Aktion auf B500 geplant

Bühl (red) – Der Verein „Kulturerbe Schwarzwaldhochstraße“ plant im Sommer eine Aktion, bei der die B500 nahe des Kurhauses Sand für fünf Minuten gesperrt werden soll.

Traditionshaus: Der Verein „Kulturerbe Schwarzwaldhochstraße“ möchte das einstige Kurhotel Sand für die künftigen Generationen erhalten. Foto: Margull

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Traditionshaus: Der Verein „Kulturerbe Schwarzwaldhochstraße“ möchte das einstige Kurhotel Sand für die künftigen Generationen erhalten. Foto: Margull

Der Verein „Kulturerbe Schwarzwaldhochstraße“ plant im Sommer eine Aktion, bei der die B500 nahe dem Kurhaus Sand für fünf Minuten gesperrt werden soll. Dies soll weitere Aufmerksamkeit für die Belange und Probleme entlang der Hochstraße erzielen. Vorsitzender Hansjörg Willig rief die Landräte, Oberbürgermeister, Bürgermeister, Abgeordnete und die Regierungspräsidentin dazu auf, sich an einen Tisch zu setzen, um dem Höhengebiet eine Zukunft zu geben. Wichtig sei, so heißt es in der Mitteilung des Vereins, dass der Sand zur Chefsache gemacht wird. Das traditionsreiche Kurhaus habe das verdient. Den Sand für die künftigen Generationen zu erhalten sei ein Vorhaben, für das sich der Einsatz aller lohne.

Im Rechenschaftsbericht blickte Willig auf die aufwendige und jetzt fertiggestellte Sanierung der Alten Kirche Herrenwies zurück. Der inzwischen 146 Mitglieder starke Verein erwarb die Kirche 2014. Das Investitionsvolumen betrug 70000 Euro. Unterstützt wurde dies mit 15000 Euro aus dem Leader-Programm, einer Crowdfunding-Aktion sowie von Privatspendern. Die Kirche wird regelmäßig für Ausstellungen, musikalische Abende, den Weihnachtsmarkt, Lesungen und Vorträge genutzt. Sie soll künftig eine Ausstellung über die Geschichte der Wald- und Forstkolonie Herrenwies, der Glashütte und die Schul- und Kirchengeschichte des Ortes beherbergen.

Tourismus-Minister Wolf antwortet nicht

Willig betonte: „Unser noch junger Verein ist längst ein anerkannter Vertreter der Belange des Höhengebiets. Wir bekommen dazu zahlreiche Rückmeldungen und sind gefragte Ansprechpartner für Journalisten und Regisseure von Dokumentationsfilmen über den Schwarzwald. Wir bieten neben dem Programm in der Alten Kirche aber auch Wanderungen und die nach wie vor auf großes Interesse stoßenden Vorträge ‚Erlebnis Schwarzwaldhochstraße zu Großvaters Zeiten‘.“

Der Verein war beim Denkmal-Wettbewerb der Technologieregion Karlsruhe zweiter Sieger und erhielt dafür 750Euro samt Urkunde. Vergeblich gekämpft habe der Verein laut Willig für den Erhalt der Nordschwarzwaldschanze an der Hundseck. Die Gespräche mit Ottersweier seien gut gewesen. Letztlich habe sich aber keine Gemeinde gefunden, die bereit gewesen sei, Geld in die Hand zu nehmen, obwohl Leader-Mittel in Aussicht gestellt worden seien. So wurde entschieden, die Schanze zurückzubauen. Auf Vorschlag des Vereins werde es dort eine Infotafel zur Schanze und deren Geschichte geben (wir berichteten).

Willig sprach auch das „Trauerspiel Hundseck“ an. Er forderte die Politik auf, zeitnah Lösungen zu finden. Der Verein hatte im Vorjahr Ministerpräsident Winfried Kretschmann eingeladen, sich über die Situation entlang der Schwarzwaldhochstraße ein Bild zu machen. Kretschmann habe den für Tourismus zuständigen Minister Guido Wolf gebeten, sich wegen eines Termins mit Willig in Verbindung zu setzen. Bis heute sei es zu keinem Kontakt gekommen, obwohl von Vereinsseite bereits mehrfach nachgehakt worden sei.

Abschließend sagte Willig: „Entlang der Schwarzwaldhochstraße läuft die Uhr, aber es tut sich viel zu wenig. Erfreulich ist allerdings, dass das Landratsamt Rastatt alle Leerstände im Höhengebiet erfassen wird. Nicht nur entlang der Hochstraße, sondern auch entlang deren Zufahrtsstraßen. Immerhin ein Hoffnungsschimmer.“

Die Mitglieder wählten Willig für weitere zwei Jahre in das Amt des Vorsitzenden. Es ist die vierte Amtszeit des gebürtigen Herrenwiesers. Zum stellvertretenden Vorsitzenden wurde Sascha Mielke gewählt. Walburga Eckert bleibt weiterhin Schatzmeisterin und Hans Falsehr Schriftführer. Beisitzer sind Michael Becker, Klaus Beyer, Waldtraud Dietrich, Christine Engel, Norbert Marx, Jürgen Meier, Hermann Müller und Roland Seiter.

www.kulturerbe-schwarzwaldhochstrasse.de

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Erstellt:
5. Februar 2020, 00:00 Uhr
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