„Versorgung mit Trinkwasser sichergestellt“

Gaggenau (tom) – Kann der Wasserversorgungsverband Vorderes Murgtal (WVV) wie geplant zum Jahresende aufgelöst werden? Daran gibt es Zweifel.

Den Bau der Ersatzwasserversorgung nach Gernsbach begleiten nicht nur Unwetterschäden, sondern auch Probleme mit dem Ingenieurbüro. Foto: Anna Strobel

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Den Bau der Ersatzwasserversorgung nach Gernsbach begleiten nicht nur Unwetterschäden, sondern auch Probleme mit dem Ingenieurbüro. Foto: Anna Strobel

Bei der Verbandsversammlung am im Gaggenauer Rathaus stellte Kuppenheims Bürgermeister Karsten Mußler den Termin 31. Dezember 2021 in Frage. Gernsbachs Bürgermeister Julian Christ hingegen betonte als Verbandsvorsitzender: Eine spätere Auflösung könne für ihn keine Option sein.

Noch vor vier Wochen hatte es nach einer „letzten Abstimmungsrunde“ der Oberbürgermeister von Rastatt und Gaggenau sowie der Bürgermeister von Kuppenheim und Gernsbach geheißen: Der WVV wird zum 31. Dezember 2021 aufgelöst. Mittlerweile sind Probleme aufgetaucht, über deren Ursachen und mögliche Lösungen die Versammlung gestern auf Wunsch des Verbandsvorsitzenden nur nicht-öffentlich diskutierte.

Auf BT-Anfrage teilte Christ anschließend mit: „Es handelt sich um vertragliche, technische und rechtliche Fragestellungen im Rahmen des zukünftigen Versorgungskonzepts. Dies ist bei einem komplexen Prozess wie der Auflösung eines Zweckverbands durchaus üblich.“

„PFC-Belastung im Trinkwasser gering“

Sollte der 31. Dezember nicht gehalten werden – was Christ nicht mehr ausschließen will –, würden alle Verbandskommunen wie bisher mit Wasser beliefert: „Die Versorgung ist also in jedem Fall sichergestellt.“ Von Gaggenau liege zudem ein Angebot für einen Wasserliefervertrag für Gernsbach vor: „Damit wäre es möglich, Gernsbach bereits zum Jahreswechsel nicht mehr mit Verbandswasser zu beliefern, sondern mit Wasser aus Gaggenau voll zu versorgen.“ Abschließend betont Christ: „Alle Verbandsmitglieder eint der Wille, den Verband zügig und geordnet aufzulösen. Gleichwohl geht Gründlichkeit vor Schnelligkeit.“

„Die PFC-Belastung im Trinkwasser des WVV ist nach wie vor gering“, versicherte Paul Schreiner von den Stadtwerken Gaggenau in seinem Bericht. Alle Parameter der Trinkwasserverordnung und wasserrechtlichen Genehmigungen würden eingehalten.

Aufgrund der Zugabe von Ersatzwasser der Stadtwerke Gaggenau habe man insbesondere im Brunnen 5 die Fördermenge reduziert – und somit als Effekt auch die „beigezogene“ PFC-Menge verringert.

Bei Erhöhung der Fördermenge aus Brunnen 5 wäre wieder mit einer Erhöhung der PFC-Werte zu rechnen. „Aber das ist derzeit nicht geplant“, betonte Schreiner.

Ihr Autor

BT-Redakteur Thomas Senger

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Erstellt:
20. Oktober 2021, 10:00 Uhr
Lesedauer:
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