren im Oktober davon ausgegangen, dass dem Senior in der Tiefgarage vermutlich die Geldbörse weggenommen wurde. Im Anschluss soll sich der Hochbetagte mit seinem Audi mehrere Minuten vom Augustaplatz entfernt haben. Erst danach soll er wieder mit seinem Wagen zurückgekehrt, ausgestiegen und nahe der Tiefgarage an einer „inneren Ursache“ verstorben sein. Ob der Tod des Seniors im Zusammenhang mit der mutmaßlichen Wegnahme der Geldbörse steht, war unklar.

Ihr Autor

BT-Redakteur Nico Fricke

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Erstellt:
4. Februar 2022, 18:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 13sec

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