Verhaltener Optimismus im Klinikum

Von BT-Redakteurin Franziska Kiedaisch

Baden-Baden (kie) – Die Anzahl an Covid-Patienten auf der Corona-Station des Klinikum Mittelbaden (KMB) nimmt kontinuierlich ab. Trotzdem ist das kein Grund zur Arglosigkeit.

Verhaltener Optimismus im Klinikum

Inzwischen werden noch 16 Patienten auf der Corona-Station des Klinikums Mittelbaden behandelt. Foto: KMB/Foto Fabry

„Noch sind wir nicht ganz unten, aber wir sind auf einem guten Weg“, sagt Sybille Müller-Zuber, Pressesprecherin des Klinikum Mittelbaden (KMB). Die Anzahl an Covid-Patienten nehme kontinuierlich ab. Doch bei aller Freude über diese positive Entwicklung dürfe nicht vergessen werden, dass die Pandemie nach wie vor nicht überstanden ist.16 Covid-Patienten werden derzeit auf der Corona-Station in der Balger Klinik behandelt, fünf von ihnen intensivmedizinisch. Alles in allem nehmen die Patientenzahlen zwar ab, aber: „Die Belegung ist immer noch höher als im Februar nach der zweiten Welle“, sagt der medizinische Geschäftsführer des Klinikums, Dr. Thomas Iber.

Vermehrt jüngere Patienten

16 Patienten seien immer noch viel – „auch wenn wir die derzeitige Situation nach 70 Covid-Patienten im April als entlastend empfinden“, erklärt er. Waren es damals 18 Intensivplätze, sind es inzwischen noch zwölf; maximal acht von ihnen stehen derzeit für Covid-Patienten zur Verfügung.

Momentan werden vermehrt jüngere Patienten auf der Corona-Station behandelt. Nach wie vor seien zwar auch ältere Covid-Patienten im Klinikum anzutreffen, die höhere Impfquote bei dieser Personengruppe mache sich jedoch nun positiv bemerkbar, bilanziert Müller-Zuber.

Auch wenn die Entwicklungen zur Hoffnung verleiten, sei es jedoch für zu viel Optimismus noch zu früh: „Über die Lockerungen freue ich mich, aber bitte achten Sie weiterhin auf die AHA-Regeln“, appelliert deshalb auch Iber. Eine Impfquote von rund 30 Prozent sei nicht ausreichend, um sich sicher zu fühlen.

Noch sind laut Müller-Zuber die Bettenkapazitäten in der Klinik nicht komplett hochgefahren worden, doch eine Folge der rückläufigen Zahl an Covid-Patienten sei trotzdem der sukzessive Rückbau der Corona-Station. In der Hochphase der Pandemie sind drei Stationen des Balger Klinikums als Corona-Bereich umgebaut worden, wie Iber erklärt, derzeit würde nur noch eine Station als Corona-Bereich genutzt.

Iber wirbt um Verständnis

Die momentane Situation erlaubt es dem Klinikum nun auch, wieder elektive Eingriffe durchzuführen. Schrittweise finden in den Kliniken des KMB demnach wieder planbare Operationen statt. Trotzdem, so Iber, gibt es noch immer „covid-bedingte Einschränkungen“, was die organisatorischen Abläufe angeht.

Nicht immer sei es deshalb möglich, alle Wünsche der Patienten zu erfüllen, etwa ein Einzelzimmer zur Verfügung zu stellen. Was im Normalbetrieb wichtig sei, kann während der Ausnahmesituation einer Pandemie nicht immer gewährleistet werden. „Dafür möchte ich um Verständnis werben“, so Iber.

Seit etwas mehr als einer Woche sind auch Patientenbesuche in den Kliniken in Balg, Rastatt und Bühl wieder erlaubt; dabei ist maximal ein Besucher pro Patient und pro Tag für eine Besuchsdauer von 60 Minuten in der Zeit von 12 bis 19 Uhr möglich. Weiterhin gelten Ausnahmeregelungen etwa für Besuche von Palliativpatienten sowie von kranken Kindern. Auch werdende Väter dürfen ihre Partnerin bei der Geburt begleiten und erhalten bei Bedarf einen Antigentest direkt im Kreißsaal.